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Jeschurun · 1884-07-17 · Heft 29 (17.7.1884) · p. 460

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 29 (17.7.1884)
Article
Österreich-Ungarn : Aus Transleithanien [Nachricht]
Date
1884-07-17
Page
460 (sequence 2)
Language
German
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460 Icibljaftißcn Ritter von Jstoezh'S heiligem leiste auf sie zu unternehmen sich vorbcrcilcu. Harren wir der Stellung, welche -Herr von Tisza eiunchmeu wird. .Hoffentlich wird er etwas ׳?luderes thun, als sein Herr Kollege Panter, der für uns nur den ״wohlwollcuden" Rath hatte, unsere Jugend in manchen Komitaten besser herauznbildcn: hoffentlich wird er statt dessen die-Herreit Antisemiten etwas kürzer im Zügel halten. § Krakau, 10. Juli. Dieser Tage passirten zirka zwanzig jüdische Familien aus Rußland, die nach Amerika reisen, die Stadt. ES fiub darunter kräftige junge Vcutc, welche dem Handwerkerstände angehören. Dieselben erzählten, daß sie in ihrer russischen Heimath verfolgt wurden und in großem Elende lebten. Sie haben Alles verkauft und reisen ohne fremde Unterstntznng. Holland. -0- Amsterdam, im Juli. Herr Professor K neuen hat sich auf vielfaches Ersuchen bereit erklärt, unter Mitwirkung verschiedener anderer Gelehrten eine neue holländische Uebersetzuug aus dem jüdischen Urtexte zu veranstalten. Bei Gelegenheit eines Aufrufs zwecks pekuniärer Unterstützung dieses Unternehmens bemerkt der ״Nieuwe Amsterdamsche Eourant Algcmeen .HaudelSblad" (das größte holländische Organ): ״Wir fügen diesem Aufrufe die bescheidene vielleicht überflüssige Anmerkung bei, die neue Uebersetznug nicht ohne -Heranziehnng jüdischer Gelehrten, von welchen mau erwarten kann, daß sie vollständig uu lait sind, vor zu nehmen. Ohne den übrigen Gelehrten zu nahe $11 treten, darf man doch wohl annehmen, daß die gründliche Kenntuiß der hebräischen Sprache, sowie der Bibelerklärungen, welche iw dieser und verwandten Sprachen gcschriebcit sind, hauptsächlich bei den israelitischen Rabbincn zu finden ist und deren Mitwirkung daher bei der Anssührung der gestellten Aufgabe von größtem Bortheile sein kann. Belgien. H Brüssel, 9. ftiüi. Man hat auch hier versucht, eine judenfeindlichc Saat auszustreuen und zwar durch die Gründung eines antisemitischen illustrirten Wochenblatts. Dasselbe ist aber schon in dem zartesten Alter eines sanften TodeS verblichen. Die Negierung hat das fernere Erscheinen gleich nach der Ausgabe der ersten Nummer verboten. E u gl and. * London, 11. Juli. Unter zahlreicher Betheiligung tvurde die dreizehnte Jahresversammlung der Anglo-Jewish-Assoeiation abgehalten. Baron -Henry de WormS führte den Vorsitz. In seiner die Ver- Handlungen einleitenden Rede konstatirte er, daß ״die Verfolgung der Juden" nur noch in zwei europäischen Ländern exislire, nämlich in Rußland und Niliiiänien. In crsterem Lande hätte sich die Lage der Juden im vorigen Jahre cttvaS gebessert. Dies sei thcilS den Bemühungen der Assoeiatiou, theils dem Umstande zuznschreiben, daß General Jgnatiess nicht mehr zu den Ralhgebcru der Krone gehöre. Was Rumänien anbeniffi, so habe die gesetzgebende Körperschaft dieses Staates sich gegen die Unterzeichner deS Berliner Verträges von 1878, welcher die Emanzipation der ruinünisehen Juden stipulirt, eines TrcubruchcS schuldig gemacht; denn sieben Achtel der jüdischen Bevölkerung Rumäniens litte noch inuucr unter de« früheren Einschränkmigen. Jüngst hätte er (WormS) die Ausmerkfamkeit der britischen Regierung aus diese Zustände gelenkt, und Lord Edward Fitzmanriec versprach, daß der Gegenstand in reifliche Erwägung gezogen werden würde. Frankreich. * Bordeaux, 7. Juli. Eine in Algier von <;00 Personen besuchte Volksversammlung beschloß die Gründung einer ״Ligue Franeaise" für die Abschaffung des Dekrets Eremienx, welches die politische Gleichberechtignug der Inden statuirte. V An 6 Südfrankreich, 13. Juli. Hierländische Zeitungen berichten: Der anlijeminschc Skandal iu Algier hat endlich unfgchört. Die Ursache war eine seit jeher bestehende Gereiztheit zwischen den kolonisirten Europäern und den heimischen eingeborenen Inden. Die erste Schlägerei gab es während einer Balllomitee Sitzung, die zweite am folgenden Tage bei einem Promenaden Konzert auf dem Platze Breston. Einige junge Franzosen hatten sich damitamüsirt, die anwesenden Juden zu verspotten, worauf einer der Letzteren sich hinreißcn ließ, zu sagen: ״Die Franzosen sind Feiglinge'. Man'hat sich davon im Jahre 1870 überzeugt." Dies brachte Zoruesslainmeu zum Ausbruchc; es stürzten etwa -100 junge Burschen mit dem ')tust: ״Tod den Juden!" gegen die Opfer, und schreckliche Szenen folgten. Am Sonntag mischte sich der fremde Pöbel in den Streit, Spanier, Malteser, Italiener rc., und nun begann die Plünderung der Magazine in den Straßen Bab cl-Oncd, Aab-Azonm, Plaec de EhanreS, welche bis Dienstag bauerte. Man demolirte die jüdischen GeschästSlädcn und ftiivmtc das Theater. Ein gewisser Tnbiana, der geplündert worden j war, eilte in den Geme'mderalh, warf dem Maire die \ Schlüssel seines Ladens vor die Füße and rief: ״Man j beraubt, man bestiehlt uns, woher falten wir die Steuer; zahlen können'? Wir genießen keinen Schutz; da nehmt; euch meine Geschästsschlüsscl!" '! Rumänien. I || Aus Nttinnnieu. Es wird in der Presse

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