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Jeschurun · 1884-05-29 · Heft 22 (29.5.1884) · p. 351

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 22 (29.5.1884)
Article
David Haller
Date
1884-05-29
Page
351 (sequence 2)
Language
German
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351 wegenden Zweifel? Marlow hatte sie nie gekannt.! Er war leichten Sinnes über die religiösen Skrupel hinwegaegangcn und hatte sich dem praktischen Leben hingegcben. DaS Judenthum galt ihin nur als eine wesenlose äußere Form, als eine Entwickelungsphasc in der Geschichte der Menschheit. Die heilige Schrift war ihm nie als göttlich erschienen; er erblickte in ihr nur eine Auszeichnung von legendenhaften Traditionen verschiedener kleiner Bolkoslämme, die im Lause der Zeit zu einer Nation sich verschmolzen, und denen ein weiser Häuptling ein Gesetzbuch geschrieben hatte, welches sich auf diesen StamnteSüberliescrungen und Gebräuchen stützte. Er bewunderte vielleicht die Weisheit dieses in altersgrauer Vergangenheit gelebt habenden Mannes, aber er belächelte die Naivität Derer, die auch heule noch an dessen Lehren und Satzungen festhalten wollten. Auch Zoroaster und EonsueiuS waren für ihre Zeit bedeutende Männer, auch ihre Schriften enthielten allgemein gültige Wahrheiten, aber wo gäbe eS den Thoren, der von dem Europäer unserer Zeit deren Ancrkennting als Propheten und Gesetzgeber der Gegenwart verlangen möchte? Wie sollte er mit Marlow über sich sprechen? Dieser aber blickte überrascht auf. ,,Unglücklich fühlen Sie sich, armer Vetter? Das thut mir wahrhastig leid; aber, aufrichtig gesagt, cS nimmt mich nicht Wunder. Ein Mann wie Sie kann sich auf die Dauer in der Atmosphäre der Hochschule nicht wohl fühlen. Ich habe mich Ihnen gegenüber in dieser Hinsicht schon oft ausgesprochen. Was Sic suchen, fanden Sie nicht, und waö Sic hier finden, muß Sie mit Widerwillen erfüllen. Halbheit, Hohlheit, Heuchelei, lvindige Phrasen mögen Kindern und Schwachgeisligen imponircn, sie konnten auch Sie täuschen, so lange Sie sich nicht als Mann fühlten, so lange Sie sich unmündig wähnten. Aber die Binde mußte endlich von von Ihren Augen fallen." (Fortsetzung folgt.) Inserate werden die Zspaltige Petitzttle oder deren Raum mit 25 Psg. berechnet. Für den Inhalt derselben übernimmt die Nedaltion!einerlei Verantwortung. fl' A 'V f H,V f-PD InsertionS- und Abonnements-Annahme für Frankfurt a. M. auch bei Herrn I. Kaussmann daselbst, ohne Preiserhöhung Israelitisches Amulel8-Institut und Pensionat I. Ranges in Brussel (Belgien) i ־ ׳~ 1G8-17U Cfjaufjüc d'tzttcrl'ttk. dem Par,! 2'^ ף Mgs SßllWCll ^'־ Leopold gegenüber. \ In meinem Haufe können noch einige Knaben Aufnahme finden. Dieselben an- Pfau gen bei vorzüglichster Pflege eine sorgsältige Erziehung. Isaac Hirs<;h, Hannover, Theodorstraße f>. כשר Falkensteiu im, Taunus. Dr. med. Hirsch’s KlüiMche Heilini^ll uiiii fin({1M|fer(111((aü 15;1 41 K i h s i n e n. j für Brustkranke, Blutarme nud llaoloikot u 11 n C Ctrtfm! Erstes israelitisches Hotel mir Garten. Nervcnleidendc, durch Neubau be- ז*! ,! c*ן ■ ״ ״״ Eigene Equipage am Bahnhose.! deutend vergrößert und mit allem Komfort, (Gegründet i:n Jahre!863.) i Mäßige Preise.! Wintergarten,c. versehen. — Wiutcrkur. Ein alt rcnommirtes, im Zentrum der Stadt Stuttgart gelegenes Hotel, ist mit sämmttichcin neu hergerichtetem Inventar, :vorunter Betten, Möbel, Silber, Porzellan und Wäsche, wegen Krankheit des Besitzers, unter sehr gnnstigen Bedingungen, aber nur an einen tüchtigen israelitische!: Wirth, zu vcr- »,,che», mcrcö tri A. Süsskind■ Stuttgart. T-T o t o. 1 ׳zu m T־T 1 ־r* o.h.

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