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Jeschurun · 1884-03-20 · Heft 12 (20.3.1884) · p. 191

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 12 (20.3.1884)
Article
David Haller [Nachricht]
Date
1884-03-20
Page
191 (sequence 2)
Language
German
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191 vor feine Seele. Diese beiden geliebten und verehrten | Männer halten ja selbst ihr Unvermögen nnverholen ׳ zuschanden, ihm dasjenige zu bieten, was die Gegen- I wart erheiseln׳. Bnrgwald holte gerade den Tan angeschlagen, welcher David mächtig ergreifen mußte; das Berhältniß der jübifdjen Vchrc zur allgemeinen Wissen.! schast, den Ausgleich der (Gegensätze zwischen beiden. ' Hub wenn er diesen Gegensatz biolang auch nicht empfunden hatte, — er war ja jung und ungelehrt,! ihm könnte er noch verborgen sein, aber sicherlich war i er vorhanden, früher oder fi-dtcr würde auch er ihn j entdecken. Was aber Klein und Grodnaner nicht ge- | ln!1 gen war, dem bedeutenden Manne, der so selbst-! bewußt und sicher, so bestimmt und begeistert von einem wissenschaftlichen Iudenthnme sprach, ihm mußte diese Ausgleichung geglückt fein, sein hoher Geist hatte sicherlich die Berührungspunkte zwischen beiden entdeckt imb deren innige Verschmelzung bewirkt. Wahrhaft geläulerteS wissenschaftliches Indenthum, wissenschaftliches Smdium des jüdischen Schrisithnms, kritische Behändlang des Talmud, jüdisch historische Forschung — 0 gewiß, es erössnete sich ihm bei Burgwald ein nnermestlich weites Feld der herrlichsten Studien, von denen er bis zu dieser Stunde keinen Ahnung gehabt. ״Ich danke Ihnen ans vollem Herzen," sprach er; ״ich will Ihnen ein eifriger imb ansmerksamer Schüler fein." Dr. Bnrgwald reichte ihm die Hand. ״Daran zweifle ich nicht. — über die Zeit des Unterrichts wollen wir uns in diesen Tagen verständigen. So theilten sich denn von jetzt an Grodnaner und Bnrgwald in dem Unterrichte, welchen David zu seiner Vorbereitung für den geirählten Bern; genoß. Oer greise Klausrabbiner hatte freilich mit den Achseln gezuckt, als David ihm diese Mittheiinng und einige Worte leise für sich gesprochen, welche David!licht hörte — dann aber den Folianten ansgeschlagen und den gewohnten Bor trag begonnen. * * * Die Angelegenheit, welche Doktor Dirrgwald zu Feder geführt, war allerdings von großer Bedeutung für die Berwirktichnng des lange gehegten Projekts der Gründung einer jüdischen Hochschule für Rabbiner. Ein reicher Manu in einer benachbarten Stadt hatte vor Kurzem in seiner letztiviUigen Bcrsügung eine sehr erhebliche Summe für diesen Zweck ansgesetzt und war unerwartet in diesen Tagen verstorben. Was Burg« waid so lange angestrebt, und wegen der mangelnden Geldmittel oft säst als nnanssührbar betrachtet hatte, erschien nunmehr als gesichert. Nach einer so eben angetangten verbürgten Nachricht zählten er und Feder mit zu den in dem Testamente benanntet! Kuratoren dieser Stiftung. Das .Kapital sollte ein Jahr nach dem Tode des Stifters zur Auszahlung gelangen, falls bis dahin die nvthigen Vorbereitungen getroffen und die landesherrliche Genehmigung für diese jüdische Akademie -crtheilt worden sei. Es begann für beide Freunde eine Zeit angestrengtcr Thätigkeir. Die Erfüllung der nothwendigen Formalitäten, die Beschaffung der erforderlichen Neguifiten, die Gewinniing geeigneter Lehrkräfte, die Ansarbeitnng des Lehrplans 11. s. w. erheischten nie! Mühe und Arbeit. Feder nahm den lebhaftesten Antheil an dem Werke; ihm siel die Besorgung der finanziellen und geschäftlichen Angelegenheiten zu, während Burgwald mit der eigentlichen Schöpfung der Hochschule sich einer großen Arbeit unterziehen mußte. Die Unterrichtsstunden, welche er seinem Sohne und David zu widmen im Stande war, beschränkten sich deshalb ans eine geringe Zahl und hatten weniger eigenilicheLehrgegenslände zum Inhalte, als Betrachtungen über die Wirren im Iudenthnme und Auseinandersetzungcn über die Erfordernisse der Gegenwart. Waren es doch gerade die Symptome der Zeit, welche Burgwald bei den griindlegenden Arbeiten für seine Hochschule vorschwebten und deren Erkenutniß ihm als Leitstern dienen sollte. .,Fortsetzung folgt.) Iuserote werden dir :!svaltige Petitzcile 4׳־ ■|$ Z oder deren 9(011111 mit '1') P!g. berechne!. f § I ÄnsertionS- und AbvniicincntS-Annohinc für Fronksurt a. gV 11 ijY jt%. imr den Inhol! derselben überniinint die 4* 4■ C־‘■ fl'♦׳ Reduktion keinerlei Berontwortnng. M. onch bei Herrn I. Konssinonn bafclbft, ohne Preiserhöhung. Vorriithitf in allfn!'.!!< IiNarxNn!!^.׳». SO i'f! Höchst originell! SO l'l. Sem und Japhet. J. IL M. ifrla״ vjii G. A. Gloeckncr iu 311 niciucut Ho Ilse fömicii noch einige Hnabcii 9lu{1t0 5)!11e sin den. Dieselben ein־• psongen bei r.o'. ziigiichsierPflege eine sorgsälüge Erziehnng.! I-Iirselu i Hünnover, Theoderstraße5. 2!r. Töchtcr-Pcnsioe.at imb Höhere Uiilcrrichts - Anstalt. Gegründet JJsG4. Ansnohnie jeder Zeit. Prospekte ans Wunsch. Refereiu.en grofzer Gelehrter und der (Sümi früherer und jetziger Zöglinge. Frau Direktor 2 Here sc Äronau. Berlin 2, Hindersinstraße ötön!gsp!atz.

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