Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 15-16 (9.4.1884)
- Article
- Amerika [Nachricht]
- Date
- 1884-04-09
- Page
- 246 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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246 Cbicönc Lieder singen, nein, lallen die vom Trünke schweren Zungen; dort senkt schon einer sein mildes Haupt, aber, von der liebevollen Zorge der Genossen Kinder zu erziehen. Die Kolonisten von Dacota und Oregon sind säst alle Besitzer des Bodens, welchen sic bearbeiten. Einige unter ihnen haben sogar schon Ersparnisse von UH) bis 300 Dollarn gemacht. Das gute Gelingen dieser Kolonisten hat den Board ermnthigt, in dieser Gegend eine neue Kolonie zn errichten. Zum nächsten Frühjahr werden 15 Familien nach Dacota geschickt, wo man ihnen 60 bis IGO Morgen?and überlassen wird. Diese neue Niederlassung wird den Namen Montesiore tragen. In der Nähe der Kolonie.Alliance, in Beaver Dam N. I. haben!2 aus New-Jork gekommene Familien eine kleine Kolonie gegründet, die sic Karmel benannten. Die einen verdienen ihr Brod durch Ackerbau, andere arbeiten in einer Zigarrenfabrik, welche durch die Fürsorge der Hebrew Emigrant■ Aid Society in dieser Gegend gegründet wurde. lieber die Kolonie Alliance hat das Zentral - Konnte folgenden Bericht erhalten: Diese Kolonie besteht auS 67 Familien mit 500 Seelen; sic besitzt 1200 Morgen. Dieses Land ist in 67 Theilc zn l4 Morgen abgetheilt, die übrigen 200 Morgen sind nicht mitvertheilt worden und dienen der Kolonie insgesammt. Der Boden der Alliance gehört zum Theil der Hebrew Emigrant Aid Society (530 Morgen), zum Theil?euch L Brother (530 Morgen) und M. S. ZsaacS L S. Schiff, (200 Morgen) 34 Familien haben sich auf dem Besitzthnm der Aid Society niedergelassen, 33 aus demjenigen von?cach & Brother, der Rest ist für Gebrauch aller bestimmt. Auf jedem Lot steht ein Häuschen, dessen Bau 150 Dollars gekostet; alle 66 Häuschen sind sich gleich. Der Werth eines jeden mit Zubehör ist auf 321 bis 443 Dollars geschätzt, je nach der Lage des TerraiuS. Die Kolonisten haben einen Kontrakt, wclcher ihnen den Besitz ihres AnwescuS sichert unter der Bedingung, daß sic vom November 1882 jährliche Zinsen von 6",״ einzahlen und vom November )887 an jährlich eine Abschlagszahlung von 50 Dollars leisten. Sobald die Hälfte dieser Summe bezahlt ist, wird der betreffende Kolonist definitiver Besitzer des HauscS und des ba,,u gehörigen BodenS, jedoch bc׳ halten die früheren Besitzer ein hypothekarisches Anrecht ans daS Ganze, für die andere Hälfte ihrer Guthabens. Die Emigrant- Aid Society beabsichtigt außerdem, den Kolonisten die Abzahlung ihrer Schuld zu erleichtern, indem üc den Zinsfuß derselben von jährlich 6"■» auf 3% herabsctzt. Die in Alliance niedcrgctaffcnen Auswanderer legen ihre Dankbarkeit für die ihnen gebrachten Opfer durch einen Fleiß, eine Ausdancr und eine Sparsamkeit au den Tag, die jedes Lob verdient. ES ist ihnen noch nicht gelungen, von ihrer Arbeit allein ihre meist sehr zahlreichen Familien zn ernähren, aber der Board und alle diejenigen, welche diese Kolonie besucht haben, setzen volles Vcrtrauen in ihre Zukunft und sind überzeugt, daß binnen Kurzem die Kolonisten von Alliance sich selbständig erhalten werden. Da der Board sich bei dem Zentral- Komite nm eine neue Subvention zur Erhaltung dieser Kolonie beworben, hat dasselbe 25,000 FrcS. zn diesem Zwecke bewilligt. Die anderen amerikanischen Kolonien bedürfen gleichfalls der Hülse und man kann nicht bcanspruchen, daß sie sich jetzt schon vollständig erhalten sollen; aber der Board hofft, die für diesen Zweck erforderlichen Fonds zusammcuznbringen. A r a b i e u. * Dem zu Korfu erscheinenden Journal ״Mose" wird über die jüdische Gemeinde zn Sana in Jrnten berichtet, daß dieselbe ungefähr )500 Familien zählt und 26 Synagogen besitzt. Die mciftcn Juden sind Gewerbetreibende, besonders: Goldschmiede, Eisenhandwerter, Schuhmacher u. s w. Am Freitag Mittag werden alle Arbeiten eingestellt, um die Vorbereitungen für den Sabbath in Muße treffen zu können. Acht Tagereisen von Sana wohnen, jüdische kriegerische Stämme in Ehnida und Sadck. f r i> c r ן c i dj tt u a ij c 11. Bon S. UI,. tyin Bild aus der PeßachnnchL. Hörst du den wüsten Lärm? Vernimmst du daS ’ Gläscrgcklirr, das Gebrüll, welches nicht anS mcnsch-! liehen Kehlen, sondern aus den Rachen blutgieriger! Bestien zu dringen scheint? oder ist es eS eine Heerde durstiger Ochsen, deren wnlhcnde Gier diese unartikntirtcn Laute verursacht? Nichts von diesem! NA׳in, deine Blüthe, deine Jugend, o Vaterland, deine den : Wissenschaften sich widmenden Jünglinge sind cs! Du j zweifelst, lieber Leser? So sich selbst! Tritt an daS; Fenster jener schwacherlcnchtetcu Kneipe, -- blick' in'S; Zimmer! — Nun? Ah, ich sehe dich entsetzt zurück- : fahren — was gicbt cS denn Furchtbares dort drinnen?; — 2 aß doch sehen! — Ja, jetzt begreife ich deinen; Schrecken. — Beim wüsten Zechgelage sitzt da mit von Bier gerötheten Gesichtern eine Bande roher Sauf- , brüder — 0 nein, ich irre mich ja, unsere stndircnde Jugend gicbt sich dort allzu ״geistigen" Genüssen hin.