Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1884)
- Article
- Deutschland : Frankfurt a. M., 6. März [Nachricht]
- Date
- 1884-03-13
- Page
- 173 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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173 C. Frankfurt a. M., 6. Mär;. Anläßlich der von vielen Zeitungen gebrachten Notiz über die Zahlcnverhältnisse der am hiesigen Obcrlaiidesgerichtc beschäftigten jüdischen und christlichen Nesercndare. macht der Präsident de׳- Oberlandesgerichts Folgendes bekannt: .,Bei dent hiesigen Ober Landesgerichte sind im Februar d. I. nicht 42, sondern nur 22, darunter () dem mosaischen Glauben ungehörige Referendare beschäftigt worden. Frankfurt a. M., den 4. Mär; 1864. Der Präsident des Königlichen Ober landes׳ gericht: Albrecht." Hossmtlich beruhigt sich jetzt ״Germania" 11nb Konsorten. פ Frankfurt a. M., 8. Mär;. Gestatten Sie mir, hierdurch Einiges über die Wirksamkeit des hiesigen Vereins für Ferienkolonien armer, kränklicher Kinder, insofern solche auch jüdischen Kindern;n Statten kommt, mitzntheilcn. Genannter Verein (der erste dieser Art in Deutschland) bietet bekanntlich armen, kränklichen Kindern bei entsprechender Verpflegung die Vorzüge eines mchrwöchcntlichcn Laiidanscnthaltcs, zu welchem Behnfe er sie, unter sorgfältiger Leitung, nach den Wäldern des Taunus, Vogelberges und Odenwaldes schickt. Der Vorstand besteht;limcift ans Aerztcn und Schnldirigcnten. Im Interesse der jüdischen Jugend wirkt hierbei Herr I)r. Hirsch, Direktor der Unterriehts-Anstalten der israelitischen Neligionsgcscllschast, unermüdlich lind umsichtig. Leinen Bemühungen, seiner bis auf's Kleinste sich erstreckenden Sorgfalt verdanken die Kinder die bestniöglichen Annehmlichkeiten. Nach seinen auf Grund persönlicher Kenntnißnahme beruhenden Anweisungen wird auch für die jüdischen Religionsanfordernugcn in entsprechender Weise gesorgt. Beerscldcn im Odenwald ist deshalb als jeweiliger Ansenthalt der jüdischen Kolonie bestimmt, und in der That konnte die Wahl nicht glücklicher getroffen werden. Davon überzeugte man sich nach der Heimkehr der Benesiziaten durch deren vorzüglich frisches Aussehen und die gesteigerte Lebenskraft. Die diesjährige jndische Kolonie zählte 7 Knaben nnb 0 Mädchen. Im Ganzen befanden sich 82 Knaben und 72 Mädchen (protestantische), 27 Knaben und 2«; Mädchen lkatholischc) und 7 Knaben und ׳Mädchen (jüdische) in den Kolonien. Dag auch von jüdischer Seite dem Vereine ansehnliche Spenden zufließen, bedarf wohl kaum der Erwähnung. X. Münster, 8. Mär;. Der ״Wests. Merkur" demcntirt die Nachricht von der Berufung des Profcssor Rohling ans Prag nach Münster. *□}: 5? nur st, 5». Mär,;. Die särrrn!tlichen Angeklagte» find freigesprocheu worden. 88 Nenstetti», lO. Mar;. Der Ausgang des Prozesses in Sachen Les heim und Genossen hat im jüdischen .Kreise begreiflicher Weise die innigste Freude hervorgernfen. Leider aber hat der Pöbel die Nachricht mit anderen Gefühlen ausgenommen. — Am Sonnabend Abend sa>!d schon ein kleiner Krawall statt. Die von Könitz heimlehrenden Angeklagten und jüdischen Zeugen wurden insullirt. Am Sonntag wiederholten sich die Exzesse. Die bewasjnctc Ma-ln mußte cinschreiten, um die Ruhe herzustellen, was gegen \ \ Uhr Abends auch gelang. A. Nnwitsch, ' u. März. Wie an einem hohen Festtage, so war am vorigen Sonnabend unser Gottes- Hans gefüllt: hakte sich doch die Gemeinde cingesltiidcn, um de» Abschiedsworten ihres scheidenden Rabbiners zu lauschen. ,.׳Nimm alle Kraft zusammen/' so mußte er sich mit dein Sänger wohl gesagt haben, denn so gedankenreich und ticsergreifend haben wir ihn in den ׳.nährend seines fast zwölfjährigen Hierseins wohl noch nie sprechen hören. Gar manches ׳Auge war thränengefüllt, mid in mancher Brust wird es;um ernsten Bewußtsein gelangt sein, was wir an diesem reichbegabten Manne verlieren. Uebvigens hat es sich eine sehr namhafte Anzahl von Gcmeindenntglicdcrn nicht nehmen lassen. Herrn l)r. Ko res durch ein Geschenk zu ehren. Dasselbe besteht in einem großen, silbernen Tasclanjsatz. an dessen Fuß die Widrnnng angebracht ist: ..Herrn Rabbiner! )1׳. Korcs als Zeichen der Liebe und Verehrung." Auch die jüdischen Zöglinge der verschiedenen hiesigen Schulen haben ihren verehrten Religionslehrer durch;!vci reizende Andenken erfreut. ׳Möge dem edlen ׳Manne in seiner neuen Wirknngssvhäre stets Freude und Liebe blühen! Das ist der Wunsch, mit welchenl wir ihn dorthin geleiten. H o l l a 11 b. TV Aus Holland, 2. März. Mit Bezug ans die famose ורת^ Angelegenheit, von welcher ich Ihnen in Nr. 2 berichtete, schreibt das Amsterdamer ״Ricum Israel. Weckblad": ״Wie wir jetzt mit Bestimmtheit vernehmen, hat auch der ehrwürdige Herr Bereustein, Oberrabbiner im Haag und u<! interim von Rotterdam, sich geweigert, die Ehe eines gewissen Juden mit einer nichtjüdischcn Frau hier als gesetzlich anznet kennen. Diese Weigerung befremdet uns in keiner Weise. Männer, wie der Herr Oberrabbiner B., die allein ans Grund des Schnlchan Arnch entscheiden, können unmöglich eine Ehe sanktivniren, die nicht ,כדת גזשד וישראל geschlossen ist. Für Rotterdam wird das genügcn, um das Gesuch des Betressenden (um Ansnähme in den Gemeinde - Verband) znrnckznweisen. Welche Gemeinde wird nun so glücklich sein, mit diesen! Gesuche beehrt zu werden:' Die Herren Oberrabbiner D n s n ns, Hille s u n! und T a! werden sicher auch nicht zu bewegen sein, durch ihr Gnthcißen etwas zu bekräftigen, was unser Koder zu bekräftigen verbietet." Haag, 29. Februar. Unser Oberrabbiner,