Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1884)
- Article
- Chesed ve-emet Wohlthätige Wahrheit
- Date
- 1884-05-29
- Page
- 343 (sequence 2)
- Language
- German
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343 wurden, als daS ausschließliche zu jedem sonstigen gebrauche verbotene Eigcnthnm eines Verstorbenen bctrachtet werden müssen, hieraus ist ersichtlich, daß auch der Schristvcrs: 152 ויקברו אותו בגבעת פ(!רכ nicht daö Geringste für die Aussassung -eS Verfassers bcweist. Wir haben somit sämmtliche Gründe widerlegt, die den Verfasser, seiner Angabe gemäß, gcnöthigt, mit der allgemeinen Auffassung dcS mehrerwühnten Satzes zu ״brechen." Seine S. *21 ausgesprochene Behauptnng, daß נמוקי ירפף nach seiner Erklärung ״aufgefaßt werden muß," versucht er ebensowenig nach;!!- weisen, als er seine Bemerkung, daß cS ״ausfallend genug" sei,״ daß in התש כופר של״א jener Stelle in (שוקי יוסף nicht erwähnt wird, zu begründen sich bemüht. Diese Angaben entziehen sich daher der Widerlegung; der Einblick in jene Stelle zeigt aber klar, daß auch in י") das שלו in Abaji's Worten nicht ans PinchaS, sondern ans Elasar bezogen wird. Da also, wie wir gezeigt, alle vom Verfasser bchanptetcn Schwierigkeiten, 1:1!! derentwillen er die Stelle in B. bathra 112 nicht ״als genügenden Beweis gelten lassen" will, auf unrichtigen Annahmen und irrthümlichen Voraussetzungen beruhen, kann durch dieselben die bisherige Auffassung des erwähnten Satzes, daß nicht angenommen werden kann, daß Elasar in einem nicht auf immer ihm angehörenden Grabe bestatte! wurde, unmöglich in Frage gestellt werden. (Fortsetzung folgt.) Wachigestirne. Historische Novelle ans der Fendalzeit Ungarns Non Samuel Berthold RoSner. . .—— - (Nachdruck vcrdotcu u. Ucber-־ fct;.unlvM1־,d)t itorbe!)alten.) (Fortsetzung.) Doch eS waren lauter herzige Worte, die sie zu vernehmen glaubte, Worte der liebevollsten Theilnahmt an ihrem Glücke; und wie die Älnmenköpfe saufe nickend, von einem kosenden Zephyr bewegt, sich ihr zuncigtcn, schien eS ihr, als nickten alle aufrichtige Glückwünsche ihr zu. Nur eine verwelkende Rose nahm an dieser allgemeinen Ovation nicht Theil. Sie nickte nicht, sondern neigte das erbleichende Antlitz knmmergebeugt und lebensmüde zur Erde. In bangen, zitternden Worten erzählte ihr diese von einem schönen Schmetterling, der eines Tages zu ihr herangeflogen kam. Er wußte so schön zu fabnlircn von Himmel und Erde, von Leben und Tod, daß er uumcrklich ihr ganzes Sein umstrickte und ihr das Herz eroberte. Willig gab sie ihm ihren. Honig hin und ließ sich von ihm ihrer Lebenssäfte berauben, doch er cntstatterte eines Tages so wie er gekommen, ohne je wieder zlirückznkehren. Arme, arme Rose? — Warum auch ließest du dich von schönen Redensarten bethören, warum folgtest du meinem Beispiele nicht und Prüftest genau, bevor du dir das Herz rauben ließest? Daun wäre dir kein so trauriges Loos geworden; deine Wangen wären nicht vor der Zeit gebleicht und du könntest, anstatt dem Tode und Grab, gleich mir, einem rosigen Leben cutgegenschreiten. Dir ist hart geschehen, armes Röschen! — Eine Thräne umflorte die schönen Augen Lcah's. ״Was macht Dich weinen, Leah." frag Gabriel betrossen, indem er ihr einen Beilchenstranß, den er am Rande eines Beetes gepflückt hatte, überreichen wollte. ״Du hast ja erst gestern über jene thörichten Mädchen gelacht, die an ihrem Vcrlobungs- und Traunngstage Thränen vergießen zu müssen glauben, und hast mir versprochen, dieser eitlen Schwäche nicht huldigen zu wollen. Ich ermahne Dich jetzt an Dein Versprechen, und" — setzte er hinzu, liebevoll ihre Hand erfassend, ״Du wirst doch nicht anstchcn, Dein Versprechen cinznlbsen?" ״Ja, cs ist aber auch keine Eitelkeit," versetzte Leah. ״Schwäche — ja, Schwäche mag eS schon sein. Doch laß uns weiter gehen!" ״Nein, laß uns nicht weiter gehen," ermahnte Gabriel, sie saust zurückhaltend, ״bevor Du mir alles mitgetheilt hast, was Dir ans dem Herzen lastet. Sprich, was hast Du?" ״Nichts," eutgegncte Leah, ״ich sagte Dir ja schon, es ist weiter nichts als eine Schwäche. Wenn Du es aber durchaus wissen willst, so höre. — Jener Zwischenfall mit dein Gewitter und die Deutung, die ihm der Vater gegeben, will mir nicht aus den Sinn und hat eine wunde Stelle in meinem Herzen zurückgclassen. Merktest Du auch, wie seine Stimme dabei zitterte, und wie schmerzlich es in seinem Angesichte zuckte?" — Wieder umflorten sich ihre Augen, und ihre Stimme dämpfte sich, indem sie die letzte Frage vorbrachte. ״Gott sei gelobt, daß es sonst nichts ist," sagte Gabriel, erleichtert anfathmcnd. ״Ihr Mädchen seid gar. wunderliche Geschöpfe! — Das Rauschen eines fallenden Blattes vermag euch zu erschrecken, und eine überflüssige Falte im Angesichte eurer Lieben erweckt in euch unheilvolle Ahnungen. Wohl habe auch ich das Zittern in der Stimme des VaterS bemerkt und auch das Zucken in seinem Gesichte, — doch warum sich gleich ängstigen? Warum nur den einen Theil seiner Worte beachten? Hat er uns denn nicht das Mittel angegeben, welches uns in den schmerzlichsten Füllen des Lebens Trost und Schutz bieten soll? An diesen feinen Worten wollen wir sesthalten und uns