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Jeschurun · 1884-04-03 · Heft 14 (3.4.1884) · p. 221

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 14 (3.4.1884)
Article
Österreich-Ungarn : Pest [Nachricht]
Date
1884-04-03
Page
221 (sequence 2)
Language
German
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221 Nähe der Residenz wohnen und zur מגלה noch heimkommen konnten, delcgirt, und so bcflanb die Deputation aus den ehrwürdigen Herren Rabdincn aus D. Kreutz, Prcßburg und Eiscnstadt. HerrRabbiner K. Reich aus Berdo schloß sich diesen freiwillig an. — Man verspricht sich von diesem Schritte viel Gutes. Gott gebe cs! Aber mau bedenke wohl, cs nützt ciumal nichts, man darf sich dem Machtgebotc der Zeit nimnicr verschließen, die Verhältnisse müssen anders sich gestalten. — In S. a. lljljclt) tagte eine kleine Nabbinerversammlung. Was dem verehrten Rabbiner ans Ujhcly vor Kurzem hier wicdersahrcn, hat der ״Jcschurun" bereits mitgetheilt. Der Fall hat allcnthalben gerechte Entrüstung hcrvorgerufen und die Freunde des sehr gelehrten Herrn Rabbiner Lasar Löw wollen nun Satisfikatiou! Was bereits nach dieser Richtung hin geschehen ist oder geschehen soll, ruht noch unter dem Siegel der Verschwiegenheit. — Der Rabbiner 91. Moses Esorna aus Homonna folgt einem Rufe nach Hußt. Der frühere Rabbiner Amram Dlnnt, früher in Heghalja-Hüd, hat abdankcn müssen. Er war den Hußtern zu wenig -!'המי. Der Arme hat Alles gethan, um in Gunst zu bleiben, er hat auch einen bekannten obskuren איסור mit unterfertigt, um seine extreme Gesinnung au den Tag zu legen, cs hat ihm nichts genützt, er mußte nach kurzem Aufenthalte das Feld räumen und gehen. Uv. Ans Siebenbiirgcn, 24. März. Die jüngsten Ministerial-Verordnungen in Angelegenheiten der Jeschiboth haben nirgends so schnell böse Früchte erzeugt, als in den Gegenden, wo dem Vorurtheilc der Verwaltungsorgane durch das nu-ir größere Nischuß unserer Neologen Nahrung zugeführt wird. החדפיך ומחריביך ממך יצאו. Sie sind ja schon längst erkannt — die Faiseurs der gegen unsere Jeschiboth und Rabbiner gerichteten Bewegung, welche sich in Budapest hinter die Erlasse aus dem Ministerial-Bnrcau zu bergen verstehen, aber in der Provinz mit vssenem Visir hcroortreten. Ein solches Beispiel liefert die jüngstens erfolgte Auflösung der bedeutendsten Icschiba Siebenbürgens, nämlich in Klausenburg. Unter Leitung dcS zwar noch jugendlichen, aber nichts desto weniger durch seinen innnensen Fleiß und הדיפות ובקיאות sich auSzcichnenden, als einstige Leuchte Israels geltenden Oberrabbiner M. S. G lasner, Urenkel des הרם מופר — blühte daselbst seit fünf Jahren eine 50—6U Jünger zählende Icschiba. Den fortwährenden Agitationen der dortigen Neologen ist es aber leider gelungen, den königl. ungarischen Schulinspektor zu veranlassen, daß er vor etwa drei Wochen die Auflösung der Klausenbnrgcr Icschiba anordncte und trotz des von der Icschiba- Leitung dagegen, erhobenen Protestes seinen Beschluß mit behördlicher Assistenz auch aussührte. So mußten unter Androhung der Abschiebung die fleißigen, frommen Sämlcr von ihrem geliebten Lehrer und Meister Abschied nchnicn und sich nach allen Richtttngcn hin zerstreuen. — Ein gleiches Schicksal hatte die Icschiba zu Düüs. — Leider traurig genug, daß cS so weit kommen konnte! Daß sich Gott der בני ציון היקררימ endlich erbarmen und die Ehre seiner Thora zur Geltung bringen möge! * Pest, 29. März. Vor dem vierten Strafsenate des Obersten Gerichtshofes gelangt nächste Woche die Affaire von Tiszci-Eszlar zur Verhandlung. Den Vorsitz wird der Senats-Präsident Lorenz Toth führen, als Referent fuugirt Kurialrichter Bcla An-rassovic. Däne m ci x k. © im Mürz. Letztens berichtete ich Ihnen von der Festlichkeit eines hiesigen jüdischen Vereins. Heute habe ich Ihnen mitzutheilcn von der Sonntag, den 18. März, stattgcsundeuen Feier der הברת קברנים. Dieselbe zählt etwa 180 Mitglieder, wovon jedoch nur 70—80 aktiv sind, während die übrigen dem Vereine angehörcn, um sich ein nach echt jüdischem Gebrauche gchandhabtes Begräbuiß zu sichern. Die diesjährige Festlichkeit, wobei beide Rabbiner sowie 150 Mitglieder zugegen waren, wurde noch dadurch verschönert, daß der berühmte Obcrkaiitor der hiesigen Gemeinde, Herr Simon l früher in Haag), Passende hebräische Gesänge vortrug. — Außer dem hiesigen היים st^-Verein besteht noch ein alter Lern-Verein, דשי הברה genannt, wo von בובות bis פסח jeden Wochentag Abend Vorträge über ת׳נ׳ך mit דשי, sowie abwechselnd ein kleines Pensum מנורת המאור und עין יעקב gehalten wird. Diese דשי הברא hat den schönen Gebrauch, nach dem Ableben eines Mitglieds während der ׳שלישים sieben Kapitel Tchillim alltäglich für den Verstorbenen zu sagen, sowie auch am Jahrzcittage einen ׳שי^ור zu lernen und Tchillim zn sagen — Der Präses der hiesigen Gemeinde, der als solcher eine Reihe von Jahren gewirkt hat, ist jetzt wegen Alters znrückgetrcten. Der König hat ihn bei dieser Gelegenheit durch einen Orden ausgezeichnet. Holland. /d Ans Holland, 28. März. Fast hätte ich diesen Zeilen die Ucbcrschrift ״Verschämter Antiscmitismus" gegeben, wenn nicht ״Antisemiilsmns" und ״verschämt" eine eoulruckietlo in mheeto wäre, und die Annahme, daß für christliche Liebe Stöcker scher Fac-on hier zn Lande Empfänglichkeit vorhanden, eine Veleidigung für unser freies Holland wäre, aber — ״So'n Bischen Rischus, das klcid't doch ganz wunderschön" denkt doch Mancher, und dachte auch der ״Zutphcnsche Kouraut", als er vor Jemand warnte, ״der sich als i Franzose cuiögebc, aber ein Israelit sei, der gut

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