Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1884)
- Article
- [Rezension] / R.
- Date
- 1884-03-27
- Page
- 197 (sequence 2)
- Language
- German
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wir die §§ 189—194 über ענת nach. Wir glaubten! daselbst;um Allermmdesten, wem! nicht eine Aufführung! der ל~ט טלאבות, so doch wenigstens eine Erläuterung : des Begriffes des איסור מלאכה zu sinden. j Statt dessen wird man mit der gerade;׳.! faden Bei!!!erkling abgespeist: ״llm diesen Zweck des Sabbaths;>! befördern, ist uns geboten: die Ruhe an deinselben von den alltäglichen Arbeiten, Sorgen und Zerslrcuungen, damit wir desto inehr unser Seelenheil beachten." Was wäre nun nach Herrn Herxheim er's Erklärung die beste Sabbathfeier? Wir meinen, wenn wir uns ruhig in's Bett legten. Doch, Pardon, Herr Hcrxheimer empfiehlt außerdem noch ״kostbare Speisen, schönere Kleider und erleuchtetere Wohnung, damit durch das Aengerc auch das Innere sieh erhelle," endlich muh noch, in die Synagoge zu gehen. Wir glauben, daß, wenn Herr Herrhciiner nun einmal mit den! Papiere geizen will, er all dieses ohne Weiteres auch hätte fortlassen dürfen. — Um so bezeichnender für den Geist des Buches ist cs darum, daß in demselben auch nicht mit einem Worte des איפור von ־,שעטנז בער בחלב rc. gedacht wird. Die Bemerkung, daß wir u. A. auch darum an MoseS göttliche Sendung glauben, ״weil er in seinen Büchern alles mit redlicher Wahrheitsliebe und Auf richtigkcit erzählt rc. re.", läßt gerechte Zweifel an des Verfassers Glauben an die Göttlichkeit der Thora zu. Ferner läßt eS sich der Herr Verfasser nicht nehmen, für dcu dreijährigen Vorlesungszyklus der Thora Propaganda zu machen. Nach diesen! Wenigen kann man auch verstehen, wem! der Berfa sscr Zunz, I o st, Geiger, Frankel, G r ä tz, P h i l i p p s o n rc. als diejenigen bezeichnet, welche gründliche und gediegene Arbeiten geliefert, Verfüche zur Erkemuniß und Verbreitung der erleuchtenden und beglückenden Wahrheit für Israel und die ganze Menschheit. —- Verfasser dieser Zeiten weiß aus eigener Erfahrung, wie in jüdischen Schulen, welche noch ans dem Stand-׳- punkte des echten Iudeuthums stehen, nach diesen! Buche jüdische Religion unterrichtet wird. Möchte diesem Uebelstande bald abgeholfei! werden. It. i-j KMeüiv-Berichte MS Ungarn. XXXII. -,Schlick;.) Wer die ungarischjüdischen Verhältnisse näher kennt und alle seit einem Dezennium zu Tage getrclencn Erscheinungen sieht, und das Gesehene zu einen! Gesammtbiide zu gruppiren versucht, der wird sich!!ich! länger über dic bedauerliche Thatsache hlnwegtünschcrr, daß der ״Außerkraftsetzung" des mehrerwähüten § 26 leineswcgs jede Berechtigung abgesprochcn werden kann.! Der Umsicht des Herrn von Tresort konnte! es nicht entgehen, daß. gegenwärtig solche Elemente am : Ruder der ungarischen Orthodoxie sind, welche nur j s olche Oiabbincu als wahrhaft orthodox anerkennen, '׳ die an den Bestimmungen des Nagy-Mihülyer ^2ס בית רי; festhaltcn, und von welchen sic voraussetzen können, daß dieselben nie und nintmer einen Rabbiuats-Kandidatea autorisircn werden, der, wenn auch nur die vier unteren Klassen einer Mittelschule, absolvirt hat — ודי לדזניטא ברטיז׳. Dieser Umstand würde dann allerdings, unter Beibehaltung des erwähnten £ 28, die kultusministerielle Verordnung ganz illusorisch machen. Nach dieser Auffassung hat demnach eben die retrograde Strömung im Lager unserer Orthodoxie, deren Symptome sich allenthalben zeigen, die Keime jener ״Anfheb1!ngS"-Idee z!!!n Leben erweckt, von denen, lvcnn man nicht rechtzeitig entsprechend vorbeugt, — ach, nur zu bald die ganze Atmosphäre geschwängert werden könnte. Und dieser nur hier angedeutete Umstand ist eS eben, der uns 1111! die Zukunft der ungarischen Orthodoxie so sehr besorgt macht und veranlaßt hat, die bereits verrostete Feder wieder in Bewegung zu setzen. — Nicht der Erlaß mit seiner Forderung, welche wir durchaus für kein 'Unglück halten, deren Realisirung wir vielmehr schon längst zu Nutz und Frommen der Orthodoxie sehnlichst hcrbeigcwünscht, — aber die Thatsuche, daß ein Paragraph des orthodoxen OrganisationS- Statuts mit a. h. Entschließung aufgehoben wurde, — diese beunruhigt uns im höchsten Grade. Dic offizielle Orthodoxie pochte immer auf ihr mit a. h. Sanktion versehenes Organisations-Statut, auf ihre unantastbare Autonomie! — Nun ist das Unglaubliche geschehen, die vielgepriesene Autonomie ist in ihren Grundfesten gewaltig erschüttert worden. Wir wollen m!t dieser Auseinandersetzung den üdclberathcneu Führen! keinen weiteren Vorwurf machen, aber wir möchten ihnen cindringlichst an's -Herz legen, wohl zu bedenken, daß das Geschick des L; 26 das ganze Statut ereilen kann. Wenn ein Stein sich abbröckelt oder losgelöst wird, wird das ganze Gebäude erschüttert, und wer die Macht besitzt, einen Paragraphen ״außer Kraft zu setzen", der kann mit einem einzigen Federzuge das ganze Statut außer Kraft setzen. Eine durchgreifende Reorganisation der ״DurchfnhrnngS-Kommission" ist unumgänglich nothwendig. Wir (iuh uns bewußt, daß wir hier gelassen ein großes Wort ausgesprochen, weiches in manchen Kreisen viel- Icid)t mißbilligend ausgenommen werden wird. Aber die Wahrheit steht uns höher als der Sterblichen Gunst, und die Sache unserer heiligen Religion dünkt uns heiliger als das Ansehen der Menschen; darum sprechen