Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1884)
- Article
- Rumänien : Bukarest [Nachricht]
- Date
- 1884-08-21
- Page
- 542 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
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542 fragliche Gesetz sei für Alle erlassen worden ohne Unterschied, ob Nationale, Fremde oder Juden. ES sei nur in dem Falle wirklich prohibitiv, wenn durch das Hausircn ein Betrug verursacht werden könnte, statuirc aber legitime Ausnahmen für Gegenstände des dringenden Bedürfnisses, welche von dem Ministerium im Einvernehmen mit den Gemeinde- und Bezirksräthen bezeichnet und nach wie vor ohne Autorisation zum Hausir- Handel;«gelassen werden. DaS Gesetz unterwerfe weiter die Zwischenhändler einer Anzahl weiser Bestimmungen, um sträfliche Manöver zu verhüten, welche den Kredit > Rumäniens ruiniren. DaS Gesetz sei delnnach eine j formelle Garantie für den europäischen Handel; alle i Handeltreibenden, ausländische wie nationale, haben dasselbe bcifälligst ausgenommen. Nur etliche Israeliten protestircn dagegen. Das Blau bemerkt weiter, daß. im Gegensätze zu den Ausführungen WormS, die Juden in Rumänien nicht verfolgt werden; es liege in NiemandeS Interesse, am allerwenigsten in jenem der Juden, die antiscnlitische Frage in Rumänien aufzuwcrfen, das vollkomnren ruhig geblieben sei, als in einem großen Thcile Europas eine rührige Agitation gegen sie stattj fand. — — Diesen Angaben aber widersprechen die j Thaisachen. Und in Wirklichkeit ist cs nicht nur! kein Geheimniß, sondern ein überall verbreitetes und! bekanntes Faktum, daß daS bctrcsfcnde Gesetz sich direkt gegen die Juden richtet, und die — Interpretation: ״wenn durch das Hausircn ein Betrug verursacht werden könnte", ist geradezu lächerlich; denn ein Betrug kann überall verübt werden, wenn man eS will, z. B. ein ZeitungSrcdakteur kann die öffentliche Meinung durch falsche Angaben täuschen, wenn cS in seinen Intentionen liegt — rS ist aber nicht unbedingt nöthig. — Die obigen Angaben sind geradezu nicht wahr. Asien. * Aleppo. Die hiesige israelitische Gemeinde besitzt verschiedene Synagogen, von denen die eine, die sogenannte ״Große Synagoge", an 3000 Personen faßt. Dieselbe ist ein sehr altes Gebäude. Nach der Lokalübcrlicscrung Aleppo'S soll sic zur selben Zeit gebaut sein, wie der zweite Tempel. Allerdings gicbt eine in Marmor gehauene hebräische Inschrift eine spatere Periode an. doch ist cS möglich, daß die Synagvgc in früherer Zeit erbaut und später wieder rcnovirt ist. Die Jnschrist tragt das Datum 481 der Selcucidischen Acra, also 170 der christlichen Zeitrechnung. Demnach hat die Synagoge auch nach der spateren Angabe das stattliche Alter von über 17 Jahr- Hunderten. (״Mose.") Ein gkülkticher Wurf! Erzählung ans dem sechsten Dezennium des vorigen Jahrhunderts. Bon S. Kohn, Verfasser von ״Gabriel". (,Ver-er unbcüigti wird mit aller Strenge rcrfoliji werde». Uebcvfc^ungörcrfjie porbcbaltcn.) (Fortsetzung.) ״Auf Deine Kaschje kann Dir Schlome einen Terc;') geben," ries Bcerl Udcritsch. ״Wenn Du mich meinst," schrie Schlome Buchin, dessen dürftige Kleidung schon vcrrieth, daß man nach Millionen vergeblich bei ihm suchen würde, ״kann ich nur beb011)01'־) einen Tercz geben," und um den Sinn seiner zweideutigen Rede klar zu stellen, stülpte er die Kleidertaschcn um, daß sie lang an beiden Seiten nicdcrhingcn, und es sich in lichtvollster Weise herausstellte, daß sic auch nicht einen einzigen Kreuzer behcrbcrgten. Alle lachten, Beerl Udcritsch aber fuhr fort. ״Nein, Schlome Buchin, Dich mein' ich nit, ich meine Schlome hamelcch^), der sagt in Mischte: Kisz cchod jije lechulonu"*) — und dabei deutete er auf Gcrschom, so daß über die richtige Bedeutung seiner Worte nicht der leiseste Zweifel obwalten konnte, und wieder lachten Alle. ״Heute ist mein Geburtstag," sprach Gcrschom, ״da hat mir meine Mutter — hundert Jahr von heut' an soll sie lebe und gesund sein — extra ein paar Gulde geschickt, ich soll mir dasür etwas ein Vergnüge anthnn; — mt, cs macht mir wirklich ein großes nachcS''), wenn Jeder von Euch auf meine Koste e GläSche Vier trinkt; — also gehen wir in den Garte!" Gegen Gcrschom'S Vorschlag erhoben sich nur zwei Stimmen; David Manetin, der gleichfalls ans wohlhabendem Hanse, und Oscher Blowitz, der ein Ehossidfi) war. Der Erstere sagte: ״Ich dank' Dir vielmals, ich wcrd' ein Glas Bier mit Euch trinken; aber für mein Geld; Du weißt eS ja: Szone matonoS jichje!" ד) und Oscher Blowitz sagte: ״Jcjascher Koach!*) — ich brauch' kein Bier zu trinken, Wasser löscht mir auch den Durst, und ich mach' dieselbe Broche') über Wasser wie über Bier; — ') Aiilwort. -) Mit Noch. ג) König Salomon. 4) Wir;ehren Alle aus einem Beutel. Sprüche Kap. 1, VerS 14. ■s) Vrrgnügen. b) Ueberaus fromm. ־') Wer Geschenke haßt wird leben! *) Gott starte dicheine damals oft gebrauchte Dankesformel. ScgenSspcuch.