Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 24 (12.6.1884)
- Article
- Schweiz : Bern [Nachricht]
- Date
- 1884-06-12
- Page
- 380 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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380 S ch tu eiz. j (־• Bern, 3 .<׳nni. Es ift eine befannte Ge- \ sebichie. ס a f; pon je her in der 2d)1nei; gegen die i ,כרייטר* - das 2duid)!cn — agil in wurde. Das erste! Mal in den sechziger fahren in! Danton Aargan. :llabhiner l)v. Ü a i ן c r l i n g in Endingen sammelte damals t'^ulachten der bedeutendsten xHutorttäten der ^etevineii-fmtbe in Europa ■nnb veröffentlichte sulche . unter dem Xitel: 1)3״ Dchächten eine ThiergnälereD'" Die meisten derselben sprachen sich dahin ans, daß das Schächten nicht nur keine Thiergnälerei sei, sondern vom thiersrenndlichen Gesicsttspniitle aus der üblichen Dchlachtmelhode mittelst Beils vorzuziehen sei. Der damalige Kulans wurde alsbald todtgeschwiegen. Es entstand die Bonterole — Schtachtmaste —' und der Ücnhm gehörte btoomal (ls?(; ].S77) den Dl'. Gallert!, welche das ,.Schächten" verbieten wollten. Rabbiner 01׳. Engelbert trat diesmal in die Dchranten und gab unter dem Titel: .,Das schlachten und die Bunterule" eine Sammlung von Gutachten über diese Materie heraus. Der Große Rath des Kantons Dt. (fallen mußte, ob wohl oder übel, da die Negierung die Dtatnten der Gemeinde Dt. Gallen, worin das ״Dchächten" als :11111 Ritus gehörend vorgesehen war. sich bescheiden, dem Dchächten leine Hindernisse;11 bereiten Die Dache war ruhig, bis vor zwei Jahren in Bern der Thierschubverein an den Gemeindernth der Dladt Bern ein Gesuch richtete, das ..Dchächten" . als eine Thier gnälerei —;11 verbieten. 311 Bern geschah bis setzt nichts in dieser Angelegenheit, hingegen hat in Burgdors, wo;irla;ehn <vt1111Uien wohnen, der Gemeinderath verboten, daß nach jüdischem Ritus geschlachtet ■ werden dürfe. Nachdem tum Burgdors in seinem Kreise das ..Dchächten" verboten, kommen einige andere Ge׳ meiudcn und verlangen durch Vermittelung der Tagesbläuer, daß das Dchächten hier ebenfalls untersagt werde. Man kann sich wohl leinen eklatanteren Eingriss in die Gewissenssreiheit denken und man sollte nicht;ögern. mwerweilt geeignete Dchritte dagegen;n thnn. 3ch glaube, daß auch die ..Alliance israclitc universelle" sich für die Daclie erwärmen sollte, da unter diesem Berkwte die Inden thalsächlich als Inden leiden. H o l l a 1t d. -i ^kottcrdam, Juni. Für unseren leider sch'.verlrank darniederliegeiiden Kronprin;cn ist gestern sowohl in der Hauptals in den Neben - Dhnagogen gesagt, und außerdem in einer besonderen für seine baldige Genesung gebetet worden. NuLterdam, .N Juni. Do wäre denn endlich die Angelegenheit entschieden, unser seil l 3 Jahren verwaister Rabbinatssitz wieder besetzt'. Heute hat die ressortalc WahlversammUmg stattgcsiindeu, Herr Dr. Ritter in Prenztan ist einstimmig als Sieger ans der Wahl hervorgegangen. --- Obwohl wir, und mit uns gar Biele, es im Interesse der Dache für förderlicher erachtet hätten, einen mit unser Dprache, unseren Berhältnissen und Dillen bereits nci'tvanten Rabbiner;11 erhalten, so findet doch, wie die Berhällnisse hier nun einmal liegen, die Wahl unseren vollen Beifall. Herrn Dr. Ritter geht der Ruf eines gesinnnngStüchligen und karakterfeslen Mannes voraus, die selbstbewußte, klare und unzweideutige Darlegung seines Programms in seinen Probepredigten, durchweht von echtjüdisehem (Leiste, haben ihm die Dympathieu auch Derer erworben, denen er ats 11;״ fromm" erschien. Venn auch in -Kreisen herangebildet, die den Anhängern des kraditioncllcn Indenthnms nichts weniger als sympathisch sein können, jo gehört Herr Dr. Ritter doch zu den wenigen Ansnahinen jener Dchnle, welche es verstanden haben, sich den klaren Blick nicht trüben;11 lassen und treu und nnentwcgt;11 dem überlicjenen, niiverfätschten und unverkürzten Iudcvthumc slchcu. — Möge es ihm gelingen, die frohen Hoffnungen, die wir an seine Wahl knüpfen,;11 erfüllen. Möge es ihm besehicdcn sein, der heiligen Thora wieder eine Staue bei uns;11 gründen, der zweitgrößten (Gemeinde unseres Landes die Stelle;11 erringen, an der wir sie gern sehen möchten! N11 ß l a 11 b. . . . /. Petersburg, 2. Inn!. Am 23. v. M. hat der Kaiser dem Präsidenten der Jndenkommission, Virkl. Geh. Rath Grafen v. d. Pahlcn, im Palais;11 Gatschinu Audienz erthcilt. Man vcrmnther, daß es sich eben um die Arbeiten dieser Kommission handelt. Dieselben sind jetzt bis;11 den Verordnungen zur Zeit des Kaisers Alexander I. angelaugt. Die Memoranden der ehemaligen Staatsmänner: Senator Dorschawin, Graf Kvtschubci, Fürst Ezcnllayski, Gras Potocki u. A. sind den Arbeiten hinzugefügt worden. Nachdem alles Material gesichlet und geordnet sein wird, erwartet man von der Komission entsprechende Vorlagen zur legislatorischen Behandlung. Nu mänien. ./..Bukarest, Juni. Die Lage der Inden : gestaltet sich immer trauriger. Das Gesetz, für Jeden ein Dchntz, wendet sich gegen die Inden und veranlaßt die Behörden zur schrankenlosen Willkür. So erscheinen die Inden in Rumänien recht- und schutzlos. In; I a ן ] u hat der Primär sie ans den Magazinen der j Berkansshalle verjagt, in Fokschan iverden sie dehördlich chitanirt, in Braila trilmtirt u. s. w., kurz, es wendet sich Alles gegen die Inden, d. h. wohlgemerkt zunächst und vorläufig gegen die armen Juden, die! Händler und Handwerker. Es läßt sich kaum etwas