Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1884)
- Article
- Österreich-Ungarn : Nentra [Nachricht]
- Date
- 1884-03-27
- Page
- 205 (sequence 2)
- Language
- German
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205 getragen und der Herr Rabbiner knüpfte an die bctreffenden Ichlußstellen eine halachische Dissertation > voll Logik und Scharfsinn. Die Gesellschaft bestand j neben einigen unterstützenden Mitgliedern der הברח; zum überwiegenden Theil auS den eigentlichen ausübenden derselben, ans hervorragenden בני תורה, die der Reihe nach im Laufe des MahlcS zahlreiche halachische und hagadische Vorträge hielten. Spät nach Mitternacht erst trennte sich die fröhliche Gesellschaft. Man drückte sich innig die Hände und wünschte einander bcwegt, auch daS Freudenfest zur Beendigung von ganz ׳ביי׳ב in vollzähliger Gemeinschaft begehen zu können — cS wäre denn, daß mittlerweile der נואל צדק erscheinen wird. — Am nächstfolgenden Abend schon wurden die Vorträge aus dem nun folgenden Traktat יפהים be gönnen. Wir können nun nicht umhin, den wackeren Mitgliedern der hiesigen ש׳זפ חברה,' die allabendlich, sich dem anstrengenden Tagewerk entreißend, dem Studium der תורה הקדושה obliegen, ein herzliches Glückauf zuzurufen, und der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß ihr frommer Wunsch auf glückliche Bcschließnng von ganz ש״ם und ans das baldige Erscheinen des גואל צדק sich auch ganz gewiß bewahrheiten wird. H o l l a n b. ׳ שAmsterdam, l 6. März. Die jüngste Nummer der ״Icwish World" enthält die folgende sonderbare Nachricht, ivovon nnS wenigstens — so bemerkt dazu der ״Israel. NienwSbodc" —nichts bekannt war: ״Ein bewunderungswürdiges Werk ist von der jüdischen Gemcindc in Amsterdam in die Hand genommen worden, welches Beispiel, wie wir hoffen, von anderen Gemeinden Nachahmung finden wird. Das Haupt (?) der portugiesischen Synagoge hat nämlich beschlossen, praktische Maßregeln zur Beendigung der traditio!tellen Differenzen zwischen Scfardim und Aschkenasim zu treffen. Vinnen Kurzem soll eine Konferenz der beiden Korporationen stattfindcn, uni, wenn beide Seiten dazu bereit gefituden werden, unter großen Konzessionen eine dauernde Vereinigung zu Staude zu bringen. Wir hoffen aufrichtig, daß dieses Unternehmen mit guten! Erfolge gekrönt werden möge. Seil Montefiorc in England und Crcmieux in Frankreich, beide Scfardim. cS wagten, aschkeuasische Frauen zu heirathcn, sind die gesellschaftlichen Schlagbüumc zwischen den beiden Genossenschaften sehr geschwunden. Für alle praktischen Gemeinde-Interessen sind sie ja seit einiger Zeit bereits vereinigt, doch cs wird Zeit, daß endlich auch der kleinste Schatten synagogalen Unterschiedes schwinde, und unsere Ainstcrdamer Brüder haben dies richtig begriffen. Die Initiative in dieser Angelegenheit ist in liebenswürdigster Weise von den holländischen Scfardim auSgegangen, den direkten Nachkommen einiger der stolzesten spanischjüdischen Familien aus dem Mittelalter, die vor Jahr- Hunderten zu den starrsten Verächtern aschkcuasischer Gemeinschaft zählten." ש Ämsterdnm, l 8. März. Dem Berichte des ״Niedert. Israel. Seminars zu Amsterdam" für die Schuljahre 1882,83 entnehme ich folgende Notizen: An der Spitze dicfes Instituts zur Ausbildung von Rabbinen und Lehrern steht Herr Oberrabbiucr “Dr. D ü nucr als Rektor, Herr- L. Wage n a a r als Konrcktor, die Zahl der Dozenten beträgt für die vcrschiedcneu Fächer 13. und zwar für: Talmud, Exegese,, hebräische Sprache und Literatur, jüdische Geschichte, Rcligionsphilofophic, Homiletik, Lateinisch, Griechisch, Deutsch, Französisch Englisch, holländische Sprache und Literatur, Mathematik, Physik, KoSmographie, Naturgcschiehte, Pädagogik, Geschichte, Geographie und Singen. — Am 1 .Januar'1882 genossen Unterricht 50 Studenten und Zöglinge, worunter 10 Zahlende; an! 1. Januar 1893 58 Studenten, worunter 8 Zahlende. An den akademischen Vorlesungen nahmen Theil 1882: 5, 1883: 4 Studenten. — Das Kuratorium besteht zur Zeit aus den Herren: A. C. Wert heim, Vorsitzender, S. W. Josephns I.itta, Vize-Vorsitzender und Sekretär. B. S. NieS, Schatzmeister, M. H. de Lima, Professor Mr. T. M. C. Asser — sämmtlich in Amsterdam, Prosessor Dr. S. Rosen- ' stein in Leiden. I. E. AndricS im Haag. — Die Einnahmen betrugen: 1) Jährlicher Beitrag des Reiches fl. 7000, der hochdeutschen Gemeinde zu Amsterdam 3600, des 150 ביית המדרש ע,[ חיים, außerdem von dcu Gemeinden: Haag. Amersfoort, Aruhcin, Groningen, Dordrecht. Hcrzogenbusch, Middelburg, Utrecht, Haarlem, Alkmar, Eindhojcn, Gouda, Helder, Hilversum, Wccsp, Eoevordeu, Maarßcn, Brielle, Vccndam von 60—250 (die zweitgrößte Gemeinde des Reiches, Rotterdam, glänzt durch — Nichtzahlcn); 2) Beiträge von Gemeinde-Mitgliedern in Amsterdam ca. 1100, ans dem Haag ca. 35; 3) Schulgeld ca. 200; 4) Immobilien 1882: ca. 700, 1883: ca. 1400; 5) Geschenke 1882: ca. 700, 1883: 400 Gulden. — Mit besonderen! Danke erwähnt der Bericht die thalkräftige und unermüdliche Unterstützung der ״R. Iesaia Kleeretoper-Stiftung", welche nicht wenig Zöglingen die Fortsetzung ihrer Studien ermöglicht habe. — Es ist zu bedauern, daß unser Seminar, welches so Vortreffliches leistet und welches die holländische Indcnhcit mit Stolz daS Ihrige nennen darf, sich nicht größerer Beweise thalkräjtiger Sympathie Seitens der Gemeinden und Einzelner zu erfreuen hat; wir meinen, ein Jeder müßte cs als eine Ehrenpflicht betrachten, nach seinen Kräften zur Förderung dieser so segensreich wirkenden Anstalt beizntragen, welche, treu ihrer Devise יפה תלמוד תורה עם דרך ארץ, mit freudiger Genngthunng auf die Früchte ihrer Thätigkeil dUckeu darf.