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Jeschurun · 1884-07-03 · Heft 27 (3.7.1884) · p. 423

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 27 (3.7.1884)
Article
Chesed ve-emet Wohlthätige Wahrheit
Date
1884-07-03
Page
423 (sequence 2)
Language
German
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423 lehrt, daß ר׳ אליעזר sagte, das; für Kinder auch von Erwachsenen nichts erworben werden kann: die Mischna folgt aber, wie in der darauf sich beziehenden Talmudstelle gezeigt wird, ר׳ יהודה, nach dessen Min Heilung auch von ר' אליעזר gelehrt wurde, daß für ein Kind durch einen Erwachsenen etwas erworben werden kann. Um nun dies nicht ganz zu ignoriren, erwähnt der Verfasser wohl, daß nach ד׳ מאיר von ר׳ אליעזר den Kindern die ErwerbSsähigkeit vollständig abgcsprochen wurde. Nach der Darstellung des Verfassers mußte man aber glauben, daß, der jüdischen Rechtsnorm gemäß, Kinder auch durch Erwachsene nicht in den Besitz eines EigcnthumS gelangen können, und daß im jüdischen Rechte die. von R. Meir angeführte Meinung des R. Elicser als Beweis hierfür angenommen sei. Daß dies falsch ist, haben wir bereits bewiesen und ist auch aus 4,8 הל׳ זניי׳ ומתנה, sowie aus 243,18 העץ משפט ersichtlich, wo auf Grund der angeführten Mischna gelehrt wird: זנין לקטן אפילו בן יום אהד, daß man sogar für ein erst Einen Tag altes Kind Eigenthum erwerben kann, was in מגיד משנה und בית יוסף als פעוט בהרבה מקומות bezeichnet wird. Die vom Verfasser als Beweis angeführte Meinung ist daher nicht angenommen; nach ר׳ יהודה und nach der מענה hat auch ר׳ אליעזר gelehrt, daß für ein Kind durch einen Erwachsenen Eigenthum erworben werden kann, und nach ר׳ מאיר, dessen Mittheilung gemäß ר׳ אליעזר das Gegenthcil lehrte, ist ר׳ יהושע der Meinung des ר׳ אליעזר cntgcgengctrctcn. Es 'ist daher unbegreiflich, wieso der Verfasser, der sich gegen die Mischna auf N. Meir stützen will, von dessen Worten nur den ersten Theil annimnit, aber den Schluß ר׳ יהושע אומר בגדול אמרו קל והומר לקטן nicht nur unbeachtet läßt, sondern sogar im Gegensätze zu dem, was von ר' מאיר ausdrücklich gelehrt wird, behauptet, daß nicht nachgcwiesen werden kann, daß ר׳ יהושע der Meinung des N. Elieser entgcgengetrcten. Ebenso unbegreiflich ist cs, wieso der Verfasser die Behauptung aufstcllen konnte, daß ״uns ר' אלעזר hier הלנה ist", nachdem doch dem Talntud gemäß ^הלבה׳ nicht wie N. Elicser, sondern wie N. Jehoschna ist, und er selbst in dem unmittelbar vorhergehenden Satze R. Jehoschna als den ״uns maßgebenden" bezeichnet. Sollte er aber in dem Satze: ״uns ist ר׳ אלעזר hier ״הלבה das Wort ״uns" in demselben Sinne gebraucht haben, in de!n er unmittelbar darauf sagt: ״dies genügt uns für unsere Frage", und daher mit ״uns" sich gemeint haben, so hätte er eben sich die Kompetenz vindizirt, in einer im Talmud entschiedenen Meinnngsdivcrgcn; gegen den Talnrud zu entscheiden, und wir halten es für überflüssig, die Frage zu beantworten, ob irgend Jetnand besugt ist, zu behaupten, daß uns das הלבה sei, was eben nach der Quelle, der die hierfür angeführte Meinung entnommen wurde, nicht הלבה ist. Der Beweis, den der Verfasser geliefert zu haben glaubt, beruht daher auf unrichtiger Darstellung, woraus sich die Nichtigkeit der vom Verfasser daran geknüpften Folgerung ergiebt. Wir werden übrigens noch zu zeigen Gelegenheit haben, daß, selbst wenn die R. Elieser von R. Meir zugeschricbenc Meinung angenommen wäre, dies für die vorliegende Frage keineswegs entscheidend sein könnte und die Benutzung eines nicht als wirkliches Eigenthum erworbenen Acgräbnißplatzes zur Beerdigung jüdischer Leichen dennoch unzulässig wäre. (Fortsetzung folgt.) Aachigestirne. Historische Novelle ans der Fendatzcit Ungarns Bon Samuel Bcrthold NoSner. —•׳- (Nachdruck «erboten 11. Uc[׳cr-׳ seyun^recht Vorbehalten. (Fortsetzung.) Die Juden kannten den Pfarrer nur zu wohl, als daß sie sich zu dem Glauben hätten bereden können, derselbe werde die empfangene Verletzung ohne eine grausame Wicdervcrgeltung hingehen lassen; vielmehr fürchteten sie, er zögere nur, um einem verruchten Plane die nöthigc Zeit ztir Reife zu gewähren und dann einen um so empfindlicheren Schlag gegen die Jltden führen zu können. Doch hatten sie diesmal daö Motiv für das Verhalten des Pfarrers nicht richtig errathen. Wohl hatte er schon wiederholt einen Altlauf genommen, um seine Sache beim Grafen vorzubringcn; auf diesem jedoch schien der Tod des Bauerll Jörg einen derartig nachhaltigen Eindruck hinterlassen zu haben, daß er sich immer noch sträubte, auf die Verhandlung einer rcligiöscn Frage — als welche ihm der Pfarrer seine Angelegenheit bezeichnet hatte — einzngehen. Pater Dominikus fing demgemäß an folgendermaßen zu kalkn- (treu: Eine gezwungene Sache thut nimmer gut, daö sagt das Sprüchwort, und das habe ich auch bei mir selber schon unzählige Male erfahren. Es ist daher das Beste, ich warte geduldig, bis bei dem Alten eine günstigere Slintmung Platz gegriffen hat. Was habe ich denn zu versäumen? Mittlerweile kann ich versuchen, aus der Einschüchterung der Inden noch einige Vortheile zu ziehen! So hatte der Pfarrer vor sich hingesprochen, als er an einem schönen Sonntag Nachmittage mit ans den Rücken gekreuzten Händen auf dem Rasenteppiche der Wiese dahinschritt, um sich in den Weinberg zu begeben. In Folge dieses Gedankens aber kehrte er um und schlug die Richtung ein, in welcher man durch

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