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Jeschurun · 1884-04-03 · Heft 14 (3.4.1884) · p. 220

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 14 (3.4.1884)
Article
Deutschland : Hanau [Nachricht]
Date
1884-04-03
Page
220 (sequence 2)
Language
German
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220 auch er den Worten des Herrin folgen, ohne Rücksicht auf die dnrcheinandcrwogenden Strömungen der Zeit. Aber er darf auch gegen die Bestrebungen der Zeiten nicht blind sein, er muß sich in sie vertiefen, auf daß er sehe, was Roth thnt in Israel. So müsse ein wahrer Führer Israelnach seiner Meinung beschaffen sein, und als ein solcher sich zu erweisen, das sei daS einzige Ziel seines eifrigsten Strebens. — Ein großer Wirkungskreis steht Herrn Dr. Kores offen, da vier .streife mit zahlreicher jüdischer Bevölkerung zu seinem Rabbinat gehören. Wir zweifeln nicht, daß es ihn! gelingen wird, sich die Liebe, die wir ihm entgegenbringen, zu erhalten und Gutes zu nürfeit für unsere Religion und unsere Glanbensbrüder zn unserer Aller Heil. * Neristcttin, 25. März. Das diesseitige Militär-Kommando sollte, wie die ״N. St. Ztg." schreibt, heute bestimmt nach seiner Garnison Köslin abrücken. Wider Erwarten ist dies indeß nicht geschehen: es muß also noch in letzter Stunde der Gegenbefehl eingetroffen sein, nach welchem das Kommando bis auf Weiteres noch hier zu verbleiben hat. * Neilstettin, 2k. März. Die ״N. St.-Ztg." berichtet, daß anläßlich einer gestern Abend in der zehnten Stunde stattgehabten Schlägerei, bei welcher ein jüdischer Lederhändler der Geprügelte war, durch eine Militär-Patrouille drei Verhaftungen vorgenommen wurden. Der kommandireude Offizier muß dem Auftritt eine gewisse Bedeutung beiznlegen genöthigt gewesen sein, denn derselbe ließ die Truppen alarmiren und schickte mehrere Patrouillen in die Unterstadt. Tags zuvor wurde in einer jüdischen Wohnung ein Fenster eingeworsen. *□* 5101111}, 28. März. Etwa 6500 Marl sollen bei der letzten hier stattgehabten Verhandlung lediglich für Zengengebühren verausgabt sein! Man kann sich daraus einen Begriff machen von der Menge von Zeugen, welche in jenen 8 Tagen vernommen wurden. * Trier, 26. März. Die ״Saar- und Mosel- Zeitung׳'׳ schreibt, daß in der heutigen StadtrathSsitznng das Gesuch ״einiger Mitglieder der israelitischen Religionsgesellschaft, einen Platz auf dem städtischen Kirchhof ailgewiesen zu erhalten, da ihnen von Seiten der Synagogengemeinde auf dem israelitischen Kirch- Hofe nur Begräbnisse außer der Reihe gestattet sind," abgelehnt wurde. j|| Elbing, 26. März. Der ״Danz. Ztg." entnehlne ich folgenden Bericht über den Skurezer Mord: ״Heute Abend wurde hier (in Sknrez) der Kaufmann Heymaun Boß jun., wie auch dessen Vater verhaftet und an das Amtsgericht zu Pr.-Stargard abgeliefert. In der Boß'schen Behausung hatten bald nach dem Morde an dem Knaben Eybula Haussuchungen stattgefunden, und es war auf dem Hofe daselbst im Dünger Blut gefunden worden. Was aber jetzt die Verhaftung der Genannten veranlaßt hat, kann mit Sicherheit nicht angegeben werden. Erwähnenswerth erscheint es jedoch, das; ein Kleid, welches die Schwester des Boß jun. vor Kurzem bei einer Schneiderin zum Umändern abgab. Blutspnren zeigte, und dieses wurde zur Anzeige gebracht. Ob und wieweit hier eine Verbindung mit der geheimnißvollen Mordthat vorliegt, wird die gcrichtliche Untersuchung noch aufzuklären haben." So viel ich nun erfahren habe, sind die Verhafteten recht- liehe Leute, denen nichts ferner liegt, als ein solches Verbrechen zu begehen. Der Alte ist hochbetagt. Die Blutspnren im Dünger finden ihre sehr natürliche Erklürung darin, weil im Hause vor einiger Zeit ein Ochse geschlachtet wurde. Ebenso verdachtlos erweisen sich die Blutspnren im Kleide, die eines ganz natürlichen Ursprungs sind. Außerdem aber ist das Alibi der Tochter rcsp. Schwester der Verhafteten zur Zeit der Mordthat sestgestellt. R. Feuchtwaugen, 30. Mürz. Vergangenen Dienstag starb dahier im Alter von 70 Jahren unser langjähriger Knltnsvorstand Herr Joel I. WeiHennann, der während 16 Jahre die Geschäfte der hiesigen Knltusgemeinde leitete und auch lange Zeit vorher schon als Knltnskassirer thätig war. Die hiesige KnliuSgemeinde erleidet dadurch einen fast unersetzlichen Verlust, indem der Verstorbene dem ihm übertragenen Amte mit seltenem Eifer und Geschick Vorstand. Sein biederer und gerader Karakter erwarb ihm überall Achtung und gab der imposante Leichenkondnkt beredtes Zengniß hiervon. Sein Andenken beibe zum Segen! F. Paderborn, 19. März. Der neu erschienene Jahresbericht über die hiesige israelitische Waisenerziehnngsanstalt für Knaben und Mädchen ans Westfalcn und Rheinland gicbt ein Bild von der Wirksamfeit dieses Instituts im 27. Jahre seines Bestehens. 56 Waisen befinden sich augenblicklich in der Anstalt, für deren Erhaltung inSgesammt die Summe von 32 966 ü%. 75 verausgabt worden. Die Einnahme betrug 35151 08,״$. Das Vermögen der Anstalt beläuft sich auf 142 853 ft Oesterreich-Ungarn. Dr. W. Pest, im März. Zur Ergänzung i meiner jüngsten Mittheilnng referire ich, daß am j תענית אסתר eine Deputation der orthodoxen Rabj bincn Ungarns bei Seiner Majestät in der Wiener! Hofburg eine Audienz hatte. Der vielverdiente K. K. | Hofwechsler Herr Ign. Deutsch entfaltete, wie immer; so auch jetzt, eine eifrige Thätigkeit zu Frommen und! Nutzen des orthodoxen Iudeuthnms. DcS תענית אסתר i halber waren nur einige Rabbiner, welche in der

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