Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 16-17 (24.4.1884)
- Article
- Für die vertriebenen siebenbürgischen Talmudjünger
- Date
- 1884-04-24
- Page
- 261 (sequence 2)
- Language
- German
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261 Es steht aber zu befürchten, daß manche dieser verlassenen Jünglinge. die in den anderen Jeschiboth wegen Uebersüllnng leine Ausnahme fanden, von Margen um die ungewisse Zukunft geplagt, in ihrem Gottvertrauen erschüttert, dennoch den 3ircncnriifcn der 8reologie folgen und also dem wahrhaften ליטוף התורה gänzlich entfremdet werden könnten. Un! dieser nicht z!t unterschätzenden drohenden Gefahr vorznbcngen, wäre es dringend a'ngczeigt, das; auch jene gesetzestreuen Rabbincn außerhalb Ungarns, denen doch Allen die heilige Sache des JudenLhnms gleich warn! am Herzen liegt, in ihren Gemeinden Jeschiboth einrichtelen, die eine neue Pflanzstätte für ר7דדרז und יראה werden könnten. Am geeignetsten für eine solche heilbringende Schöpfung waren im österreichischen Kaiseritaatc die Länder Galizien und Bukowina, da daselbst das Gcsetzcsstudium noch in ziemlichem Ansehen steht, und hiermit gewissermaßen Gewähr geboten sein dürste, daß der ansznstreucndc Same bei neuer Pflege und Wartung yir reichen goUgesegneten Ernte hcranreiscn werde. Die jungen hier gepflanzten Rci er würden in der von wahrer Thoraliebc noch sehr erfüllten Almosphärc zu eiuetu kräftigen srncht- und schutzspendenden עץ היים sich unter Gottes Beistand entwickeln könnctl. Bedauerlichcrweisc ist aber das Jeschibawesen in diesen Ländern von jeher eine Terra iwojniita, so daß cs trotz der vielen hier befindlichen nanthasten strengreligiösen Gcnleinden und trotz der hier lebenden bedeutenden talmiidischeti Größen cs detnroch auch nicht eine einzige Ieschiba giebt, in welcher Jünglinge nach bewährter Art der ungarisch-siebeubürgischen Ieschiboth ihre Ansbildnttg finden könnten. Es würde zti weit führen, den Ursachen dieser ausfälligen Tharsachc hier nachzngehen, wir konstaliren daher nur bedauernd das Faktum und wünschen, daß in! Sinne des ע״ לעשות לד׳ insbesondere, da doch das הפרו ר־;ד,־*,^ך zu befürchten stehu unsere hierländischen und galizischen עיני .הערה sich zu einer rettende׳.! That anfraffen möchten, um daS echte und rechte Jeschibaweset! auch hierzulande einznbürgern. Da alle Faktoren vorhanden sind, diesem gottgefälligen Werke der Thoraverbreünng die günstigstcit Aussichten ans Erfolg zu sichern, so hoffen wir, daß unsere Anregung tlicht bloß frommer Wunsch verbleiben, sondern baldigst zu einer lebensvollen und lebenslräs- Ligen Gestaltung werde. Schreiber dieser Zeilen, der das Glück hatte, in seiner Vaterstadt Prcßbnrg seine ganze Jugendzeit hindurch der dortigen Icschiba auzngchören, und von den dort empfangenen Eindrücken erstickt ist. kennt voll und ganz die Wichtigkeit tlttd deit wohlthätigen Einfluß der Jeschiboth ans eigener Anschaunug. Er wäre deshalb gern crbötig, sein bescheidenes Scherslein zur Eiltbürgernng der Jeschiboth in nnfevem Lande bcizntragen. Es würden vorläufig ck<> bis 30 Jünger auf eine freundliche Aufnahme in hiesiger Genteindc rechnen können. Mögen Andere, Berufenere, auch ihrerseits nad) Kräfte.! zur Verwirklichung dieses Planes beitraget,, datnit sich wiederum das Wort der heiligen Schrift bewahrheite: והיה ב״ יבוא עשו אל המהנה הא ה ה והכהו - והיה הטחנה הנשאר לפלטה. Nadantz (Bukowina), am! 3. Nissan 5644. I. Knnsiadt, Oberrabiner. Äollcktiu-Errichte ans Ungarn. XXXIV. 1 Tchluß) Ja, ein N. Moses Soser würde ganz beftinnnt auch hellte heil voll wirken לקרב את ה טרו הקים ולהשווה הטהלוקוה aber והאיש ט שח איננו, der große N. Moses ist nicht!!,ehr und seines Gleichen giebt cS nicht. — Er war אהוב וטתקבל und weshalb? weil er im Sinne des Talnntd (Berach. lila.) ^טענה ר freundlich, milde lind herablassend gegen Jedermann war; — aus ihm ruhte die שבינה, weil er, der talmudischen Sentenz eittsprcchend (Ncdar. 38 kr.), die personisizirte ענוה war; — ihn hat Gott unsterblich groß werden lassen, weil er der talntudischcn Regel geinäß (Ernb. 13 b) משפיל אה עצטו. — Diese großen Tugenden aber gehen den henligen ungarischen נהלים mehr oder weniger ab, und von der hehren, erhabenen und erhebenden jüdischen Beschcidertheit ist bei Vicken keine Spur zu fiitden; die von den talntndischen Weisen (Sota 5 a.) empfohlene Dosis des stolzen Selbstbewnßtseilts שמינית שבשמינית ist zur höchsten Potenz gesteigert worden, und gar Biele dürften hören ans den Zuruf אי עניו (Berach. 6 b.). Wir haben dieser schädlichen Eigenheit vieler der ungarischen נרולים schon längst in diesen, Blatte einen Artikel gewid!net, nitd cs ist ein klebet, das nicht oft und scharf genug gegeißelt werden kann; fast aus unseren bescheidensten ענייו findet Anwertdnng das talnnldische Wort (Lynhedr. 11b.) מה בין תקפי קדטאי לענותני בתראי und wie könnte inan da auch zur Wahl eines Landrabbiners schreiten, סטו jeder Einzelne sein Ego itttd nur sich allein berufen wähnt, gccigltct 111,b würdig zu dieser hohen Würde. Das Zweite, was dem ״Landrabbincr" nothwendig inncivohnen müßte, ist: Selbstständigkeit im kkrtheile. Auch diese conditio sine qua non ist bei den wenigsten der heutigen ungarischen נמלים anznrresfcn; die meisten handeln oft gegen ihre bessere Ueberzcngnng aus kindischer Furcht vor Anderen! Wir behalten uns vor. dieses kulturhistorische Thema in einer besonderen Ab- Handlung eingehender zu behandeln und entsprechend zu illustrireu.