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Jeschurun · 1884-05-22 · Heft 21 (22.5.1884) · p. 334

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 21 (22.5.1884)
Article
Frankreich : Paris [Nachricht]
Date
1884-05-22
Page
334 (sequence 2)
Language
German
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334 so bqetrfr.ienber für bic ^uobrcitmii) des aniifcmiti[d)c!1 j eine 2'alte bei* prüftifdjeu Verwirklichung des Juden- Giftes. Der fraiizösischew Indenheil mag dieses ober ein z tl)111u•? fein, und iinjcrc Hinbcr würben in der (5r= $n bcl)ev}i1ycnbe* '?JK'mcnto fein, fiil) il)1־cv :Jidi^iou^yiiic־ : snituua der Vorschriften innerer Religion geübt 1111b licriqfeit;11 erinnern, welche sie in dem Gewühle des! von deren hoher Bedeutung durchdrungen werden, so gebend und in! Vollgennß der Freiheit und Gleichheit leider nur allzu oft vergessen. : Siumänicn.! ..Bukarest, 3. Mai. Dem Hansirverbote, denn! ein solches ifi das neue Hansirgesctz welches zahlreichen i jüdischen Familien die Quelle ihrer Existenz entzieht,; ist eine weitere Maßregel int Verwaltungswege gefolgt. : Für den Tabucksverkanf sind hier zu Binde besondere! Patente erforderlich, die aber keinem Inden enheilt zu i werden pflegen. Oie jüdischen Händler haben deshalb : gegen eine sehr erhebliche jährliche Abgabe von den christlichen Besitzern solcher Patente diese Berechtigung : seither gepachtet. Nun aber ist verfügt worden, daß i alle solche Pachtverträge innerhalb vier Wochen mn gültig erklärt werden und die jüdischen Tabackshäudler : bis dahin sich ihrer Vorräthe zn cntänßern haben. 20 ’ beschränkt man die Thäiigkeit der Inden, so unterdrückt man eine intelligente, loyale und rügrige Bevölkerung : und schürt den Haß des anderen Theiles gegen sie.! Ist cs da zu verwundern, daß in den Zeitungen jetzt j dafür agitirt wird, den jüdischen Kindern die Aufnahme! in den öfscutlicheu allgemeinen Lehranstalten zu versagen?! Auch dieses kann demnächst Gesetz werden. - Australien! 'י Der zu Melbourne erscheinende ״Iewish Herald" l schreibt in seinem dem Peßachseste gewidmeten Leitartikel! .׳ ״Wir australische Juden genießen im Verein mit nnsern Brüdern des Mutterlandes des vollsten Maßes der Freiheit — sollte das Peßachsest uns nicht mahnen, : Dem den Zoll der Anerlennnng zn weihen, ״der uns! von der F'iusterniß zum Vicht, von der Knechtschaft zur! Freiheit gebracht hat"? Sollten wir uns nicht fragen. . ob wir denn auch den rechten Gebrauch von dieser uns; bejcheerten Freiheit machen? 2ind wir innerlich so . frei wie äußerlich, oder tragen wir nicht oft Ketten,; welche mit unserem eigenen Willen irdischen Vonheil , und irdische Reize uns angelegt haben? Sind wir : niemals Sklaven des allmächtigen Dollars? Erfüllen ‘ wir die heiligen Gebote unserer Religion so gewissen- : hast und srendig, wie unsere Vorfahren unter weit | ungünstigeren Verhältnissen? Sind wir niemals Sklaven , unserer Vvrnrtheilc und irrigen Ansichten, namentlich wenn cs sich uM religiöse Dinge handelt? Wären wir es nicht, 0, so würde sicherlich das IndcMhum in diesem freien und glücklichen Lande zu einer weil größeren , Blüthe gelangt sein, als cs thatsächtich der Fall ist. ־ Unsere Synagogen würden besser nmerha'ttcu, unser . Gottesdienst besser besucht sein. Unsere Häuser würden tauge noch ihr Geist jung und empfänglich ist. Nächsten Donnerstag und wahrscheinlich auch Freitag — weil dieser lottere dieses Jahr ein sehr gelegener Tag ist —- werden unsere Synagogen voll sein׳, wie ist cs aber an einem gewöhnlichen Sablnnh? Eine Handvoll Menschen sind alsdann dort, das Gros unserer Glaubensgenossen aber -- in Melbourne ganz bestimmt — ist in den Baden imb Büreaur dann zn finden. Wann werden wir freie Männer, frei von den Verlockungen irdischen Gewinnes? Wann werden wir unsere Religion achten, wie sic geehrt werden sollte --- nicht durch ein äußerliches Beteniilniß, welches weder Dpser noch Selbst- Verleugnung erfordert, sondern durch die thatscichlichc Beobachtung ihrer Befehlet׳? Wenn wir unsere Religion nicht achten, so können wir von Anderen keine Achtung für dieselbe erwarten. Beherzigen wir aber auch, daß unser eigener Anspruch auf Achtung unauflöslich verbunden ist mit der unserer Religion gezollten, denn mir im religiösen Sinne haben wir das Recht, uns ״das anscrwählie Volk" zn nennen. David Kaller. Vau Aaftali Simon. ÄUc;Kc.i’tc i'cviK• :,alten. *׳. ivortfct/mii{.'/ David suhlte sich unglücklich. Das schöne Bild, welches er sich von dem wissenschaftlichen Studium des Talmud unter Bnrgwald's Anleitung entworfen hatte, löste sich imnter mehr in Dunst auf, die Sehnsucht nach tieferer Erlemttniß des Iudenthnms blieb ungc-- stillt, je weiter er ans der jo pomphaft angepricsenen Bahn einer neuen Methode voranschritt, desto nnbefriedigter wendete er sich von dieser Wissenschaft des Iudenthnms ab. Wenn er anfangs in bescheidenem Sinne seiner ttntenntuiß uns llnersahrenheit alle die Zweifel zugeschrieben halte, die er im Busen trug, so konnte er endlich sich doch des Gedankens nicht erwehren, daß im Lause der Jahre unter eifrigem Studium die Erkennlniß der verborgenen Weisheit sich ihm hätte erschließen müssen, und da er noch immer vor dem Eingang zur Pforte des Tempels dieser ver-!iichuiidjcii Weisheit sich wußte, so überkam ihm enb־- lieh die schreckliche Ahnung, daß er einem Phantom nachgejagr und der Vetter mit seiner Beurtheilung der Bnrgwald'schcn Lehren recht haben könnte. In dem Kreise seiner Kollegen, der Hörer der Hochschule, herrschte angeblich ein reges wissenschaftliches Streben. Die

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