Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1884)
- Article
- Chesed ve-emet Wohlthätige Wahrheit
- Date
- 1884-07-10
- Page
- 438 (sequence 2)
- Language
- German
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438 bezeichnet קנרות תנדני׳ צרכי רביב נינתו, und wird die zwischen den Gcmcindcbcgräbnißplützcn und den Gcmcindcshnagogen bestellende Analogie nachgewiesen נית הקברות של נדני; דענידי אדעתא דנ״ע צרני רני׳ דרבי׳ שתי רני׳ ישתו וא״ב השיני בבתי ננסיות של נרנין דעבדיגהו אדעתא דני׳ ע• Hieraus ist erficht-!ich, daß unter Verhältnissen, in denen die in der talmudischcn Literatur erwähnten Privatbegräbnißplätze nicht bestehen, die Erwerbung eines der Gemeinde als vollständiges Eigcnthum zucrkanntcn Bcgräbnißplatzcs zu den ת״ס קס״נ א' תנת erwähnten צרבי העיר gehört, daß daher die jüdische Gemeinde verpflichtet ist, sich einen Bcgräbnißplatz zu verschaffen, über den Niemanden, der die jüdische Fricdhofspflicht nicht zu erfüllen hat, irgend ein Verfüg ungsrccht zu steht. (Fortsetzung folgt.) M den!!11prif1j)m ' .. 11. Aus Obernngarn. Die bandtagswahlcn sind bis auf etwa sieben Bezirke, worin kein Kandidat eine absolute Majorität erhielt, zu Ende. Sic sind ohne besondere Ausschreitungen abgclanfen, weil die Ncgierting zufolge der in den Vorwahlen stattgcfnndcncn Exzesse überall die nöthigcn Vorsichtsmaßregeln zur Verhütung derselben getroffen hatte. Die Zahl der zur Regierungspartei gehörenden Abgeordneten übertrifft ttm 53 die Zahl aller anderen Parteien. Jüdische Abgeordnete sind 7, die Zahl der Anüsemiten-Abgeordneten ist 17, also um lO mehr als bisher. Nukraut schießt schnell auf! Ganz unbekannte Größen wagten cS, gegen anerkannte Größen als Kandidaten aufzustehen und trugen den Sieg davon. So bewährte sich der Fluch des Propheten Jesaja's: הנער ירתב ״ בזקן והנקלה ננננדDer Neuling triumphirt über den Bewährten, der Unwürdige über den Angesehenen". Und was vcrhals ihnen zu diesem unverdienten Siege? Nichts anderes als die unwürdigsten Mittel. Diese sauberen Kavaliere versprachen den Wählern, ihre Hauptsächlichste Thütigkcit für die Austreibung der Juden cinzusetzcn und zwar im Gefolge einer Berthcilnng des jüdischen Vermögens unter die wackeren Wähler. Kann man sich etwas Herrlicheres denken, als die denselben eröffnet« Perspektive? Durch die Wahl der sich, selbst lobenden Kandidaten erweist man sich als guter Patriot und erhält auch außerdem schöne Aecker, Wiesen, Weiltberge, Pferde, Rinder und baarcs Geld! Das mußte ziehen, und cS hat gezogen. — In manchen Bezirken gab auch die untere Geistlichkeit ihren Segen zu diesem patriotischen Vorhaben. Der würdige Theil der gewählten Abgeordneten betrachtet aber den Antisemitismus als Schmähung, so daß zweiNcngewahlte, welche der wegen Veruntreuung der für die armen Esangsier-Ungarn gesandten Gelder noch verdächtigte Julius Vcrhovah in seinem Antisenütenblatte ״Függctlcnsüg" (Unabhängigkeit) zu den Antisemiten zählte, sich energisch in den Zeitungen dagegen verwahrten. Die Schicksale Perhovay'S selbst bezeugen ebenfalls, daß der bessere Theil des Volks der Juden- Hetze feind ist. Als dieser chrcnwcrthe Herr cs wagte, in cincnt Wahlbezirke PcstS gegen den Veteranen Jranhi als Kandidat aufzutrcten, erlitt er ein schmähliches Fiasko. Unter über!300 Wählern brachte er cS auf 30, schreibe dreißig Stinnn.cn. Viel weiter brachte er cS aber in Mako, wo er vor Abhaltung einer großen antisemitischen Wahlrede, ans welche er, trotz behördlicher Ermahnung, nicht verzichten wollte, mit sechs Soldaten zur Stadt hinaus begleitet, alias schubirt wurde. An demselben Abend brachte die dortige Bürgerschaft dem Vizcgcspan einen großartigen Fackclzug als Ausdruck ihrer Anerkennung. für dessen Vorgehen gegen den Ruhestörer. In Mako konnte denn auch der bishcrige antisemitische Abgeordnete SM nicht durchdringen. Sehr viele Abgeordnete von den verschiedenen politischen Parteien wiesen in ihren Programmreden aus die Ungerechtigkeit und Gefährlichkeit des AntisemitismuS hin. Dies thar z. B. Graf Theodor Andrassyi, Sohn des gewesenen ungarischen Minister- Präsidenten und später Minister des Äcußcrn, des Grafen Julius Andrasspi, in seinem Wahlbezirke Galßötsch, am 8. Juni; ferner der berühmte Liberale Depntirte Albert Versowitzi in Eperies, so auch der Dcpntirte Alexander Dordai in seinein Wahlbezirke Nagy-Engcd (Siebenbürgen). ES würde zu viel Raum bcnöthigcn, wenn wir alle Diejenigen namhaft machen wollten, welche dergestalt sich gegen den Antisemitismus wendeten, Doch können wir cs nicht unterlassen, auf die Wahlrede unseres eben nicht im guten Rufe der Judenfreundlichkeit stehenden Kultusministers, Herr Aug. Trefort, vom 22. Juni in Preßbnrg, wo der wüthende Antisemitcnführcr Simon Jvcmh gegen die Juden hetzt, hinzuwciscn. Dieselbe ist in Nr. 26 dieser Zeitung im Anszuge mitgetheilt worden. So betrübenb demnach auch das Faktum des bedeutenden Zuwachses von antisemitischen Abgeordneten erscheint, so bieten dennoch die bei diesen Wahlen zu Tage getretenen Kundgebungen der frohen Hoffnung Raum, daß der augenblicklich erfochtene Sieg der Antisemiten der letzte sein möge, dessen sie auf ungarischem Boden theilhaftig werden. Der Antisemitismus hat sein ganzes Arsenal in Aktion gesetzt; er verfügt nicht mehr über ein weiteres. Man hat ihn in seiner vollen D$06+/C