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Jeschurun · 1884-05-22 · Heft 21 (22.5.1884) · p. 322

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 21 (22.5.1884)
Article
Das Gottesheer
Date
1884-05-22
Page
322 (sequence 2)
Language
German
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322 Ijülb br$ ״ו einem Volke crftarfcn, ' zu einem Volke, welches die Bedingung seines eigenthümliehen Daseins in sich selb,'! trägt, das keines sichtbaren mit irdischer Glorie umgebenen Königs, keines nationalen Staats bedarf, um seine nationale Thatkraft zu entfalten, das in Wahrheit Gott als seinen unumschränkt gebietenden Herrscher anerkennt und den Deinem Gesetze zu zollenden unverbrüchlichen Gehorsam als den einzigen Beruf seines Gebens in jeglicher Zeit und unter jeglicher Konstellation unbedingt bethäligt. Dieses Ziel kann aber nur erreicht werden, trenn daS Bewußtsein der nationalen Aufgabe in jedem einzelnen Angehörigen dieses Volkes in nrkräftiger Mächtigkeit lebendig ist, wenn der Volksfavaltcr in jedem Lohne dieses Volks zürn vollen AnSdruck gelangt, wenn jeder Mann mit seiner ganzen Persönlichkeit cintvitt in den Dienst des nationalen HeiligthnmS. Als darum Israel die Wiederkehr seiner Erlösung zum ersten Male in der Feier des Peßach festlich begangen halte und ihm durch dieselbe zu ernentein Bewnßtwin gebracht ivorden war. wie es seine Freiheit nur Gott verdanke, der sie ihm geschenkt, ans das; cs sie in Deinem Dienste nach Deinem Willen gebrauche und sich fühle als ״ עם מרעיתו וצאן ידוdas Volk Deiner Weide und die Heerde Deiner Hand," GotteS Teilung, Führung und Erziehung allein untoiTtcLjcnb in allen seinen Gliedern, da sollte diese Erkenntnis; jedem einzelnen Manne in Israel dtirch den am ersten Isar ergangenen göttlichen Beseht dauernd eingeprägt werden. Durch die angeordml.e Zählung nach Anfrus jedes Mannes nach Dtamm und Familie für den ״Gesammtdienst" ward ein Jeglicher in prägnanter Weise eindringlich gemahnt, daß dieser der Gesammtheit zugewiesene Dienst ans seine, des Einzelnen, hingehendste Thätiakeit rechne, und er sich als Glied deS Ganzen, als Mitträger des Hei'.igthnmS und Mitkämpfer sür dasselbe zu suhlen habe. Für die Errichtung deS GotteSreichs warte Gott, sein Herr und Meister, auch auf den von ihm zu leistenden Beitrag, Keiner dürfe sieh ansschließen, Niemand das von ihm zu schassende Werk einem Andern überlassen, Gott will Niemanden vermissen, wenn Er Musterung hält über Deine Dchaaren, über daS Gottesheer, das durch unauflösliche Bande mit der Pflicht der Treue und deS Gehorsams verknüpft ist. Der ist ein Deserteur, ein Berrüthcr,. welcher von seinem Posten weicht und auf demselben nicht voll und ganz seines Dienstes wartet. Dieses GotteShcer besteht ans lauter glcichwerthigen und einander völlig ebenbürtigen Gliedern; der zu Iuda'S Herrscherstamm sich Zählende, der dem Landban treibenden Isachar oder dem Handel sich hingebende Sebulnn Entsprossene, Alle, Alle, der Ofubcnite, Dimcomte, Gadite u. s. w. sind gleich, Niemand hat sich über den Andern zu erheben, Keiner hinter dem Andern zurückznstehen, ditrch Aller Kraft und Thätigkeit, durch die Entfaltung der verschiedenen Anlagen der verschiedenen Stämme und Individuen will das einheitliche Werk geschaffen, will des Heiligthums Dache gefördert, will die eine Allen obliegende Bestimmung vollbracht werden nach dem Willen des einen einzigen großen Königs und GebieterS. Sic lagern im Umkreise des GesetzcShcilig- Ihn ms, sie ziehen, wohin ihr Herr sie führt, und tragen das Zeugnis; Gott in ihrer Mitte, Jeder bei seiner Fahne, bei der Standarte und den Zeichen des HanseS seiner Väter, in jedem Augenblicke bereit sür den Dienst ihres Königs — daS einheitliche GotteShcer, die Verkündcr Deines Reichs ans Erden — durch die Wüste — in das Heimathland — auS dem Heimathland — in ״ מדבר העמיםin die Bölkerwüste", in den Kreis der Rationen, der ihnen unwirthbar und fürchterlich wie der Wüste Ocde entgegenstarrtc. Und wahrlich — Israel ist nicht umsonst in der Dinaiwüste für den Heeresdienst Gottes anSgcbildet und eingeübt worden. Wie weit es auch noch von der Vollkommenheit entfernt, geblieben ist, eS hat doch gelernt, das Kommandowort zu verstehen und Gehorsam zn leisten und den Dienst zu thuu; eS trägt doch daS Heiligthum Gottes in seiner Milte überall, wohin sein Köiiig eS sendet; es bewahrt doch der Fahne die Treue lind vertheidigt sic und kämpft unter ihr und läßt nicht von ihr bis 311111 letzten Athemzuge. Wohl zählt es in seiner Mitte Schwache, Feiglinge und Berräthcr, aber der Treuen und Tapsen! sind doch nicht wenige, die unentwegt aus ihrem Posten ausharren, die keine Gefahr kennen, den Tod nicht scheuen, die nimmer weichen und nimmer wanken in der Treue gegen ihren Herrn. Darum verzagen wir auch in der Gegenwart nicht, wo von Außen Feinde aus nnS eindringcu und im Innern die zmu Abfall lockende Stimme ruft — Israel zählt tapfere, Irene Mannen, die dem feindlichen Angriff die Stirn bieten und kein Ohr haben für die zum Trenbrnch ladende Verführung. Israel bleibt daS GotlcShecr und Gottesvolk. Mag man es auch daS Verstoßene und Verworfene nennen, mögen auch eigene Söhne selbst seine Bestimmimg verleugnen — die trostreiche Verheißung Gottes lautet dennoch: והרה יאמר להם ב:י er,במקום אשר יאמר להם לא עמי א

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