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Jeschurun · 1884-04-24 · Heft 16-17 (24.4.1884) · p. 271

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 16-17 (24.4.1884)
Article
Amerika : New York [Nachricht]
Date
1884-04-24
Page
271 (sequence 2)
Language
German
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271 gesagt, daß cr etwas unternehmen müsse, um sich derselben würdig zu machen. Aber was? Gelehrte Werke verfassen? Das ist schon von Anderen geschehen. Bedeutende Institutionen schaffen? Das können Andere auch. Genialer, wirklich großer Männer ist nur etwas ganz Außerordentliches würdig. Sie haben die Verpflichtnng, etwas Neues, Großes zn thnn, was die Welt in Erstaunen setzt — weshalb wären sic denn so bedeutend! Unser großer Landsberg dachte lange nach, und wenn ein solcher Mann nachdcnkt, dann wird die Welt durch eine große That überrascht werden. Darum höre Welt und staune! Deinem großen Landsberg genügt es nicht mehr, den Inden allein die crhabenen Schöpfungen seines Geistes zu Theil werden zu lassen, ein Mann wie er widmet der gefammtcn Menschheit sein Pastorales Wirken. Deshalb versieht cr schon seit einiger Zeit neben seinem Nabbinate auch noch das Amt eines Pastors bei den Unitariern. Am Sabbath ist er Rabbiner in der Synagoge, am Sonntag Pastor in der Kirche! Ist das nicht herrlich, wahrhaft groß? Giebt es einen Zweiten von solcher Universalität? Ja, Max Landsberg ist groß, — was sage ich groß? — er ist der größte unter allen — Thoren würde ich sagen, wenn cs nicht eine Schmach wäre, daß solche Menschen sich Rabbiner zu nennen wagen können. Jamaica. ** 51i1l,zston, März. Ein Korrespondent des ״Iewish World" schreibt, daß die Verhältnisse der Spanisch-Portugiesischen Synagoge יסער השמימ sich günstig gestalten. Etwa vierzig Mitglieder thatcn sich zusammen, um für die Funktionen des חץ der beim letzten Brande zerstörten Synagoge Sorge zu tragen. (Wenn wir recht verstehen, so sorgen diese entweder durch Selbstübernehmung der Funktionen oder durch Geldzahlung für die regelmäßige Ausübung des Vorsänger-Amtes.) Von verschiedenen Seiten (aus England und Amerika) erhielt die Gemeinde ספרי וזורח und כלי קדש zum Gescheitk. Die angenbliekliche Synagoge ist ein wahres Miniatur Gotteshaus; daher sammelt Mr. D. N. Martin, der Präses der Gemeinde, Gelder und steht bereits in Unterhandlung wegen des Erwerbes eines Grundstückes, um ans demselben eine neue Synagoge zu erbauen. Einige von denen, welche sich getrennt hatten, vereinigten sich wiederum mit den Scpharden, da sie finden, daß die Fusionspartei abwechselnd Sabbath um Sabbath nach polnischem und sephardischcm Minhag beten, und an den Sabbathen, an welchen der polnisch-aschkenasische Ritus an der Reihe ist, besuchen die Sephardim die Synagoge nicht, und ebenso verhalten sich die polnisch-aschkenasischen Mitglieder zum sephardischen Minhag. Außerdem haben die Aschkcnasint. welche sich der Fusionspartei nicht anschließcn wollten, eine eigene Synagoge sich eingerichtet. So ist die Bewegung, welche ans der Mnijch-aschkenasischen und der sephardischen Synagoge eilte einzige schassen wollte, nicht nur mißglückt — es cxistiren sogar jetzt drei statt der früheren zwei: die sevhardisch -polnisch -aschkenasichc, die sephardische, die polnisch-aschkenasische Synagoge. A s i e n. * Bombay. Die ״Deborah" berichtet anS Bombay: ״Ans der hiesigen Universität wurde zum elften Male eine indische Jüdin, Namens Mary Samuel Perry, iiiimatrilulirt. Zwei junge Bene-Israels haben den B. A. Grad, weitere zwei Ehrenpreise im Latein!- scheu und drei im hebräischen erhalten. Man war früher der Meinung, daß die Bene-Israel nicht bildungSfähig seien, nunmehr ist das Gcgcntheil bewiesen." Australien. * Es entwickelt sich anscheinend in diesem von dem europäischen Mnttcrlandc entlegenen Welttheile ein regeres jüdisches Leben, als man noch vor wenigen Jahren zu hoffen wagte. Der in Melbourne erscheinende ,.Icwish Herold" berichtet von dem jüdischen Schulwesen in Sydney und Melbourne mehr Erfreuliches. Ant crstcrcn Orte sind drei jüdische Schulen mit 205 Schülern. — In Anckland (Neu-Seeland) soll eine neue Synagoge gebaut werden; den dort lebenden russischen Flüchtlingen geht cs sehr gut. Der Mann verdient durchschnittlich sechs bis acht Mark täglich und an Arbeit mangelt es nicht. — In W a r r m am bool, einem Orte in den westlichen Distrikten, ist ein jüdischer Friedhof angelegt worden. Namentlich wird die Thätigkcit des jungen Melbonrner Rabbiner Dr. A brah am s sehr gerühmt, und rnan verspricht sich von derselben einen frischen Impuls für das australische Juocnthum. Herr 01. Abrahams, ein geborener Londoner, hat seine Studien in Berlin unter Herrn Rabbiner Di׳. Hildesheimer vollendet und zeichnet sich durch eine ernst-religiöse Gesinnung, einen regen Eifer und Redegewandtheit aus. Er wird von Herrn Blcibanm wacker unterstützt. IH (Elbing, 22׳. April. Der Kriminalkommissar Höft, welcher von Berlin aus nach Skurc; gesandt worden ist. um wegen des an dem Knaben Eybula verübten Mordes Nachforschungen anznsiellcn, ist, der ״Danziger Zeitung" zufolge, unverrichteter Sache wieder nach Berlin znrückgckchrt. Es soll ihm nicht gelungen sein, das Dunkel dieses schrecklichen Mordes zu lichten.

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