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Jeschurun · 1884-04-24 · Heft 16-17 (24.4.1884) · p. 267

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 16-17 (24.4.1884)
Article
Österreich-Ungarn : Pest [Nachricht]
Date
1884-04-24
Page
267 (sequence 1)
Language
German
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267 D c st c r v c t ch - U11 g a r u. י||• Pest^ 14. April. Wie ucnautct, wird von Leiten der CbiT־S1ap,tSa!m;altfd)aft gegen die bei der Voruntersuchung über die T i s z a - Ed;׳ a r e r Ass eure thätig gewesenen Beamten, von vreichen mehrere Flößer beim Verhöre mißhandelt worden seien, das Strafverfahren wegen Miß.brauche der A m t ן1 ט c י1י a l t beantragt. A. Prrstbu1׳;i, 4. April. Gegen den hier erscheinenden antisemitischen ״Westungar.Grenzboten" wurde unter dein Titel ״der Aufreizung und Aufmunterung zur Begehung von Verbrechen" der Preßprozeß eingeleitet. Der Verfasser desselben wurde vom Untersuchung^- richtcr bereits verhört. Es ist wirklich die höchste Zeit, daß gegen dieses Blatt, welches den AntiseruitisinuS Tag für Tag predigt, und sowohl amtliche Personen, als auch angesehene Bürger hiesiger Stadt, die den Antisemitismus nicht billigen, schmäht, ja, selbst sich nicht scheut, die Negierung zu beschuldigen, ein Strafverfahren cingeleitet wird. Auch in der jüngsten NeprÜscntantensitznng wies der Präses derselben, Obergespan Gras Stefan ESzterhazy, ans dieses schamlose Treiben mit der Bemerkung hin, daß die Negierung alle gesetzlichen Mittel anwcndcn wird, um die Freiheit aller Staatsbürger ohne Unterschied der Konfession zu schützen. Unter Anderer!! schilderte Redner die beklageuSwerthen Zustände, welche hier herrschen, und betonte, daß mir in friedlichem und einträchtigem Wirke;! die Garantie des Erfolges liegen könne. Anstatt nun dies zu fördern, halten cS ..gewisse Elemente" für angezcigt, aus religiösen! und sozialem Gebiete in retrograder Richtung Vorzügehen, Haß und Zwietracht zu säen, Personen, welche dem öffentlichen Interesse dienen, nnzngrcifen und zu beschimpfen; ״wir," fuhr Graf Esterhazy fort, ״die wir mit-unserem Vermögen und unseren! Leben die sreihcitlichen Errungenschaften erkämpften, den! Volke die Möglichkeit einer menschenwürdigen Existenz gewährten, haben vollen Grund, ob dieses gewissenlosen Treibens entrüstet zu sein!" Redner schloß mit der Bemerkung, daß die Behauptung, als hätte die Negierung den Obergespänen Masse erlassen, um die Staatsbürger in der Ausübung ihres freien Rechtes zu hindern, ״eine infame Lüge" sei. A. Prost bürg, 5. April. Vergangene Woche fanden die Semestcrprüsnngen an der in hiesiger Gemünde bestehenden IcSzod-Hathorah.Schule statt. Die Prüfungen der vier Klassen leitete Herr Oberrabbiner B. Schreiber persönlich. Das Resultat war durchgehcndS ein sehr zufriedenstellendes. * ftirafett, 18. April Die ״Reform" bringt cm umfangreiches Dokument, bestehend in einem Berichte des Warschauer Gouverneurs nach Petersburg bezüglich der erforderlichen Mittel zur Reform der geistigen Ausbildung, respektive vollständiger Rust'isiznung der jüdischen Bevölkerung in Kongreß-Polen. In diesem Berichte wird zunächst der stete Kamps zwischen den onhodoxen und den Fortschrittsjndcn geschildert, und die fortschrittliche Partei als jene Partei im Indenthnm ׳Russisch-PolcnS und Galiziens dargestcllt, die nach Assimiliruug mit den Polen bchnss gänzlicher Polonisirung sämmtlicher Juden strebt und deshalb deiu russischen Elemente feindlich sei. Der Bericht sagt: ״Die jüdische Fortschrittspartei ist zwischen zwei Feuer!!; entweder muß sic offen sich für die Regierung erklären und die Umgestaltung der polnischen Iildcu^in treue Untcrthanen anstrebe!!, oder der nationalen polnischen Partei huldigen, im Sinne der polnischen Ideale wirken und so den sprichwörilichcn Typus eines ,Polen mosaischer Religion׳ repräscntircn. Leider ist Letzteres der Fall." Der Bericht schildert die regicrungSseindlichc Haltung der aufgeklärten Juden im Ausstande von 1S63 und sagt, so lange die polnische Intelligenz dem russischen Slaa Ssystem feindlich gesinnt sei, so lange die jüdische Fortschrittspartei sich mit dieser polnischen Intelligenz zu verschmelzen strebe, müsse die russische Negierung im eigenen Interesse die orthodoxen und konservativen Inden im Kampfe mit den Ansgcklürten kräftigst schützen, ׳)!in die 'PolonisirnngS-Besirebungcn der Letzteren zu paralysiren. ftraFatt, 16. April. Der ..R. st. Pr." wird geschrieben: Ein im Dorfe Osieka im IaSloer Bezirke wohnhafter Israelit, Ehajem Meer, schickte seinen Sohn Jankel nach Zmygrod Wielki, um daselbst anläßlich des herannahcnden Osterfestes verschiedene Einkaufe zu besorgen. Jankel Meer hat auch in der letztgenannten Ortschaft mannigfache Lebensmittel gekauft und trat hierauf mit Anbruch der Abenddämmerung seine Heimkehr an. Als er ans dem Wege nach Hanse in die Rühe eines Gebüsches kam, sprangen aus demselben :uhm junge Strolche, der 1 »;jährige Jan Brozyn und ' der 14 Jahre alte Jakob Brozyn, hervor und stürzten sich ans den im Felde allein sich bejindeuden Jankel Meer. ׳Nachdem sie ihn der eingekauften VM tnalien, die kann! drei Gulden wcrth ivaren, beraubt hatten, ermordeten sie den 5!naben und warfen dessen Leiche in einen Bach, wo sie am folgenden Tage gesuudcn wurde. Eil! merkwürdiger Zufall führte zur Entdeckung der jugendlichen Mörder. Als sic nämlich nach den! verübten Raubmorde in das gedachte Dorf kamen, verkauften sie einige von den geraubten Pcßachtuchen, welche unter dem polnischen Namen ״Sziuygud“ von den hierlündischen Bauern als besondere Delikatesse sehr gern gegessen werden, mite! den bäuerlichen Dorfbewohnen!. Zufällig bekam ein Gendarm hievon

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