Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1884-07-24 · Heft 30 (24.7.1884) · p. 471

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 30 (24.7.1884)
Article
Chesed ve-emet Wohlthätige Wahrheit
Date
1884-07-24
Page
471 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2932754-2933049-2933079-2957887--16208-2957937
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

41 statteten sei, mit der erwähnten das?ulangebot detreffcnbcn Bestimmung gar nicht verglichen werden kann; denn sür dieses Gebot genügt, wie eben uachgcwiesen, ein ,׳־i'.'kH קניין ך*.גדף eine für eine gewisse Zeit slattgesundcne Erwerbung des Objektes: sür die Nealisiruug der im jüdischen Becrdigungsgefctze liegenden Anforderung eines קנו־ ist aber schon begrisslich eine auf eine beschränkte Zeit srattgefnndene Besitzcrwcrbnng cmsgeschlosscn, da eine dem Bestatteten ans immer bleibende Grabstätte selbstredend nur durch ein für ewige Zeit erworbenes Eigcnthumsrecht erlangt werden kann. Es ist daher evident, daß auch die ans קצות ההשן vom Verfasser angeführte Stelle für die vorliegende Frage gar nichts beweist. (Fortsetzung folgt/- MachLgestirne. Historische Novelle aus der Fendalzcit Ungarns Von Sam not Verth old Rosncr. (־J!iu1itivint i'crt'oti'ii ,!. Uclicr jcniniiiortdu vorbei,alicn. (Fortsetzung.) In den Angen des Pfarrers leuchtete eine frohe Befriedigung auf. ״Hat sie Dir das wirtlich gesagt, meine Tochter? Damit Du cs aber weißt, will ich Dir sagen, daß ans diesen Tüchern allerlei ketzerische Zanbersprnchc eingeslickt sind, die einen ehrlichen Ehristen leicht ins Verderben stürzen köttnen. Also eben dieses Tuch, auf bcin der Name des Inden Rohrbach ansgc stickt ist, mllßt Dit mir bringen, damit ich Dreh daditrch von ewiger Verdammnis; befreiet! könne." ״Ehrwürdiger Vater," wagte Mara furchtsam einzuwenden, ״ich Hab' noch nie meine Hand nach fremdem Gute ansgestrcckt. Wie kann ich das Tuch bringen, da cs ja doch dem Inden gehört?" ״Und willst Dn der ewigen Höllengnal anheimfaklcn," rief der Pfarrer donnernd, ״tvillst Deine Seele für ewige Dauer der Gewalt des Teufels überliefern? Ein guter Ehrist muß sür sein Seelenheil alles thtm, was ihm sein Beichtiger befiehlt. Dn bringst mir das Tuch, und ich erthcilc Dir Absollilion für alle Deine Sünden. Sobald Dn aber zu irgend einem Wesen auf der Welt von dein Tuche Erwähnung thnsl, so hört die Absolution auf, und Deine Seele verfällt wieder unrettbar den Krallen des Teufels!" Diese mit Nachdruck und drohend gesprochenen Worte!nachten auf die alte Bäuerin einen tiefen Eindruck, sic küßte die ihr vom Pfarrer dargercichte Hand und entfernte sich langsamen Schrittes ans dem Beichtstnhle, gefolgt von den triiunphircnden Blicken des Pfarrers.-— Die Bretter der Laubhütte waren bereits abge- 1 brachen, das Fest war vorbei, in zwei Wochen sollte Hochzeit gemacht werden. Die Tage waren schon kurz, trübe und stürmisch. Wenn sich die Natur rauh von uns abwendet und uns in. die vier Wände unserer Wohnung verweist, und wieder, wenn sie die düster!! Insignien der Winterzeit, Wolken, .?kälte und Dunkelheit von sich abstreist und auf's Nene in prangendem Ingendrei; uns entgegenlächelt, in! Herbst und im Frühling, diesen zwei Wendepunkten, des Jahres, da fühlen zarbesaiiete Nrenscheu das Bedürfnis;, in dem Schachte des eigenen Innern sich zu verliefen, und ein vielgestaltiges Gcmnthslcben entwickelt sich bei ihnen. Lcah befand sich in einer ähnlichen Stimnumg. Stundenlang pflegte sic sinnend in ihrem thcnrcn Blnincngärtehcn zu sitzen, )venu der Herbsnvind die trübe Wolkenhülle des HinnnelS bewegte und raschelnd durch die welkenden Vlnincnstränche und Baume fuhr, manch abgesallcncs gelbes Blatt vor sich hinwirbelnd. Was wird das Ende des armen Blättchens sein? Wie jngcndfrisch und kräftig hat cs sich einst aus der Knospe znm hoffnungsvollen Dasein emporgcrnngcn, wie sehnsnchterweckend schmetterten damals die Melodien der Nachtigall, wie goldig war der Sonnenschein! Und nun? Die Lcbmskräslc sind ansgcdorrt, der Hinunel ist trübe und lichtlos, die Atmosphäre ist rauh und kalt — so geht cs ans den Schwingen des Todes ins Grab! — Nach diesen und ähnlichen wehmnthsvollcn Träumereien, da es Lcah war, als griffe eine eisige Hand in ihre Seele, pflegte sie Trost und Beruhigung in den! Kreise ihrer Lieben zu schöpfen. Wenn ihr so wchmnthig zu Muthe rvar, als n׳ärc sic jenes arine, abgcpflückte Blatt, das der Wind vom Stamme reißend in Sturm und Noth dem Untergänge enlgegentreibt, da richtete sie ihr uicdergebcngtcs Geinüth an dem beseligenden Gedanken auf, daß sic ja doch nicht so ei!!- sau! und verlassen sei, daß sie ein liebendes Elternpaar, einen zärtlichen Bräutigam besitze. Das Elternhaus wurde ihr zun! sichern Port, wohin sic ans den s!ürn!ischeu Schwankungen des Gemnthes zu flüchten pflegte, und je näher die Zeit der Trennung von demselben kam, desto inniger empfand sic das Gefühl der Liebe und Anhänglichkeit dafür. Auch das Genn'UH der Eltern war freudig erregt durch die Beschäftigung mit den Vorbereitungen zur Hochzeit des geliebten Kindes. Dieses in jedem der drei Familienmitglieder rege gewordene innige, vielfach von dem (Gedanken der bevorstehenden Trennung durchwehte Gefühl der Zärtlichkeit und Liebe hatte das Hans zn einen! Tempel elterlicher und kindlicher Hingebung geweiht. Eines überbot das Andere an zarter Ansmerksainkeit, und gleichsam, wie durch ein geheimes Einvernchiuen der Geister, crricth ein Jedes den Idceugang dcS Andern. Der Wind fuhr pfeifend durch die spärlich be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.