Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 15-16 (9.4.1884)
- Article
- Psalm 114
- Date
- 1884-04-09
- Page
- 233 (sequence 1)
- Language
- German
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M 15 «. 16. Jeschnrnn. 233 Usalm 114. Als Israel vom Egyptenland, Vom Volk der Rohheit wich, Wühlt' Gott, der Herr, in JudaS Land Den heil'gen Sitz für sich. Die Herrlichkeit zog vor ihm her, Hält er in hcil'gcm Schutz; Erschreckt zieht sich zurück das Meer, Der Jordan beut nicht Trutz. Der Berge Grund hält ihm nicht Stand, Sie flieh'n vor ihm entsetzt; Die Hügel scheuen seine Hand, Wie Schäslein, die man hetzt. ״Was ist dir, Meer, was ist, du fleuchst? Da, Jordan, eilest fort? Ihr Berge, hüpfet Widdern gleich? Ihr Hügel, bebet dort?" ״״Es zittert vor des Ew'gen Macht Das ganze Erdenrund, Der Israel jetzt frei gemacht, Thnt seine Lieb' ihm kund. Der hartem Felsen Wasser leiht, Zn lindern Israels Schmerz, Hat Israel zum Volk geweiht Und wohnt in Judas Herz!"" St. S. A .... David Kaller. 23011 Naftali Simon. י " lUUc :Kcrfjic Vorbehalte». (Fortsetzung.) ״Nachdem wir uns hier förmlich installirt haben," Hub Leo wiederum an, indem er ]3*. halb geleerte Glas Bier vor sich hinsielltc, ,.ernenn ich mich zum Vorsitzenden der Synode und crthcilc DHvid daö Wort. Dieser aber sprach: ״Adolph befindet sich ganz bestimmt in einem Jrrthum. Das Verbot des Tragens ist, wie ich angeführt, klar ausgesprochen. Mich dünkt jedoch, daß hier nicht der geeignete Platz sei, hierüber weiter zu verhandeln. Für Leo ist der Gegenstand an und für sich sehr gleichgültig, und die fremden Zuhörer dürften and) kein Interesse daran haben. Frage Deinen Vater, Adolph, er wird Dir die 'Richtigkeit meiner Angabe bestätigen." ״Das lasse ich nicht gelten," meinte Leo. ״Es hat wirklich für mich einen großen Reiz, eine so heikle Frage regelrecht erörtert $11. hören." Adolph aber pflichtete seinem Gegner bei. Ucbcrdics hatten noch einige Mitschüler, die inzwischen angelangt waren, sich zu ihnen gesellt, und das Gespräch verbreitete sich über andere Gegenstände. Adolf hatte die so bestimmt ansgcdrückte Vcrsichcrung eines ihm bis jetzt ganz fremden Sabbarhverbots indessen sehr aufgeregt. Er war gewohnt, in seinem Vater die höchste religiöse Autorität zu erblicken. Daß derselbe irgend etwas nicht wissen sollte, was mit dem Neligiousgcsetze im Zusammenhang stehen könnte, oder daß er in irgend einer Hinsicht nicht das Rechte thun möchte, war undenkbar, und cs däuchte ihm eine Vcrletzung der kindlichen Ehrfurcht zu sein, in dieser Richtung einen Zweifel bei sich auskoinmen zu lassen. Dennoch aber konnte er sich nicht verhehlen, daß David im Talmud sehr belesen war und nicht mit solcher Zuversicht etwas aussprechcn würde, wofür gar kein Anhalts- Punkt zu finden wäre. Es mußte hier ganz bestimmt ein Jrrthum obwalten. Ein solches Verbot habe vielleicht nur Gültigkeit für die Zeit des Tcmpclbcstandcs oder zähle etwa zu derjenigen Kategorie gesetzlicher Vorschriften, welche ganz speziell nur für Palästina erlassen worden. Er nahm sich vor, seinen Vater zu befragen. ״Ich werde Veranlassung nehmen, über diese Frage in der nächsten Vorlesung mich aussührlich ausznsvrechcn," sagte Doktor Burgwald. ״Sic zählt zu der Kategorie der schwierigsten Probleme, deren Lösung von der heutigen Theologie erwartet wird. Dein Freund Haller hat eine sehr einseitige Bildung genossen. Seine beiden früheren Lehrer, hochachtbare und gründliche Talmudisten, besitzen nicht den tiefen kritischen Blick echter Wissenschaftlichkcit und nicht die weite Anschauung, welche das Ganze zu erfassen vermag. Ihr Auge haftet an dem Einzelnen, welches ihnen riesengroß und bedeutend erscheinen muß, weil sic es nicht im Zusammenhang mit dem Ganzen und als Glied desselben erkennen. Ihnen geht deshalb die rechte Schätzung ab, Alles ist ihnen! fundamental, und sie vertheidigen oft einen nur׳ lose mit der Veste zusammenhüugendeu, sich bereits abgelösten Stein, ohne zu gewahren, daß der Feind inzwischen die LN ine an den Grundbau gelegt " In Wirklichkeit aber war ihm eine solche Auseiuandersetzung keineswegs angenehm. Am liebsten wäre er ihr ausgcwichcn, weil eine derartige Erörterung in das praktische Gebiet hinübergriss und eine feste Stellungnähme zur Voraussetzung hatte, für welche ihm die Zeit noch nicht gekommen schien. Er hielt es jetzt noch für inopportun, die Konsequenzen aus seiner Theorie zu ziehen und seinen Standpunkt der allgemeinsten Beurtheilung preiszugebm. Er hatte cs bis jetzt verstanden, eine Pastoralklughcil zu behaupten, welche ihn gegen den Vorwurf einer Genteinsamkeit mit den ״Re-