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Jeschurun · 1884-06-19 · Heft 25 (19.6.1884) · p. 399

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 25 (19.6.1884)
Article
Rußland : Petersburg [Nachricht]
Date
1884-06-19
Page
399 (sequence 2)
Language
German
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399 Juden feindselige ״Stimmung" ein solches Aussprechen gestatten möchte. Als ob man auch die Herren Diebe und Räuber zuvor befragte und auf deren ״Stimmung" Rücksicht nehmen würde, wenn ma 11 Diebstahl und Raub als Unrecht proklamiren wollte? Also, weil es in Rußland Menschcu giebt, welche lieblos und nnge׳ recht nub gewalrthätig handeln wollen, deshalb versagt man von Tag zu Tag und von Jahr zu Jahr den Inden das ihnen gebührende Recht. Sieht man denn nicht, das; man sich dadurch;um Mitschuldigen, der Ungerechten macht? Ist Rußland lein Rechtsstaat und besitzt es nicht die Macht, den Unschuldigen;n schützen gegen freche Angriffe? Oder scheut man in Nußlciud so sehr die Anwendung von Strenge, daß man gegen Missethätcr nicht einschreilet? Wir Inden fürchten die Wiederholung von Exzessen gegen uns nicht, wenn die Regierungsbehörden und die bewaffnete Macht für die Aufrcchthaltung der Ordnung und den Schutz der Unterrhanen Seiner Majestät des Kaisers aller Reußen energisch ciutreten. Gerade durch diese dilatorische Be- Handlung der Sache aber werden die schlechten Elemente in ihrer gclvaltthätigen Gesinnung bestärkt und zu Exzessen animirt. NebersiciMabellc׳ der von der Alliance israelite miiucrfcüc sulwentlünirten Schulen. Knabenschulen befinden sich au folgenden Orten: Aleppo, Adrianopel, Bagdad, Beyrnt, Eccksfa, Konstanti- 11 opcl (7 in den verschiedenen StcrdtlheilcnP Damaskus, Dardanellen, Fez, Jaffa, Jerusalem, Mehdia, Philippopel, Nnsrschnk, Salonichi, Samakoss,Schnmla, Smyrna, Sofia, Sufa, Tanger, Tatar-Bazardjik, Tetuan, Tunis, Varna, Widdin, ^)amboli, und zählen 5832 Schüler. Mädchenschulen mit 2200 Schülerinnen sind in: Adrianopel, Beyrnt, Konstantinopel (5 in verschiedenen Stadttheilen), Damaskus, sttustschnk, Salonichi, Schnmla, Smyrna, Sofia, Tanger, Tatar-Bazardjik, Tetuan und Tunis. Unter diesen 8!ןח .Sinaben und Ncädchen befinden sich r> 1 f)5, welche kein Schulgeld entrichten. Die gcsammten Ansgaben dieser sämuulichen Schulen belaufen sich aus 583 283 Frank, zu welchen die Alliance 173513 Frank zu schießt. Außerdem zahlt dieselbe für eine Knaben- und eine Mädchen - Vorbereitnngsschnle -5.5 5t 11) Frank, für Bücher :e. 10(hm) Frank und in die Sparkasse des Schn!Personals .5000 Frank. Hieran anschließend sei bemerkt, daß die Alliance, welcher man von jndensciudlicher Seite gern den Kavalier einer gewaltigen politischen Macht viudiziren möchte, über cin Kapital von 40-1 702,85 Frank verfügt, dessen Zinsen lediglich für humane Zwecke verwendet werden. Der Baron von Hirsch zu Paris hat seinerzeit eine Stiftung von einer Million Frank errichtet, deren Auffünfte lediglich zur Ausbildung der israelitischen Jugend in der Türkei dienen. Mljtchljini. Ans dem jüdischen Leben, Novellen von B. Hause. Eisenach. Erster Band. Selbst- Verlag des Verfassers. Wir haben an Schilderungen aus dem jüdischen Leben der Gegenwart keinen Ueberfluß. Um so anerkenncnswerlher ist das Bestreben, diese Lücke möglichst ansznfnllcn. Der Herr Verfasser hat in dem angezeigten Werke versucht, sein Scherslein dazu beizutragcn. Wenn auch diese Novellen nicht den Anspruch auf eine hervorragende Leistung erheben können, so verdienen sie doch wegen des religiösen Sinns, der sich in ihnen knndgiebt, eine wohlwollende Aufnahme. Wir müssen es uns versagen, in Einzelheiten einzugehen und manche gelnugeneSchildernng hervorznhebcn,freilich auch Manches zu bemängeln. תשונה בעני; קבורת איני ישראל בקבר ישראל von Louis Hausdorf. M. W. Kaufsmann. Leipzig. 1884. Der Verfasser führt in dieser Schrift den Nachweis, das die im 3 ,בית תלמוד. Heft, vierter Jahrgang, ausgestellte Behauptung Meyer Friedmanns von der Gestaltung eines gemeinsamen Begräbnißplatzes für Juden und Nichtjndeu, unhaltbar und cs vielmehr Pflicht sei, für eine gesonderte Begrälmißstat der Juden, wie seit jeher üblich, zu sorgen. Die mißdeutete Auffassung Gittin 61 a וקוברים בתי נברים עם בתי ישראל wird richtig gestellt. Angesichts der in der Gegenwart anfgctanchten irrigen Anschauung in dieser Beziehung, verdient die Schrift um so mehr Beachtung. Priefkaste» der Nedaktion. Herrn I. B. in F. Wir glauben nicht, daß der ans ,Seite 31)0 (Ar. 23) nuljaltctie Latz des Inhalts, daß derjenige, welcher die attgeineincn Mcnschenpslichrcn (מצות ש׳ב׳ל T) erfüllt, nach den?ehren des 3ndcnthnms der ewigen Glückscligleit rheilhaskig und zu den Tugendhaften gezählt werde, ans andere als Nichtjndeu bezogen werden kann, zumal anddrncklich hinzu ge setzt iß, daß cin solcher Mensch aber noch nicht dadurch Jude sei. Da Sie aber die Befurchtnng anssprachen, daß inan ans diesem Satze hcranslesen tönnte, ein Jude könne sich durch die Befolgung der aUgctncincu Memchenpflichtell der Beobachtung der speziell jüdischen Gebote entbunden erachten, so!vollen wir Ihrem Wunsch: gemäß ausdrücklich erklären, daß solches hat nicht gesagt werden können und sollen. Ihre Befürchtung doknmcntirt freilich die Möglichkeit einer irrigen Anssassnng. Rotterdam. Die Korrespondenz in Nr. 24 aus Rollerdam, welche die Mittheilung von der Wahl des Herrn Dr. Ritter enthielt, stammt von unserem Hanptbcrichtcrstatter her, welcher das Signum -z führt. Gs beruht aus cin Berschen des Setzers, daß dieselbe mit einem anderen Vorzeichen'versehen ist.

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