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Jeschurun · 1884-08-21 · Heft 34 (21.8.1884) · p. 538

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 34 (21.8.1884)
Article
Deutschland : Hannover [Nachricht]
Date
1884-08-21
Page
538 (sequence 2)
Language
German
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538 _ die ..Germania" als erste Quelle zurückzuführen ist. * nach mit höheren Kenntnissen ausgerüsteten Neligions- Wir bezeichnen es als ein durchaus jedes wirklichen! lehrern und Rabbinern nicht geleugnet werden können.— AnhaUgrnnde entbehrendes vages Gerücht, wenn die , Man sicht aus dem Wunsche nach einer solchen Ler- ..Germania" mittheilt, das; der Minister der geistlichen, fügnng, welche Ziele in gewissen Kreisen nngestrebt Unterrichte- und Medizinal Angelegenheit eine Bcrfügnng erlassen haben soll, wonach an den höheren! schulen bei Handhabung des Unterrichts, sowie bei der!;christlichen Abiturienten-Prüfung aus die Forderung der bilden, an Sonnabenden nicht schreiben zu inüsscn, eine Rücksicht nicht genommen werden soll. Wir bc׳- trachten eine solche Verfügung als den frommen Oerzenswünsch, der gewiß in manchen Kreisen lebhaft gehegt wird. Daß man es aber wagt, diesen Wunsch als eine bereits verwirklichte Thatsachc in die Welt hinausznseuden, ist ein sehr beachienSwertheS Zeichen der Zeit׳ strömnng und legt cö nahe, die Tragweite einer solchen sehnsüchtig erhofften Verfügung .in'S Auge zu fassen. Es würde dieselbe nichts weniger als den Ausschluß der gcsammten jüdischen Bevölkerung von jeder höheren Bildung bedeuten. Es darf nicht angenommen werden, daß regierungsseitig die Absicht gehegt werden kann, die Inden zur Verletzung der Vorschriften ihrer Religion ' zu verleiten, und daß die Juden vor die Alternative gestellt werden sollen, entweder ihre Kinder zur Uebertrttnng des Sabbathgesctzes anzuhalten, oder für sie auf jede wissenschaftliche Ausbildung zu verzichten. Es könnte deshalb in einer solchen Verfügung nur der Gedanke leitend sein, die Juden in! Allgemeinen aus das Niveau der gewöhnlichen BolkSschulbildung herabzudrückeu. Wenn man nun auch jagen wollte, der Staat besitzt bereits einen genügenden Fond wissenjchastlichen Geistes in seinen nichljüdischcn Bürgern und er bedarf eines Zuschusses seitens der jüdischen Bürger nicht, die crstercn liefern ein hinreichendes Kontingent für den Beamten- und Lchrstand, für die Rechts- und Medizinalwifsenschast, für den Handel und die Industrie, mögen die Inden sich den niederen Gewerben zuweuden, so würde jedenfalls der Staat seinerseits auch darauf verzichten müssen, für seine jüdischen Bürger RcligionSlehrer, Prediger und Rabbiner zu erhalten, deren wissenschastliche Bildung den Stand der Volksschule überträfe. Man kann doch nicht wohl als Lehrer, Prediger und Geistliche der jüdischen Religion christliche Theologen, denen der Weg zu den höheren UnterrichlSanstalten nicht verschlossen ist, verwenden. Wollte mau deshalb auch sagen, der Staat hat überhaupt auf daS religiöse Gewissen seiner jüdischen Bürger keine Rücksicht zu nehmen; wer nicht am Sonnabend schreiben will, der lasse es eben, aber verlange dann nicht, Realschulen und Gymnasien zu besuchen, er sei auch von den Universitäten ausgeschlossen, wenn er an! Sonnabend bei der Abituricntcnprüfnng ein gewissenhafter Israelit bleiben will, so würde dennoch -die Nothwcndigkeit werden. Daß lein zivilifirter Staat einen solchen Wunsch r-mlistrcn kann, ist so ciulenchtcnd, daß die Kvlportirung desselben als ein nicht sehr geschicktes Manöver erscheint. 0. Berlin, iü. August. Die ״Ev.-L. K.-Ztg." berichtet: In der jüngsten Konferenz der Großloge zu den drei Weltkugeln in Berlin fand die neue Versassnng im Sinne des allgemeinen Ausnahmegesetzes nicht die nölhigc Mehrheit der Bundeslogen, und - somit bleibt der Paragraph, welcher die Nichtchristen von der Ausnahme ansschlicßt, auf weitere zehn Jahre in .Kraft. Wenn dasjenige, was über das Wesen des FreimanrerthnmS in die Oefscntlichkeit dringt, wahr sein sollte, daß nämlich die Logen im Dienste wahrer humaner Anschauung arbeiten und den Geist der vorurtheilssrcien Menschenliebe als den Geist des Freimaurerthums erkennen, dann dürfte es freilich schwer zu verstehen sein, wie die Loge eine solche Bestimmung deS Ausschlusses von dem Orden wegen des religiösen Bekenntnisses deS sich Meldenden treffen kann. ..n.. Berlin, 18. August. Aus der jüngsten Versammlung der Sozialdemokraten in! zweiten hiesigen ReichStagSwahlkrcise führe ich als Gegensatz zu bekannten anderen Kundgebungen eine Aenßernng des Stadtverordneten Gocrcki an. Ein Anhänger des Hofprediger Stöcker hatte behauptet, daß dieser niemals Haß, sondern stets Liebe gepredigt habe. Darauf erwiderte Gocrcki: Er könne es nicht fassen, wie man von einem Manne behaupten könne, er predige nur Liebe, der die ärgsten Gewaltthätigkeiten auf seinem Gewissen habe. Er erinnere nur an die Skandalosa in Hinterpommcrrn und an daS Auftreten Stöckcr's in der TiSza-Esstar-Asfaire. — Es ist traurig, daß man mit besonderer Befriedigung von der Ernennung dreier Inden zu Professoren an der medizinischen Fakultät, Dr. Mendel und Di*. Julius Wolfs als anßerordcntliche und Dr. Bernhard Frankel als titnlar Professoren Akt nehmen muß. Ms} 1 a. Wiirzbrןrg, 16. August. Am 12. August ö. I. tagte dahier ״Der Jsraelilische Lchrcrverein für Bayern". Der wesentlichste Thcil der Gcneralversammlnng betraf geschäftliche Mittheilnngen. Nachdem der Vorsitzende, Schuldirektor Stern, in beredten Worten unter zu Grundlage der Talnuidstelle: היוצא ס׳ב׳ה׳כ ל׳ב׳ה׳ם׳ ו׳ב־׳ב׳ה׳ס׳ ל׳ג׳ק׳כ* ראוי לרגל פני שכעת und ה׳ח אין לחם סגוה ב׳ע׳ח׳ז ו׳ב׳ע׳ה׳ב, worunter er die Herren Lehrer verstand, die Anwesenden begrüßte, legte der Kassircr, Dr. Br a un schweig er, ausführlichen Reche ns ch astS bericht ab, ans dem besonders zu ersehen

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