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Jeschurun · 1884-05-29 · Heft 22 (29.5.1884) · p. 349

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 22 (29.5.1884)
Article
Frankreich : Paris [Nachricht]
Date
1884-05-29
Page
349 (sequence 2)
Language
German
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349 sehr anlockend erscheinenden Titels vielleicht längst aus! Abonncntcnmangcl eingcgangcn sein, wenn nicht viele der! lieben Pariser Deutschen das Blatt zu ihrer Jnforj mation kauften. Was hingegen ״Le Püril sozial"! ״die soziale Gefahr" betrifft, so ist bereits Jedermann! darüber informirt, daß diese Gefahr in der Weise,! wie die gehässigen Herausgeber dieses Blattes sic schildern, nur in den Haßgebnrtcn ihrer Phantasie; czistiren, und daß eine reelle soziale Gefahr nur dadurch; geschaffen würde, wenn recht viel Einfältige ״die soziale i Gefahr" kauften. Die ״soziale Gefahr" wird ihren! Urhebern nur pekuniäre Gefahr, Fiasko und Diuin j bringen. . i Rußland. I ...z Petersburg, 8.Mai. Die ״Germania" j schreibt: ״Seitdem die besondere Kommission unter ן dem Grafen Pahlcn ernannt ist, klagt man über die j ungewöhnliche Anmaßung und den herausfordernden Ucbcrmuth der jüngeren Juden. In Süd ׳Rußland! zählte inan z. B. im Jahre l 344 97 000 Inden, d. h. 3 Prozent der Bevölkerung. Jetzt ist die jüdische - Kolonie auf mehr als 450 000 Köpfe gestiegen und! macht ein Drittel der Gcsantmtbevölkcrung ans. (An-! niaßnng? Die ״Germania" will vielleicht erneu Witz; machen, indem sic Anmaßung von Maße hcrleitct; dann märe es zwar sehr ״grün", wäre aber doch zu! verstehen.) In der Gouvernerneutsstadt Ehcrson leben unter 50 000 — 23 000 Israeliten (Uebermut!)?). Der j Beschäftigung nach kommen, wie die ״Pos!"!neidet,; auf 150 Kaufleutc — 73 Israeliten, 552 H!!nd. erker > — 73 Israeliten, 139 Trink- und Speijehäuser — 105 Israeliten. (Aber auf 100 christlich-russische Äcwohner kommen auch 100 SchnapstrinkcrU) 7 Spiritus- Niederlagen — alle Israeliten gehörig (wer trinkt denn den Sprit?), 53 Fabriken — 28 im Besitze von Israeliten, 123 Magazine — wovon 25 in den Händen von Israeliten, 57 Holznicdcrlagen — wovon 52 in den Händen der Israeliten sind. (Schrecklich!) Das Berhältniß in den kleineren Städten ist noch schlimmer. Israelitische Ansiedelungen 35 Kaufleute 48 Handwerker 40*70, Schankwirthe 75"/», Spiritus- Händler 96"/« (100 0/יי christliche Trinker nicht zu; vergessen), Fabrikbesitzer 30Matcriallädeu 71 ",״, j Holzhändler 62 'ho, Gctreidchändlcr 76"״. Im Anamjew'schen Kreise desselben 6)ouvcrncmcnts sind 2711! SchnapSlädcn, von denen 2086 in den Händen von! Israeliten. Die Hauptbcschäslignng der Israeliten ist! der Handel, namentlich mit Waaren, welche das arme Volk braucht, weil dieses am leichtesten zu übcroortheilcn! ist. Dann beschäftigt sich der etwas gebildete Jude - gern mit Winkcladvokatur und Agenturen. Im Tiraspolj schcn FricdensgcrichtSkrcise kamen in den letzten zehn; Jahren 29 668 Schuldcnklagen vor, für die Sumrne von 3'/- Millionen Rubel, von Israeliten gegen Christen anhängig gemacht. Die Äessarabischc Jndenkommission konstatirl, daß unter der dortigen sehr zahlreichen jüdischeu Bevölkerung nur 2063 Individuen eine feste Beschästignng haben, alle anderen leben nur von Schwindel und Betrug, wobei sie systematisch das Volk ansbentecn. Gebildete Israeliten, nämlich: Advokaten, Aerzte, Gelehrte, Künstler u. s. w. genießen bereits die Rechte der Christen, während man der großen Masse des jüdischen Volkes ausgedehnte Rechte unmöglich zugestehen darf." Cs läßt diese Zusammenstellung unschwer die gehässige Tendenz erkennen. Die Wahrheit ist, daß die Inden den intelligentesten, rührigsten, nüchternsten, redlichsten und nützlichsten Thcil der Bevölkerung bilden. Diese Thatsachc kann weder von der hierländischen noch auswärtigen judenfeindlichen Presse aus der Welt geschafft werden. Amerika. §§ Ncw-Hork, Anfang Mai. Dem edlen Großen in Israel, Sir Moses Monlcfiore, den Zoll der Verehrung in einer dem menschenfreundlichen Sinne des zu Feiernden entsprechenden Weise darznbringen, wurde hier der Plan gefaßt, zum bleibenden Gedächtniß des bcvorstehcndcu hundertjährigen Geburtstages Sir Moses Montcsiores ein Hospital für unheilbare jüdischc Kranke zu errichten. CS ist ein Komitee von den verschiedenen hiesigen Gemeinden zu diesem Zwecke zusamniengetrctcn, welches einen Aufruf zur Betheilignng an diesem Unternehmen erläßt. Cs wird angenommen, daß die jährlichen Unterhaltungskosten einer solchen Anstalt sich ans etwa 20 00'׳» Dollar belaufen. Außer den Mitteln für die Errichtung des Hospitals muß also auch diese regelmäßige Jahrcsansgabe gesichert sein. Die Mitgliedschaft an dieser Anstalt wird durch . einen jährlichen Beitrag von 10 Dollar erworben; um! zu den Patronen derselben gerechnet zu werden, bedarf i cs der Verpflichtung zur Entrichtung eines Jahresbcitrags von 25 Dollar. Cs ist nicht zu bezweifeln, daß dieses große Werk, welches als einen erneuten Beweis für die erfreuliche Thatsachc, daß die amerikanischen Juden רחמנים גגי רחמנים sind, liefert, zu Stande kommen wird. CS wird dadurch einem dringenden Bcdnrfniß Abhülfe liercitct. da augenblicklich nicht weniger als 174 unheilbare arme jüdische Kranke gezählt werden, für welche in den bis jetzt existirenden Anstalten kein Unterkommen geschaffen werden kann. — An meinen jüngsten Bericht anknüpfend,!velcher an einen! drastischeu Beispiel das Gebühren der hierländifchen Rabbiner keunzeichncte, möehte ich heute einen Gedanken anssprechen, für welchen allerdings augenblicklich nicht die geringste Aussicht auf eine Verwirk!ichung vorhanden ist. Das durch eine Vereinigung vieler Kräfte mit erheblichen Kosten in's Leben gerufene und erhaltene

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