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Jeschurun · 1884-06-05 · Heft 23 (5.6.1884) · p. 355

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 23 (5.6.1884)
Article
Salomonische Spruchweisheit
Date
1884-06-05
Page
355 (sequence 2)
Language
German
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355 er von sich und allem dem ihn Betreffenden hegt, wirken beide in verstärkendem Maße zusammen, um ihn einem pflichtgetreucn Leben zu entfremden und ihn mit dem Egoismus zn erfüllen, der sein Ich .;um alleinigen Mittelpunkt seines Strebcns macht, seine Ansprüche ins Maßlose steigert und ihn weder seine Beziehungen zu Gott noch zu seiner Mitwelt im rechten Lichte zn lvürdigen znlüßt. Der Hvchmüthigc bleibt nimmer von Verirrungen und Verschuldungen rein. (Das יד ליד kommt nur hier nnd Kap. 11,21 vor. Seine Bedeutung ist nicht ganz sicher. Es kann: von Hand zn Hand, d. h. sofort, sogleich ausdrücken, ähnlich dem rabbinischen מיד, vielleicht aber ist es so viel als: die Hand darauf, d. i. sicher, gewiß, du kannst die Hand darauf geben, wie 'תגו יד?*ד Ehron. II. 30, 8 und 30 מי הוא לידי יתקעb. 17,4.) * Der Hochmuth des Menschen erniedrigt ihn, Der Bescheidene behält Ehre. (20, 23.) Der Hochmuth selbst erniedrigt den Menschen, nimmt feinem Karaktcr die Würde, und seinen sonst löblichen Leistungen den Werth. Er bringt ihm auch ihn schmerzende Erniedrigung von seinen Mitnicnschen, die sich seinen unmäßigen Ansprüchen versagen. Dem Bescheidenen ehrt hingegen seine Bescheidenheit und, da er überall keine Ehren sucht, bleibt er vor kränkenden Zttrückweisnngen geschützt. # Dein Bruch geht Stolz voran, Und vor dent Straucheln Hochmuth. (!0,18.) Vor dem Bruch wird hochmüthig eines Mannes Herz, Und der Ehre geht Demuth zuvor. (18,12.) Der Stolzen Hans schleift Gott fort Und stellt fest das Gebiet der Wittwc. (15,25.) Besser bescheidenen Sinnes mit Dcmüthtgen, Als Beute!heilen mit Stolzen. (10,19.) Sehr oft führt der Hochmuth selbst den Zusammenbrnch seines stolzen Glücksbaus herbei. Die natürliche Zurückwirkuug abseitcn Derer, die unter seinem liebermnth zu leiden haben, so wie der Mangel an Besounenheit, der gerade ans dem Gipfel seines Glückes den Hochinüthigeu Umstände und Rücksichten übersehen läßt, die er mit einiger Besinnung wohl beachtet hätte, führen sehr oft seinen Sturz herbei, so, daß gerade vor seinem Fall sein Hochmuth am größten war. Ein kundiges Auge sieht daher 'gerade im gesteigerten Hochmnth die Ankündigung seines nahenden Falles. Allein, auch ohnehin schreite! die göttliche Wallung über die Trümmer der Hochbauten des Stolzes zn ihrem Ziele. Wen das Glück nicht in dankbaren! Gottcsgehorsam zn um so treuerer Erfüllung des göttlichm WittenS und reicherer Förderung der Nächsten- Wohlfahrt, wen das Glück nur zu selbstvcrgötterndcm Hochmuth geführt hat, dessen Glncksgebäude wirft die göttliche Waltnng in Trümmer, so wie sie sich der bescheidenen Verlassenen annimmt, nnd der Wittwc eine Stätte der Selbstständigkeit gründet. Darum preiset die nicht glücklich, die zu der Gemcinschaft der Stolzen sich zählen und an ihren vielbeneideten Errnngcnschaftcn Theil nehmen. Preiset die, die bescheidenen Sinnes das bescheidene Glück der Bescheidenen theilcn. -O Zn viel Süßigkeiten essen ist nicht gut, Und das Streben ihrer Ehre ist Ehre! (25, 27.) Süßigkeiten sind, als Zukost mäßig genossen, angcnchm und gut. Im Uebermaß, oder gar als Hauptnahrnng wird ihr Genuß schädlich. Ganz so verhält cS sich mit der Ehre. Geehrt werden thnt wohl und ist auch für eine gedeihliche Wirksamkeit förderlich. Aber als Selbstzweck und Hauptzweck angestrebt, mit Ehre nur Ehre suchen, sich einer erlangten Ehre nur freuen, weil sic zn neuen Ehren führen kann, nub sic nur als Staffel zn gebrauchen, um zu neuen Ehren zu gelangen, diese linersätttichkeit an Ehre, Ehrsucht begräbt den Menschen. (Fortsetzung folgt.) הסד ואמה UohltlDgt Mnhtit. Ein Wort zur Beruhigung an die Mitglieder der deutsch-israelitischen Gemeinde in Hamburg, betreffend die rituelle Zulässigkeit des israelitischen Friedhofes zu Ohlsdorf, von Rabbiner 9t. Fi n k. Hamburg 1684. Kritisch bctcnchtct von Rabbiner IN׳. Gugenheimcr in Kolm. (Fortsetzung.) Was der Verfasser S. 21 —24 über die Talmudstelle 111 מנות). bemerkt, könnten wir übergehen, da es bisher noch Niemanden beigefallen ist, diese Stelle als Beweis dafür anznführcn, daß wir unsere Todten nur in einem solchen Grabe beerdigen dürfen, das dem darin Bestatteten ans immer übertragen ist. Da aber der Verfasser behauptet, ״daß auch diese Stelle in מנות nicht nur nicht für, sondern auch gegen den bekämpften Lehrsatz gewonnen ist," glauben wir, die angeblich ״zwingenden Gründe", ans die er sich stützt, doch nicht unerwähnt lassen zn dürfen. Nachdem er S. 22 übersetzt: ״Ist der Mörder in der Znsllichtsstadt vor dem Hohepriester gestorben nnd daselbst beerdigt worden, so dürfen seine Gebeine nach dem Tode des Hohepricsters zu den Gräbern seiner Vorfahren zurückgebracht werden, denn cs heißt in der תודה: er mag znrückkehren nach dem Lande אחוזתו, welches ist das Verweilen im Lande אחוזתו?

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