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Jeschurun · 1884-07-10 · Heft 28 (10.7.1884) · p. 441

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 28 (10.7.1884)
Article
Noch ist es Zeit!
Date
1884-07-10
Page
441 (sequence 1)
Language
German
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M 2S. Jeschttirm. 441 Mach ist es Zeii! (5 tue M ah n tt n g des 17. Tatnus. Bc>u Icdidj.th. Der Kampf begann, und Zion s Mauern wankten, Es zog der Feind zn wildem Sturm heran; Was hals's, daß da die zagen Herzen bangten, Da ja den Sieg der Ucbermuth gewann. Von feilt cm Gott, der schützend cs geleitet, Halt' Israel sich frevelnd abgewandt, Der Zortt, den es dem Einigen bereitet, Hat wider es den grimmen Feind gesandt. Doch Gottes Langmnth würde ihm verzeihen, Beugt' es den harten Nacken vor ihm jetzt; Kehrt' es zurück . und seiner Feinde Dränen War' noch von Gott ein hemmend Ziel gesetzt. Noch war cs Zeit! Noch könnt' es Gott versöhnen Durch Neu' und Dcmttth,- folgt cS dem Gebot — Doch voller Trotz!hat es der Mahnung höhnen, Hat des Propheten Leben wild bedroht. Noch war cs Zeit! Noch war nicht ganz erblichen Das Licht der Rettung in der Gottesstadt, War' sie noch jetzt vom Sündenpsad gewichen, War' ihr zum Heil gedreht das Schicksalsrad. Noch war es Zeit! Doch Blindheit hielt befangen Die Augen Israels, es schaute nicht Den Weg des HcilcS, den cs einst gegangen — Drum traf es Gottes schweres Strafgericht. — — — Jahrhunderte sind jetzt dahingezogen. Und wieder drängt ein Feind die Gottcsschaar, Es schlagen hoch des wilden Hasses Wogen, Und Iudah bebt in tödtlicher Gefahr. Was hilst's, daß man auf Menschenliebe bauet? Was Hilsts, daß Alles heute aufgeklärt? Wenn ntan des Höchsten Hülfe sich vertrauet, Würd' bald der Feinde Stürmen abgewehrt. Doch Gottes Hüls' erheischet sich zu beugen Und treu zu solgcn seiner Lehre Wort — Gehorsam dem Gebote uns zu zeigen, Verlangt von uns jetzt Jndah's treuer Hort. Noch ist cs Zeit! )Loch ist nicht ganz geschwunden Der Stern der Hoffnung, den uns Gott gesandt — Sind wir in Treu' dem Ewigen verbunden, Wird uns Erlösung nah'n durch Gottes Hand. Noch ist cs Zeit! O, möchl' erkennen wieder Das Volk des Herrn, daß noch Rettung winkt! Erwacht, erwacht aus eurem Schlummer, Brüder, Auf daß zu Gott der Reue Stimme dringt! Noch ist cs Zeit! Wohlan denn, laßt uns eiten! In Voltes Wegen ist die Sicherheit. Aus, ans! Nicht länger in dem Finstern weilen! Zurück ztt Gott, .mein Volt, noch ist es Ieit. Korrcspolldciizcil und Mchfichlett. Deutschland. * Frankfurt a. M-, 2. Juli. Gestatten Sie mir, geehrter Herr Redakteur, eine Spalte Ihres geschätzten Organs, das einen mächtigeren und weiter reichenden Einfluß attsübt, als Sic vielleicht ahnen, mn einen Mißstand ztt rügen in einer Institution, die zn den herrlichsten und segensreichsten zählt, welche den Boden des Indcnthnms entsprossen. Ich habe den hiesigen Franenvcrein im Auge, dessen Aufgabe cs ist, den sterbenden Schwestern in der letzten Stunde zur Seile zu stehen. Leider tvidmct steh von den Mitgliedern nur eine geringe Zahl dieser schtvcrcn, aber erhabenen Pflicht. Manche glauben sich ihrer Obliegenheit, thätig cinznstehen, durch eine Stcllvertreterin entledigen ztt können. Statt, wie es sich geziemte und von den Männern geübt wird, den Sterbenden nicht ztt verlassen und sich itt der Wache bei detnsclbett durch einen cinzuführendcn und getreulich entznhaltendcn Turnus abzttwechselu. so daß zu jeder Tagestntd Nachtzeit und unabhängig von-Rang mtb Stand, jede sterbende Frau von den Mitgliedern, welchen die Reihe trifft, umgeben ist, ruht die!virkliche Wahrnehmung dieser frommen Pflicht auf den Schultern einiger weniger Damen, sic in derselben unermüdlich sind. Es reicht aber deren Kraft tticht aus für alle Fälle, und da dürfte cs wahrlich an der Zeit sein, daß eine Persammlung aller Vereinsniitglicder einmal ftattfdnbc, in welcher sich Alle ausnahmslos verpflichteten, des heiligen Dienstes ztt wallen, wenn er sie trifft; und sich getobten, keine Opfer ztt scherten, um dieser Pflicht auch pünktlich Folge ztt leisten. Ich habe geglaubt, diese Anregung hier gebet׳, zn sollen, und lebe der frohen Zuversicht, daß unter unseren -Frauen die Liebe tntd Begeisterung für die fromme Weise unserer Ahnen kräftig genug ist, tun dem Frauenvereine den alten Geist echt jüdischer Menschenliebe auf's Neue einzuhanchen. VVritas. 0. Bad Nauheim 8. Ittli. Das Folgende durste auch in weiteren Kreisen nicht.ohne Interesse sein. Die hiesige ״Nanheimer K'nrliste" brachte mir fetten Lettern ohne Unterschrift am 28. v. M. ein Inserat folgettden Wortlauts: ״Man beabsichtigt, ähnlich wie in Ems, den christlich gesinnten Kurgästen Gelegenheit zu gc-

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