Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1884)
- Article
- Holland : Amsterdam [Nachricht]
- Date
- 1884-07-03
- Page
- 430 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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430 Schlitz zn nehmen, Sie vor Unglück zu behüten und! Ihnen in langer Lebensdauer Seinen unerschöpflichen : Segen zn gewähren. I. A.: Der ״Centralen Eommissic u. s. w." Die Pcrrnancnte Connnissic. gcz. L. P. Jacobs, Vorsitzender. M. L. van Anieringen, Sekretär. A Ans Holland, 25. Juni. Es dürste die Leser dieser geschätzten Zeitschrift wohl ntteressircn, Einiges ans den Verordnungen bezw. der Zulassung als Mohel in unserem Lande zu erfahren. Die Hanptartiket dieser Verordnungen, fcstgestelltvon der ״Eeutralcn Eommissic", lariten: Art. 17. Das Diplom der Zulassung wird dem Kandidaten nur erthcilt, nachdem er den Beweis beigcbracht, daß er in Gegenwart von zwei Mohclim, oder eines MohclS und eines Arztes, zwei aufeinanderfolgende Bcschncidungcn in genügender Weise vollzogen. — Art. 18. Soll ans irgend einem Grunde das Diplom der Zulassung als Mohel zurückgezogen, oder dieser seiner Funktionen enthoben werden, so ist von der bctr. Gemeindevertretung davon unter Angabe der Gründe der ״Permanenten Eommissic" Mitthcilung zn machen. Diese entscheidet darüber nach geschehener Untersnchung und nach Bcrathung mit der PrüsungS- Kominission (für Mohclim). Von der Zurückziehung des Diploms oder der Enthebung des MohclS von seinen Funktionen wird öffentlich Kmntniß gegeben. — Art. 20. Es ist dem Mohel bei Strafe der Einziehung des Diploms oder Enthebung von seinen Funktionen verboten: a. Kinder über 30 Tage oder Erwachsene anders als in Gegenwart eines Arztes zu beschneiden, b. im ersten Jahre nach seiner Zulassung eine Bcschncidnng anders als in Gegenwart eines MohelS oder Arztes zu vollziehen. F r a h! r c t ch. :i: Marseille, 30. Juni. In Algier sind gestern große Judcnhetzcn anSgcbrochen. DaS Judenviertel wurde geplündert und das Theater Malakow zerstört. Militär mußte entschreiten und alle Plätze besetzen. Taluittdische Weisheit, 400 höchst interessante märchenhafte Anssprüche der Rabbincn, direkt ans der Quelle geschöpft >»nd dem christlichen Volke vorgctragen, von 1)r. JustuS, Verfasser des ״Judenspicgcl". Paderborn 1884. BonifacinS-Druckerei. ES ist traurig, daß man genölhigt ist, eines solchen janunervollen MachtvcrkS Erwähnung zu tbuu. Wir haben aber mit den! früheren gleichen Produkte desselben Skribenten die für die deutsche Wissenschaft und dem deutschen Bidersnm beschämende Erfahrung leider machen müssen, daß ein Pamphlet wie der ״Judcnspicgcl" nicht nur bei den Nicdrigststehenden Beachtung finden konnte, sondern daß es sogar von Gebildeten als Autorität ituo Duelle ihrer Kenntniß des JndenthnmS betrachtet und benutzt wird. Es half nichts, daß die Aigen- Hastigkeit ׳und Unwissenheit deS ״Judcnspiegcl" von kundiger jüdischer und christlicher Seite überzeugend dargclegl wurde man zitirt ihn dennoch und steinpelt den pseudonimen Schreiber zn einem gelehrten Rabbiner. Beiläufig bemerkt war eS uns höchst interessant, anö Nr. 25 der ״Indischen Presse" $u ersehen, daß dieser Dr. JustuS ehemals Brimann hieß, der einige Tage vor seinem Uebcttritte vom Jndenthum Zllm Ehristcnthum noch die Gefälligkeit deS Herrn Rabbiner Dr. Hildeshcimer in Berlin in Anspruch nahm. DaS oben angeführte neueste Pamphlet stellt sich in Tendenz, Form und Inhalt dem ״Judenspiegel" ebenbürtig zur Seite. Auch eS sucht das Judenthum in den Augen unserer nichtjüdischen Mitbürger herabzusctzcn, auch eS schreibt Sätze aus jüdischen NcligionSqnellcn entstellend 6uS, auch eS hat eine Lüge zur Voraussetzung. ES sind diese 400״" Aussprüche nämlich nichts anderes als agadischc Aussprüche, von welchen das ״Vorwort" dem Publikum die Lüge ansbindet, daß MaimonideS in seiner Vorrede zn Scrrim sagt: ״Jeder Jllde muß alle Erzählungeu deS heiligen Talmud im buchstäblichen Sinne glauben, und darf sic keineswegs allegorisch deuten." Jeder Kundige weiß, daß daS gerade Gegenthcil der Fall ist und in dieser Einleitung dcö Marinoindes ganz ausdrücklich z. B. eine sehr eingehende, tiefe Erklärung dcö von JusluS-Brimann als eine Probe rabbinischer Narrheit angeführten Satzes Berachoth 8: אי; לה׳ק׳ב׳ה 2עולמו אלא ארבע אמות על ד־#לפה 2ל2ר gegeben ist, wobei gerade nachgewiesen wird, daß derselbe nicht in dem buchstäblichen Wortsinne zn verstehen sei. Diese falsche Vorspiegelung von der Ver- Pachtung der Juden, die Parabeln und Allegorien lediglich in ihrem Wortsinne nach zn nehmen, bildet aber die Basis der JustuS'schen Schrift. Dieselbe beruht demnach auf Lüge und Täuschung. Wir haben eS nicht für überflüssig gehalten, dieses in der Kürze anznjnhren, weil cs nichts weniger als unzweifelhaft ist, daß, mit diesem Pamphlet in der Hand, mmt versuchen wird, daS Jndenthum lächerlich zu machen. Der ״Erklärung^ der gesetzcstrcucn Nabbiueu in Nr. 26 haben sich noch die Herren Rabbiner Dr. Carledach zu Lübeck, Rabbiner M. L. Faust zn G'oltciutsch, Provinzialrabbiuer Dr. Koref zu Hlinau, Rabbiner Dr. Stiebe! zn Straßburg (Qstpr.j, Rabbiner Dr. Grünseid z!! Königsberg i. Pr. angcschlossen.