Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1884)
- Article
- Der erste Elul
- Date
- 1884-08-21
- Page
- 530 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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£0 ist wiederum über dich gekommen השד Raub | und Plünderung, והשבר, Bruch und Vernichtung,! והרעב Hunger und Noth, וההרב Schwert und Mord, und fliracltf Söhne ״ עלפו שכבו בראש נל חוצותvcrschmachten und vergehen, liegend au allen Heerstraßen" ״ בתוא בנברwie ein Wild im Netz". Indische Habe ist zur Beute fcc* Pöbels geworden, die Existenzbcrechtiguug der Juden ist in Frage gestellt, der Erwerb der Inden ist bnrd) Gesetz verkümmert, das Leben des Juden ist gefährdet, und den flüchtigen, hungernden, von Allem entblößten Juden weigert man an allen Orten Luft und Boden, sie gehen elend unter an den Straßen des Völkervcrkchrs, Niemand nimmt sie auf, Alle stoßen sie von sich. Soll Israel den Kelch des Unglücke bis zur Neige leeren und nntergchen?? Und dabei waltet auch im Innern der Bruch, der Bruch mit der Treue gegen Gott, der Abfall vom Gesetze. die Entfremdung der jüdischen Aufgabe, Leichtfcrtigleit lind Gleichgültigkeit. Die Israels Führer sein sollten, sind verblendet und führen das Volk zum Treuvruch und Ungehorsam, erklügeln ein neues Prinzip au Stelle des alten Gebots, predigen eine neue Weisheit anstatt der göttlichen Lehre, und die cs leiten sollten, leiten es zur Lüge, zum unjüdischen Wandel, gehen mit dem eigenen bösen Beispiele voran, verbannen die alten Gesetzes! reuen ans Israels Gemeinden, bringen bei ihren Nathschlägcn zur Abwehr des Leids und zur Besserung des Wandels das Iudenthnm nicht mit in Rechnung, ja, schließen mit Vorbedacht und grundsätzlich die Beobachtung des jüdischen Gesetzes von ihren Erwägtingen aus. Und אין מנהל לה so ist Israel ohne Leiter und ואין פלחזיק בידה und ohne Lenker. — Soll Israel seines geistigen Schatzes und seiner hehren Bestimmung für die Menschheit für immer verlustig sein? Hat Gott es darum bitrd) die Jahrtausende auf Adlersfitligcn getragen, um cs nun in den tiefsten Abgrund hinabschlcudern zu lassen durch der Feinde Wulh, durch den eigenen Leichtsinn und Frevel? Oer erste Elul mit seinem für die großen Tage des ersten und zehnten Tischri vorbereitenden Schofar׳ ruf bringt uns die trostreiche Antwort auf diese bange Frage. Denn an diesen! ersten Eltil hatte Gott einst und) der großen Egelsünde gesprochen: ״ich werde ans die Tafeln die Worte schreiben, die ans den ersten Tafeln gewesen, welche du zerbrochen hast." Das damalige Israel, welches unter dem frischen Eindrücke der erhabenen Offenbarung am Sinai Gott die Treue gebrochen und das Herolds- und Priesteramt verwirkt halte, war von Gott nicht verstoßen worden, Gott würdigte cs wiederum seiner Gnade und vertraute seinen Händen auf's Neue die Tafeln des Zeugnisses, das sichtbare Zeichen seiner Offenbarung an. Die Berirrungen Israels lösen nicht auf immer das Band, das eö mit Gott verknüpft. Israel hat stets auf's Neue wieder das alte Gesetz, dem cs treulos gewesen, empfangen, um es zu erfüllen in dem ganzen Umfange seiner Verpflichtungen. Und mit dem erneuten Gelöbniß des Gehorsams kehrt Gott zu ihm wieder und läßt es seiner Gnade und seines Schutzes wiederum theil׳ hastig werden. Und darum ist auch an uns das Wort Gottes gerichtet: ״ אנבי אנכי הוא מגהמבםIch, — ich bin eS, der euch Trost gewährt!" Erkenne doch deine Aufgäbe, begreife dich in dein ein hohen, einzigen Berufe! Du solltest dich vor Sterblichen fürchten, zittern vor dem Grimm des Drängers, wenn er dich zn verderben sich auschickt? Ich bringe zum Schweigen das brausende Meer gerade in dem Augenblicke, wo seine Wogen am heftigsten tosen. — Und dir habe ich mein Wort in den Mund gelegt, habe dich;um Verkünder meines Gesetzes an die Menschheit erkoren — darum berge ich dich in dem Schatten meiner allmächtigen Wallung. Wir vernehmen das Gotteswort, wir hören den Schofarruf, wir vertrauen auf Gottes allmächtigen Schutz, wir kehren zn Ihm zurück und seinen Geboten, nur bleiben erhalten für die hohe Bestimmung, das Göttliche, das Bewußtsein von der Herrschaft Gottes in der Menschheit Kreise zn pflanzen, und dadurch allen irdischen Verhältnissen die rechte, wahrhaftige Dauer zn sichern. Das Gottesprinzip zur granitnen Grundläge aller irdischen Gestaltungen in die Menschheit einznfnhren, den Himmel auf Erden zn bringen und die Erde zum Paradiese umznwandcln — das ist der Inhalt der jüdischen Mission. Für diese Mission ist Gott unser Beschützer; und seine Allmacht spottet der ohnmächtigen Wuth der Sterblichen, die den Gottes- Herold vernichten wollen. Trotz der scheinbaren Uebermacht der Feinde Israels, trotz unserer Schwäche und Verirrung naht doch der Tag, an welchem Gottes Allniacht allen Völkern offenbar sein wird und sie in der Israel zn Theil werdenden Hülfe die allgewaltige Hand Gottes erkennen werden: 'השף ד׳ את זרוע קדשו לעיני כל הגוים ובו. Die Vorbedingnng ist aber, daß wir uns würdig erweisen unseres Berufes, daß wir seiner walten in Treue und Lauterkcit des Herzens, daß ans unserer Mitte Gleichgültigfeit, Lässigkeit, Uncmpfänglichkcit für die ewige Wahrheit weiche und wir uns Gott und seinem Gesetze weihen in vollster Hingebung. 'הבדו נשאי בלי ד! Dann wandeln wir sicher durch die Reihen der Völker, durch die Jahrtausende der Geschichte, Gott ist es, der vor uns hcrzicht, wir folgen seiner Spur, unbeirrt von dein Dränen der Feinde, von dem Grimm unserer Hasser und Neider, von dem Angriffe unserer erbitterten Gegner.