Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1884)
- Article
- Österreich-Ungarn : Prag, 11. Mai [Nachricht]
- Date
- 1884-05-15
- Page
- 318 (sequence 2)
- Language
- German
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318 cvtcnun] allgemein polittjdjcr Fragen flrtjört nidit in uin'crc ^citunnj. Dem Prediger der Meite'.synagoge, Deren Nr. Stein, bat es gefallen, den Hab ball) GoueS- ■ dienst dadurch ab^utin*;cn, das; der wenden:!iche Thora-.- ab[ 11)11 i ii am Hab daN);11 Min-cha begonnen, am Vcontag und Donnerstag sortgeietzl und am Sabbitth beendigt! wird. Ob durch diese Reform die geringe Frequenz seiner Synagoge sieh heben wird, dürste allerdings sehr;» bezweifeln sein. lv. Prag, -D lUiii. Der Kaiser hat dem hiesigen tscheßindustriellen und Mitglied der israelitischen Kn!tuegemeinde-Repräsentanz, Friedrich K u b i nz f 11, den D rden der eisernen Krone verliehen. Angesichts der bedaucrlichcn Zeitslrönuing ist diese Auszeichnung eines lsttanbensgenossen doppelt erfreulich. Holland. -ui- Älmstcrdam, im Mai. Der hiesigen portugiensch-israelitischen Gemeinde ׳Verwaltung liegt gegenwärtig ein Gesuch von 11 Vorstehern der verschiedeneu ׳Anstalten für Religionsunterricht und Erzichung, betrcssend Wiedereinführung der gemischten Schule für Arme, d. h. einer Anstatt, in welcher den Kindern jüdische und profane Wissenschaften gelehrt werden, zur Bcrctthung vor. Der Bericht führt aus, das; der jetzige Znsland nicht haltbar sei, da den Kindern beim Besuch der öffentlichen Schulen, nur die Abendslnndeit zum Erlernen des Debräischen übrig bleiben, und dies nicht genüge. Aber warum nur für die Armen? - - Do dachte man auch jedenfalls in unserer Residenz. Im Haag hat sich nämlich eine Bereinigung zur Er- Errichtung einer derartigen Schute für Zahlende gcbildet, welcher für Sonntag Einladungen zu einer Versammlnng ergehen Lieg, um die einznschlagendcir Wege zu besprechen. Mögen dem Vereine die nölhigen Mittel nicht voreuthalien werden und er das erstrebte Ziel baldigst erreichen. A KluS Holland, 7. Mai. Die גדרה aus der Magdeburger Fabrik —- ich resccirte Ihnen bereits früher über diesen Fall — hat, wie ich dem Berichte des- ..Weekblad voor Israel. HniSgezinucn" entnehme, den Notterdamer Kerleraad in seiner jüngsten Sitzung wieder beschäftigt. Wie ich s. Z berichtete, war der Obcrrablnner im Dang, welcher den :Notterdamer Ressort interimistisch verwaltet, um seine Entscheidung ange gangen!vorder!, ob die bctr. Ehe den religiösen Ansvrdernngen gemäß vollzogen worden sei. Derselbe autwortctc, das; nach seiner Meinung die religiösen Vorschristen bei Schließung dieser Ehe ׳nicht beodachte! worden wären, das; deshalb aufs Ourne הפח דקר״שץ unter den damit verknüpften Bedingungen stattznsinden hätten: sein seliger Vater habe in einem solchen Falte ebenso entschieden. -- Ein definitiver Beschluss ist rem Kerleraad in dieser Sache cö handelt sich um die Ausnähme der bctr. Faiuilie in den Notterdamer Gemeinde- Verband — nicht gefaßt worden. Rnßl and. ' 5new, im Mai. Der t'Lcneral Gouverneur von Kiew hat den bei den südwestlichen russischen Eisenbahnen angesleiiten Juden die Erlaubnis; erthcilt, sich in Kiew niederzulassm. A m erika. 'lll^ I)iloutreai, im Avril. In der Provinz M a n i t o b a, deren Hauptstadt W i im i p c g ist, in der ׳.!sähe des Red River und Wimtipcgsees haben sich etwa fünfzig russische Familien von den Ftüchtlingen niedergelassen, für roelchc sich Sir Alexander Galt lebhaft interessir!. Dieser dNcuschcnfrcund hat sich au die Regierung mit der Bitte gewandt, ihn in seinem Bestreben zu unterstützen, diese durchweg sehr fleißigen uitd geschickten Llnglücklichen zu einer festen Ansiedelung zu verhelfen. Sie selbst hegen den Wunsch, in den Stand gesetzt zu sein, sich dem Ackerbau und der Land-!virthschast zu widmen. ES ist nicht daran zu zweifeln, daß die Negierung diese Absicht nach Kräften und Möglichkeit sördcrn wird. Das Londoner Mausion- Donsc Komilce wird auch das Leinige dazu beitragen. Herr Galt wird demnach׳: nach Winnipeg reisen, um die Ansiedelung zu organisiren. David Kall'er. Aon Aas tat! Hirno,.!׳ ״' ' ',ilic anc i'ort'cliiiltcit. ■(jXOUtfctMmy.'/ Je mehr David sich den! Eindrücke der Marlowscheu Anschauung zu entziehen wünschte, desto mehr fühlte er sich zu ihm hingczogcu. So umkreist das beich'.viugte Insekt die todtbringende Flamme und kehrt trotz des schmcrzhajten Brandes immer wieder zu ihr zurück, bis cs mit versengtem Flügel ihr rettungslos zum Opfer fällt. David fühlte die Berechtigung der abfälligen Beurlhcilnng, welche der kaustische 3uvi]t an Bnrgwald nlne. Er wünschte fehutichft, im Stande zu sein, dieselbe zur na zuweisen: er vermochte eS aber nicht. Wie oft hatte er sich vorgenommen, das HauS seines Vetters zu meiden, und stetswar er wiedergekommen, um immer von Neuem dieselbe Kritik zu vernehmen. Marlow sah den eifrigen, wissensdurstigen, aufgeweckten Jüngling gern bei sich, und fand ein Vergnng׳.׳n darin, seinen Zweifel anzurcgeu. ״Ihr nennt euch doch die hißvrisch-krilische Schule, nun, so übt do-.l; euren Witz au das Nächstliegende. Warum die alten, durch die Jahrhunderte doch;ebenfalls geheiligteren Ueber-iesernngen vor den kritischen Richterstuh! fordern, aber in wrba üMgistri schwöre!!, blindlings hinnehmen, was bcu citclit Meistern entstamm!? Da