Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1884)
- Article
- Deutschland : Frankfurt a. M. [Nachricht]
- Date
- 1884-05-22
- Page
- 330 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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11 aus dem MoscS und Clara Schissschen Fond untersiützt. J!n Soinmersemesier traten 4 Zöglinge ein, wovon der eine elternlos und die anderen vaterlos sind. 2 0)uit die Knaben an statt;ur Zeit 23 Zöglinge. X'ic 2)kädche 11 ׳Waisenanstatt wurde im April vorigen Wahres mit 3 hiesigen Ganzwaisen eröffnet,, bald daraus ersoigte die Ausnahme von 2 vaterlosen und 2 mutterlosen Mädchen, die den Unterflütznngswohnsitz erworben hatten. Auch einer mutterlosen Waise wurde die Aufnähme bewilligt, so das; die Anstalt zur Zeit 8 Zogliugc zählt (1•* sind gegenwärtig 10), welche in einer hiesigen Familie unlcrgebracht sind. Als Chrenmütter fnngireu Frau Baronin Wilhelm C. v. Rothschild, Frau Mathilde Cllinger. Frau Cleincntinc Goldschmidt, Frau Rosalie Merzbach und Frau ätojalic Schwarzschild. — Die Geschenke betrugen l3 0l5u:., die Jahresbeitrage «;1!-<.׳ J(:.t die Beiträge für spezielle Zöglinge 227r> J(. Der Moses und Clara Schisf'sche Unterslütznngssvnd hatte 3342 M. Einttahme und 3302cIC. Ausgabe. Die Gesammt-AnSgaben der Knaben-Waisen׳ iinftali betrugen 27 701 JL, die Gesammb Einnahmen 24 7S<3 c H\,!0 dag der Uebertrag ans dem Jahre 1882 aufgebraucht wurde. Für die Lltädchen-Waisenanstalt gingen von Juli 1882 bis Ende Dezember 1883 an Geschenken!>0 890,//-. ein, darunter befinden sich zwei Gaben von je 25 000J6 und zwei von je 10 000 die jährlichen Beiträge belaufen sich auf 2650 Jk, die Zinsen auf 4400 .45., die Ausgaben betrugen 4124^ * NensLettin, 13. Mai. Der ״Germania" wird geschrieben: ״Auf Beschluß der Staatsanwaltschaft in Köslin ist ans Grund des £ 304 des Strafgesetz buchs seitens des hiesigen AmtSanwaltS Anklage gegen bcu jüdischen Kausmaiui Flater von hier erhoben worden, tveil Letzterer beschuldigt wird, ans seiner Wohnung auf friedliche Menschen Steine geworfeu zu haben. In dem dieserhalb bereits am 19. d. MtS. vor dem hiesigen Schöffengerichte anstehenden Termine wird der Jnsrizrath Maukops ans Köslin den Augeschuldigten vertheidigen. Cs handelt 'sich um die bckannte Assaire nach dem Ende des Synagogcnbrand- Prozesses. — Herr Fl ater ist in diesem Termine freigesprochen worden.!Nachschrift der Redaktion.) § Posen, 14. Mai.!Unlieb verspätet.) Unter allgemeinster Thcilnahmc wurde vorgestern Herr MoscS Landsbcrg zur Nnhc bestattet. Ausgezeichnet an Wissen und Tugend und in einer glücklichen VcrmögcnSläge versah der Berstorbcne während vierzig Jahren das Amt eines NabbinatsbeisitzerS in unserer Gemeinde als einen Chrenposten Cr war מבחקזחס des großen Rabbi Akiba Cger. Unser Obcvrabbiitcv Herr 10׳. Feil eh ensctd gab in ergreifender Rede der allgemeinen Trauer den würdigsten AliSdrnck und entrollte ein Karallerbild des Berblichcncu, welches dem Glanze entsprach, von welchem das vierimdachtzigjährige hieniedige Leben desselben umflossen ist. -I- Stargardt!Preußen),!<>. Mai. Dank deur Ciser und der Umsicht des Herrn Kriminalkommissar Höft ist der Ungrund des gegen den Handelsmann Josesso hn gehegten Verdachts der Thäter- oder Mitwisscnschafr an dem Morde des Knaben Cybula in Skurcz vollständig erwiesen und der Beschuldigte nach fünf־ monatlicher Hast Anfang dieser Woche in Freiheit uub außer Uiiterjuchimg gesetzt worden. Dagegen wendet sich die Untersuchung nunmehr gegen eilten christlichen Fleischermeisler Bchrcud, welchem Josessohn sehr ähnlich sein soll. Derselbe ist gefänglich eingezogen worden; außerdem sollen zwei Individuen verhaftet sein wegen falscher Zeugenaussage gegen Josessohn. Bchrcud soll auch zu den BclastnngSzengen gehört haben. — CS ist Josessohn gcrathen worden, noch nicht in seinen Heimathort ztlrückznkchren, weil seine persönliche Sicherheit daselbst gesährdet erscheine. Zur Vorsorge sind mehrere Gendarmen nach Sture; kommaudirt worden, eine VorsichtSmakregel, welche in der Erregung der fanatisirten Menge wohl begründet erscheint. Ob sich jetzt endlich die jndcnfcindliche und bedrohliche Haltung der hicrländischen Bevölkerung legen wird? Wnrgbnrg, im Mai. Ans Ansuchen einiger Thicrschntzvercine hat die Königs. KrciSregicnmg von Mittelsranken!Bayern) die Bezirksämter und Magistrate aufgesorderl, ortspolizeiliche Vorschriften über die Vorbereitungen zum Schächten des Rindviehes zu erlassen, da zwar das Schächten selbst, wobei das Thier i״ Folge der Dnrchschneidnng der Blutgefäße des HalseS durch großen Blutverlust in üirzer Zeit vom Leben zum Tode gebracht wird, keine Thierguälcrei vorstcllt, dagegen aber daS Hinwersen und Bändigen der Thicre als ein grausames (?) Vorgehen zu bezeichnen ist. Früher waren Lcdersäcke in Gebrauch, auf welche, das Thier geworfen wurde. Man ist davon abgekommcn und empfiehlt jetzt ein Strohlager. Nach dem Schulchan Arnch - :י'׳ד נ״ה סעץ darf das Thier mit vier festgebundcncn Füßen aus den dort angegebenen Gründen nicht niedergcworfen werden, und in diesem Falle wäre das Fleisch sogar .ב1דפר־. Mslm. Würzburg, Ui. Mai. Gestern Abend hielt der bekannte Professor 1)1׳. Jäger auö Stattgart im großen Schrannensaal seinen angekündigten interessanten Vortrag. Au demselben hatte sich ein sehr zahlreiches distiugnirtcS Publikum eingefnnden. Redner sprach über zwei Standen. Cr begründet mit viel Behagen die Vortresslichkeit seiner wollenen Normal« kleidnng vom Gesichtspunkte der Gesundheit und Schönheit. Unter Anderem kam er auch darauf zu sprechen, daß Moses!?) weislich Kleider, Wolle mit Linnen gemischt, zu tragen streng verboten habe, und betonte