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Jeschurun · 1884-04-09 · Heft 15-16 (9.4.1884) · p. 245

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 15-16 (9.4.1884)
Article
Österreich-Ungarn : Pest, 5. April [Nachricht]
Date
1884-04-09
Page
245 (sequence 2)
Language
German
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245 diesen Zeilen in Ihrem geschätzten Blatte Nanm;11 geben. Faln Szemcs, 30. Mär;!664. Mathias Partzel. H olland. A Ariisicrdam, 3. Avril. Das Kgl. Kriegsministerinm hat auch dieses Jahr verfügt, daß die jüdischen Soldaten wegen des Pcßachfestcs vom 8. bis '8. April vom Dienste zu disperisircn sind, und erhalten damit Diejenigen, welche nicht in ihrcnt Heimathsorte in Garnison stehen, gleichzeitig Urlaub, nach Hanse zu reisen. l-! NvtLerdarn, 31. Mürz. Wie ich ans gewohnlich gut unterrichteter Duelle soeben vernehme, soll Herr Di׳. Nittcr seine Bewerbung um das hiesige Nabbinat zurückgezogen haben. Herr l)r. Ritter soll sich zu diesem Schritte veranlaßt gesuhlt haben in Folge der großen Partei, welche absolut einen Inländer zum Rabbiner wünscht. — Ich kann hinzufügen. daß dieser Partei alle Diejenigen angchvrcn, welche die endliche Besetzung unseres Nabbinats wirklich wünschen, nur in den zerrütteten religiösen Verhältnissen unserer Gemeinde Wandel zu schassen. Frankreich. Paris, Ende März. Vergönnen Tic denr Andenken eines Edlen ein Plätzchen in Ihrer geschätzten Zeitschrift. Am 17. d. Mts. verschied hier Herr Benjamin Koßmanu, ein mm frommer und gelehrter Privatmann, ausgezeichnet an allen Tugenden, die den Menschen zieren. Sein Gedächtuiß möge in Ehren gehalten werden und zwar vor Allem dadurch, das; Ulan der Wittwe und den Waisen des Verblichenen den Verlust des Gatten und Vaters möglichst zu ersetzen suche. ת׳ג׳צ׳ב׳ת. Vi: Pcrris, 1. April. Vor tiingen Tagen vcrschied hier der in weiteren Kreisen als Mohel und Ben Thora in würdigster Weise bekannte Herr Benjamin Koßmann. Seine Bestattung vollzog sich unter der Begleitung einer zahlreichen und angesehenen Versammlung. Herr Grand Nabbin de France sprach auf dem Friedhöfe eine kurze, herzliche Trauerrede, die einen tiefen Eindruck!nachte. Der Dahingcschiedene war der Schwiegersohn eines bedeutenden Talmudisten der ehernaligen Hochschule in Metz, und mau konnte es den Worten des Herrn Grand Nabbin, der darüber klagte, wie einer nach den anderen ans den Reihen der Kämpfer für die Wahrheit und das Leben der Thora dahingerafst würde, anmerken, wic die Spitzen der Führer des hiesigen Gcmcindclebms sich noch nach langer Zeit an den hohen Beispielen und Mustererscheiunngcn erheben und begeistern, die das französische Iudcnthum in denl herrlichen Metz von vor fünfzig Jahren aufzuweisen hatte. Das Konsistorium, welches schon seit mehreren Jahren einen unter spezieller 2lufי . sicht des Herrn Rabbiner W eist o P s stehenden Schachet aurorifirt hatte, im städtischen Schlachthanse zu fungiren,! ltm deit Aufordertntgeu der Gesetzestreueu der hiesigen Israeliten Rechnung zu tragen, hat jetzt auch ans Anfang nächster Woche Herrn Rabbiner Wciskopf nebst mehreren angesehenen als religiös bekannten Herren eiugcladen, um über den Renban eines rituellen Bades (Mikwa) in Bcrathung zu treten. Der Miethsvertrag des bishcrigen Etablissements nahet seinem Ende, und man ist von Seiten des Konsistorimns genöthigt, für einen Ersatz zu sorgen. Es war auch bereits die Rede von einen! Projekt, das man vielleicht in einem kleinen Anfänge bereits zu realisiren begonnen, Herrn Rabbiner Weiskopf die Inspektion über das Gesammtschechitawesen von Paris zu übertragen. 'Was die Shnagoge betrifft, so besteht hier bislang keine große, die geeignet wäre, den Ansprüchen der Gesetzestreueu zu genügen. Herr Nabbincr Weiskopf arbeitet nun bereits seit einiger Zeit daran, die zwei hier bestehenden Gesellschaften, den ״Verein der talnindischcn Studien und den Wohlthätigkcilsvcrcin des secours mutuels des ״Patriarche Abraham" zur Erbauung einer großen gemeinsamen Shnagoge zu vereinigen. Wic es ihre )kamen schon sagen, haben die beiden Vereine gesonderte Aufgaben, beide fordern aber in ihren Statuten die Erhaltung eines Bctlokals und besitzen in der That jeder seine eigene kleine Synagoge. Es sollen nun also nach den! neuen Projekte, Thorastudinm und Wohlihätigkeit vereint die finanzielle Basis für die Errichtung eines gemeinsamen großen,würdigen Lokals für den Gottesdienst schassen. Amerika. * Dem neuesten Monatsbericht des ״All. Isr. Univcrs." entnehmen wir: Das Werk der russischen Kolonisation, in Amerika ist ein so bedeutendes Unternehmen, daß es verdient, mit ganz besonderer Sorgfalt verfolgt zu werden. Die landwirthschafttichen Riederlassungcn geben fortgesetzt gute Resultate. Die Kolonisten haben gegenwärtig eine vollständigere laudwirthschaftlichc Ausbildung, sic kennen besser den Boden, welchen sic bearbeiten, ertragen besser das Klima und fangen an, die nöthigcn Subsistenzmittel durch ihre Arbeit zu gewinnen. Ein Beweis für den befriedigen׳ den Zustand der Auswanderer ist, daß der größte Theil der russischen Kinder, welche im Jahre!882 durch die Sorgfalt der Alliance in Wien und Jaffa nntergebracht worden sind, von ihren Eltern znri'rckvcrlangt wurden, welches Anliegen durch Zeugnisse deS Board zu Ncw'Bork unterslützt wurde, indem derselbe konsratirte, daß die Leute die Mittel bejäßeu, ihre

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