Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1884)
- Article
- David Haller
- Date
- 1884-04-03
- Page
- 223 (sequence 2)
- Language
- German
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223 gebührender Maßen nüt seiner Einrede abzuweiscn. Du bist von und Beiden nunmehr in optima forma als solche anerkannt, David, wir harren Deines Spruchs in schuidiger Ehrfurcht. Also, die Frage lautet: vcrbietet das jüdische Zeiemonialgcsetz das Tragen eines Regenschirms am Sabbaih unbedingt?"! .,Da ich somit von beiden streitenden Parteien! zur Entscheidung angegangen worden bin," sprach David, ..so will ich der feierlichen Aufforderung Nachkommen und mich kur; und bestimmt fassen. Das Tragen eines Regenschirms in einem nicht nnischlosscnen Nannte ist wie das Tragen eine? jeden anderen Gegenstandes innerhalb eines solchen unbedingt verboten. In einer mit Thoren versehenen Stadt möchte die Benutzung eines Schirms nur dann zu erlauben sein, wenn derselbe bereits vor Eintritt des S abbat Hs geöffnet gemcfcii wäre/' ״Dab' Dank, weiser Richter," ries Leo. ״Da cs nun für uns hier um einen nicht umschlossenen Raum handelt, so ist das Tragen eines Regenschirms unbcdingt verboten. — Freilich, eine wunderbare und mir unverständliche feine Distinktion zwischen umschlossenen und nicht umschlossenen Räumen, aber nicht wunderbarer und unverständlicher, als das Verbot des Tragens überhaupt. Also der sreisinnige, reformistische Jurist hat recht, und der gläubige, fromme Theologe hat sich an die Brust zu schlagen und pater peeeavi zu bekennen!" ..Wie kannst Dn nur einen solchen Scherz treiben, David?" nahm Adolph in einem unwilligen Tone das Wort. ״Ich glaube, wir beide hätten alle Ursache, unsere Religion nicht noch mehr bem Gespötte -auszusetzen, als sie. es bei den Reformern ohnehin bereits ist. Leo nimmt Deine Acnßernng im vollen Ernste." ״Und warum sollte er denn auch nicht?" entgegnete David erstaunt. ״Du weißt doch sicherlich ebenso gut wie ich, daß ich ihm das thatsächliche Verhällniß nutgethcilt habe, wenn Dn auch in Unbedachtsamkcit viellcicht bei Deiner Entfernung au-ö dem Hanse momentan des Verbotes nicht eingedenk gewesen bist." Die Reihe des Erstaunens war an Adolph. ״Wahrlich, das begreife ich nicht!" rief er ans. ״Bon einen! solchen Verbote ist mir nichts bekannt; möglich, daß Einige den Gebrauch haben, sich des Tragens am Sabbath zu enthalten, wie sich ja cheden! manche Gewohnheiten im Volke gebildet haben, die alsdann als Gesetz betrachtet worden sind. Ich behaupte aber, wenn wir diese Frage ernsthaft behandeln wollen, daß ein wirkliches auf gesetzmäßiger Unterlage beruhendes Verbot dafür nicht vorhanden ist." ״DaS gicbt ja eine ganz regelrechte Wissenschaftliehe Disputation," sprach Leo lachend; ״und noch dazu über ein theologisches Thema. OaS wird wirklich interessant, spreche auch ich im vollen Ernst. Aber laßt uns solche in aller Behaglichkeit ullter Dach und Fach genießen. Trotz der Schirme, deren religionsgesetzliche Anwesenheit hier in Frage steht, werden wir bis aus die Knochen durchnäßt. Ich meinerseits halte es mit David, der von beiden anerkannten Autorität." Die jungen Leute traten in das mit einer Wirth׳ schaft verbundene Forsthans ein, in welches sich vor ihnen bereits viele Spaziergänger hineingerettet hatten. Sic fanden noch in einer Ecke einen freien Tisch, an welchen! sie sich niederließen. (Fortsetzung folgt.) Inserate werden die Zspaltigc Petitzcile oder deren Ranm mit 2ü Pfg. berechnet. Für den Inhalt derselben übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung. JnsertionS- und AbonnementS-Annahmc für Frankfurt a. M. anch bei Herrn I. Kaussmann daselbst, ohne Preiserhöhung. 3nr Beanssichtignng n. Pflege der Kinder wie., zur Ertheitnng des Handarbeit- Unterrichts an die weiblichen Zöglinge, suche ich gegen gutes Gehalt ein gebildetes, gesetztes Mädchen, Kindergärtnerinnen erhalten den Vorzug. Arau )ofuruna Marcks, Vorsteherin, des isr. Waisenhauses für Westfalen und Rheinland, in Paderborn. Du DiTfutufrn 1 in <»<!,<>><; (Schweizein Institut! i für junge Ceiue Israel.! mit seiner Ans- : stattnng und dem besten Material. Rcslcktirende wollen sich wenden an 311׳. Kiutlc Ilifsol», i Rue «les Channille.s :;22, i iu Ci e 11 e v e. Israelitisches Sankels-Institut und Pensionat I. Nanges in Brüssel, Belgien. ]08—170 CluiusMid fi'Etterbeek, dem Park Leopold gegenüber, geleitet von Professor L. Kahn. (Gegründet im Jahre 1803.) Preis-Nonrant für Koloiüalrvaaren «!11 Preis-Nonrant für ftoloiiialuuiarcu «!11 «Sl en detail (auf Verlangen verzollt) unter Aussicht des hiesigen Dbcrrabbinatö versendet gratis. Hamburg. N. Lcipheimer. rlho1!!kpMr!liu!f-Krikfk von maßgebender Leite versaßt. Preis per Stück inkl. Znstkllungs.Porto 10 Psg. in Parthien billiger, vorräthig bei I. Kauffmarin, Buchhandlung, Frankfurt 2. M Ich suche eine Anstellung bei einer isracl. Gemeinde als Kantor und Re. l i g i o n s l e h r c r. Die besten Zeugnisse irr beiden Fächern stehen mir zur Seite. I. Freuder Chrzanow (Galizien).