Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1884)
- Article
- Salomonische Spruchweisheit
- Date
- 1884-08-21
- Page
- 533 (sequence 2)
- Language
- German
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033 In seiner Geradheit wandelt, wer Gott fürchtet. Und ohne Halt in seinen Gegen ist, wer Ihn mißachtet. (!4,2.) Wer in ganzer Hingebung an seine Pflicht wandelt, dern wird geholfen. Wer in Krümme Dovvclwcgc sucht, fälit in Einem. (28, 18.) Gottesfurcht ist der einzige Leitstern, der den Menschen über das, was er zu ihm! hat, nicht im Zweifel läßt, sie zeigt ihm die gerade Bahn der Pflicht, die ihm kein Schwanken nach Rechts oder Links zulaßt. Wer aber diesen Leitstern mißachtet, נלוז, der ist losgelöst von jedem Hali, die verschiedensten Interessen, äußere und innere Verlockungen, rufen ihn zu den verschiedensten Richtungen hin und gewinnen abwechselnd Einfluß auf ihn. Oder, wie es in dem zweiten Spruche heißt, er versucht es in sittlicher Krumme gleichzeitig aus דרבים, ans einander entgegengesetzten Doppelwcgcn, und fallt daun sicherlich — da Einer derselben uothwcndig der falsche ist — aus Einem derselben, während Demjenigen, der gar keine äußeren Rücksichten und nur die Stimme der Pflicht kennt, der תמים, mit ganzer Hingebung folgt, tutgesuchter Beistand aus der Höhe wird. * Ist der Weg eines Menschen in fictcm Wechsel, so ist er selbst dern Rechten frcmb. Wer innerlich rein ist, dessen Thun ist gerade. (21.8., Sichst du den Weg eines Menschen in latmen- Haftern Wechsel, so daß du heute nicht berechnen kannst, wie du ihn morgen finden wirst, so sei über zeugt, daß daS Innere eines Solchen nicht, wie cs sollte, dem Rechten und Guten ergeben ist. Wer im Innern klar ist, der ist and) tu seinem Thun und Lassen klar, dessen LebenSrichtnng bleibt sich so gleich, wie die gerade Linie keine Abweichung kennt. (Fortsetzung folgt?. Nnkigkimiltzige MiÄklsiißW.g nis Kiuijitforöcruiig der GMeslchrc. Bon Ludwig A. Noscnihal, Prcdigrr;11 Köthen. (Fortsetzung.) II. Der Auszug aus Egypten rurd die Forderungen des Befreiers. ALS innerer Grund dieser erhabenen Forderung wird im ersten der Zehnwvrw der Auszug sus Egypten angegeben. ״Ich bin der Ewige, Dem Gott, der das Recht hat, bejottbcrcn Danl von Dir;n erwartete, weil er Dich aus Egypten geführt hat." Sage man nicht, diese Wohlthat sei nicht stark genug, um beständige Gegenleistungen eines ganzen Volkes für alle Zeiten zur Folge haben zu können; mit demselben Rechte ließe sich behaupten, daS Geschenk des Lebens sei nicht Grund genug, daß der Ewige von uns Alle Opser verlange. Dentl Euch das Leben hinweg, und die Vorbedingungen alles ErdenwirlenS sind geschwunden. Nehmt jene Besrciung hinweg ans der Geschichte Israels — und wir sind in der Hand Egyptens welker nichts, als ein todtcS Glied der Menschheit. Welches Verdienst konnten sich unsere Vorfahren im Nillande znjchreiben, das sie einer solchen Gnade würdig machte? Daö eine, was imnter wieder angeführt wird, ״bleibt die Willfährigkeil, mit der sie dem göttlichen Befreier in die Wüste, in das unbepflanzte Land" folgten. Nicht umsonst sprechen wir am Sabbath, dem Tage, der uns an die erlangte Freiheit erinnert, nicht umsonst singen wir am Festtage, singen wir selbst am Sedcrabeude jenes נשמת בל הי — kaum wird sich die Größe unserer Verpslichtnngcn gegen den Erlöser attS dem Sklavenhansc, die Winzigkeit all unseres ThnnS dieser hohen Wohlthat GottcS gegenüber irgendwo noch schärfer ausgedrückt finden. ״Wenn Dich schon der Odem aller Lebenden preisen muß, um wie viel mehr ntnß Israel in Dir den unwandelbaren אלהי הראשונים והאחרונים verehren, muß cs anerkennen, daß wir außer Dir keinen Herrscher, leinen Befreier haben, keine Macht, die mehr von uns ZN fordern hätteאלו פינו בו׳ אין אגר פלמפ^קי,[ ,״ ״ בו׳Und wenn unser Mund Dein Lob verkünden könnte, so daß unsere Lieder wären wie die Davidischen Lobgesänge, unergründlich kies wie das Meer, gewaltig an Kraft wie das Wogen seiner Brandung, daß der Sang unserer Lippen, jenem ברבי נפשי׳ gleich, jenem השמים מספרים ähnlich, den Geist die Weiten des Hinunels könnte durchlaufen lassen; wenn die Thatkraft unserer Hände zu Deiner Ehre, wenn die Schnelligkeit unserer Füße, zum Wirken für Dich ztt gelangen, dem Adlerfinge, dem Laufe der Gazellen $11 vergleichen wäre, wenn unser Auge zu diesem Zwecke auch wachsam umherspähte rote Sonne und Mond, wenn eö Tag und Nacht sich gleich bliebe, daS Böse fern zu halten und dem Guten nachznstreben. — wenn wir also wirklich alle von Dir uns verliehenen Kräfte regen zu Deinem Dienste, was dann? Darf der Mensch wohlgefällig auf sich selbst blicken, darf er sobald irgend welches Lohnes gewärtig sein, wähnt er sich schnell am Ziele? Hören wir denn in diesem Sabbalhgcbete den Geist des JudenthumS folgendes Urthcil sprechen: אין אנו ״ מספיקין סו׳Bei alledem kann der Mensch dann noch nicht von sich sagen, daß er Gott für eine einzige aus der großen Kette der göttlichen Wohlthaten gedankt hätte, die sich von den Vätern bis zu uns her-