Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 15-16 (9.4.1884)
- Article
- Noch ein Wort über die ungarische Jeschiba-Angelegenheit
- Date
- 1884-04-09
- Page
- 235 (sequence 1)
- Language
- German
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235!10(1) rin Ulort!itirröic lingarifdjf f ffdjibii־ Vvn ttainmu W c i ü, 3Cber־:>iabbiiicr in Aarwbnrg.;Tchlnß?׳ Freilich wisse!; wir wohl, daß so manche unserer echtfrominen Genossen die Gefährdung unserer heiligen Sache nicht in ihrer ganzen Größe erkennen. Sic lassen sich ein Genüge sein, selbst dem Bunde ihrer Väter treu anznhangen, kümmern sich aber um das Allgemeine wenig oder gar nichl. Sic glauben ihre Pflicht gethan zu haben, wenn sie die Gefahr von sich fern halten, und verschanzen sich hinter ihre Sündenscheu und ihre eigene Frömmigkeit. Sie suchen ihr Gewissen allmählich cinznlnllcn, indem sic sich vcr- ואמת יחי יעד tremeu אן. Der religiöse Abfall ihrer Nachkommen von תורה ואסונה läßt sic um die Zukunft wenig oder gar nicht besorgt sein. Diese Gleichgültigkeit und Kurzsichtigkeit Ihm uns weh. Der Indisscrentismns ist schon oft, nicht nur für Einzelne, sondern auch für Völker und Staaten, verhangnißvolL geworden, liniere Kinder dürsten uns einst anklagcn:!אבותינו חטאו ואינם ואנחנו עונותיהם סבלנו Lassen wir es nicht so weit kommen, noch ist es nicht zu spät. Meiner Ansicht nach bedarf eS vor Allem eines eiunn'ithigen Aufrassens seitens der großen Männer von Autorität und Ansehen, an welchen auch unsere Zeit Gottlob nicht ganz arm ist. Es gilt, für die heilige Sache in die Schranken zu treten. Von dem großen׳ R. Hirsch ז׳צ׳ל הריף, Verfasser des סיב גטין, zirknlirt ein treffender Ausspruch. Als man ihn einst benachrichtigte, daß das אפקויסית über- Hand nehme, und תורה ועברה allmählich abnehmc und erkalte — entgegnete er: Wollte Gott, daß die יראים cs so ernst meinten, wie die Anderen, dann würde cs wahrlich besser um uns bestehen. Der große Manu meinte nämlich: wenn die יראים so opferwillig wären für die Errettung und Erhaltung unserer Heiligthümer. wie nufere Gegner jür die Real!- sirnng ihrer Bestrebungen, dattn wäre das Indenthnm gerettet. Es/legt viel Wahrheit und Weisheit in diesen Worten. Ww viele Summen werden für die destruktiven Zwecke imb die sogenannte Reform geopfert? und wie wenig demgegenüber von unseren icidjcn יראים ושלמים für הרסת קרן התורה והחזקת הדת? Wie viele Geld- Opfer werden der wetterwendischen Mode des Tages gebracht, welche riesige Summen legt man aus den Altar der Zeitgötzen nieder: der Selbstsucht, Prahlerei, einem vermeintlichen Schönheitssinn n. s. w., um den Anforderungen des Zeitgeistes und der fovntücbcubcn Gegenwart blindlings Rechnung zu tragen, und wie Weniges, wie Winziges bringt man der Förderung von!תורה ועבורה Aber Gott sei Dank בי לא אלמן ישראל! Noch ist das Indenthnm nicht galt; verwaist! Noch giebt es Männer, welche nicht nur irdische Glücksgüter, sondern auch Liebe und Begeisterung für das alte lautere und unverfälschte Judenihnm saimnt seiner bc- 1'cligendcn heiligen Satzungen im traditionellen Sinne besitzen. Wir enthalten uns der Anführung von Namen. Wer kennt die hochherzigen Männer nicht, die schon nuzählige Gcldopfcr ans den Altar der Humanität bereitwilligst niedergclegt haben? Sollte es nicht auch ermöglicht werden können, von diesen mit irdischen! Uebcrflnssc reichlich gesegneten Männern — die für das Indenthnm sich noch begeistern — eine solche Summe zu erreichen, durch welche allein nur die dem gänzlichen Verfalle nahe liegende Thora nnd mit ihr das Judeuthum in Gegenwart nnd Zukunft gerettet und erhalten bleiben könnte? Die Möglichkeit hierfür ist wahrlich nicht ausgeschlossen! Es bedarf der geeigneten Anregung von autoritativer, gewichtiger Seite, daß sic die Bedeutsamkeit des Werks erkennen, welches sie zu fördern berufen sind ואיש את רעהו יעזורו. Und die תורה wäre dann באוד מוצל מאש! Wahrlich, wenn jetzt die besserdenkenden und einsichtsvollcren Männer rath- und thatlos dastehen und die Gebrechen der Zeit stillschweigend mit anschen, ohne dm Erwärmnugs- und Belebungsprozes; auch nur zu versuchen, darm frage ich: כי השתות יחרסון צריק מה פעל? Was soll dann aus der תורה, was aus dem Judenthume, was soll aus der Gegenwart und Zukunft werden? Ich verhehle mir die Schwierigkcitcn nicht, die sich der Erschwingnng eines solch' riesigen Kapitals entgegenstellen werden. Allein, alle diese Schwierigkeiten dürfen uns nicht znrückhaltm. den Versuch zu machen. Mit einem von wahrem Gottvertrancn erfüllten Herzen, vom Gedanken an die Erhaltung der Thora erwärmt, von dem Streben der Rettung des glanbcnstreuen Indentbums durchgtüht und begeistert mögen wir allen Schwierigkeiten und Hindernissen mnthig entge'gentrctcn, ohne durch ein- oder zweimaliges Fehlschlagen den heilsamen großen Plan anszugeben. Im festen unerschütterlichen Goltvertraueu, der das Gute stets gelingen läßt, wird die Anstrengung leicht und die schwerste Pflichtübung erhebend und beglückend. So mögen wir gerüstet nnd entschlossen an das heilige Werk hinautrctm; unter göttlicher Leitung können nur alsdann der Zukunft mit hoffnungsvolleren! Herzen entgegengehen und ans den hiinmlischcn Beistand bauen, der unseren! Streben einen günstigen Erfolg nicht ganz versagen wird.