Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1884)
- Article
- Kollektaneen talmudischer Sentenzen
- Date
- 1884-03-13
- Page
- 166 (sequence 2)
- Language
- German
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166 willen lernen, die eifrig nach einer Gelegenheit zu einer | Pflichterfüllung streben und das GotlcShanS fleißig besuchen, lägt Salomo die Goltcslchrc sprechen (Proverbia 8,tj: heil dem. der mir znhön, an meinen Thüren stärrdig weilt, die Pfosten der zu mir führenden Pforten hütet. Die nach Recht streben, die Bolksivohlsahrt zu fördern suchen, das allgemeine Leid mit empfinden, in der Zeit der Gefahr für die Gesammthcit mit cintrctcn, — denen gilt die Zusicherung: Gott ifr' gut, eine feste Burg für den Tag der Roth, nimmt sich derer an, die bei Ihm Schutz suchen. (Rachurn l, 7.) Wegen vier Dinge geht das Gut den Besitzern verloren: wenn sic den Lohn dcS Arbeiters Herabdrücken, wenn sie denselben nicht pünktlich anSzahlen. wenn sic sich von Lasten frei machen und solche Anderen ansbürden, und wenn sie hochmüthigen SinncS sind — dieses ist das Schlimmste. Rabbi Eliejar bm Jakob sagt: ein wohlgcstalter, angesehener Mensch, welcher unangemessene Reden führt, gleicht einen: herrlichen Palast, in welchem eine Gerbergrübe sich befindet. Als Rabbi Eleasar den Asarja auf dem Sterbelagcr von fcinen Schülern umgeben war. sagten diese zu ihm: Rabbi, lehre uns nur noch ein einziges Wort. Darauf sprach er: was soll ich euch noch lehren, meine Söhne — — jeglicher wahre die Ehre seines MitbruderS; — wenn ihr betet, so bedenket, vor wem ihr im Gebete steht — alsdann werdet ihr der ewigen Glückseligkeit thcilhaftig werden. Kollektiv-Pccichtc ans Ungarn. X XX. i Fortsetzung?, Was wird nun geschehen? Man wird natürlich das natürlichste Mittel wählen, den geradesten Weg cinschlagen und 110k*11s voleiis früher oder später an den ישיבות Professoren an stellen! — Wir können nun mit unseren Fragen nicht znrückhalten, selbst ans die Gefahr hin, von jedem "״בר דעת als;סתם מקש angesehen zu werden. — Wir fragen: War cS klug, bedacht, gerecht und begründet, mit lauter Stimme den Gläubigen in Israel zuzurufcn, ״Professoren an den ישיבות sind אבוד und ein größerer Ruin als die verrufensten Seminare?" War eS klug und bedacht, mit der Anstellung von Professoren so lange zu warten, bis die Regierung mit strengen Verordnungen hierzu drängt? Wenn man nun jetzt in der Kalamität den ישיבות Professoren beigcben wird, was wird mau wohl der המו[ עם auf die berechtigte Frage antworten: Warum t'reirt man nicht lieber Reform-Seminare, die doch weniger(?!) gefährlich sind als die Ieschiba-Professoren! — Man wird den ]עמי הארי vielleicht imponircn können mit דינא דמלסותא דינא und הפה שאסר הוא הפה שהתיר n. dgl. m. — Aber einem ״בר דעת״, wie wir nach unserer Ansfassung einen solchen uns denken, können solche Abfertigungen nicht genügen und ihn befriedigen, er kann diesen nicht als משיב בחלבה gelten lassen. Und wenn heute einer jener extremen Rabbincn befragt würde, waS wohl eher statthaft sei, ein Kind in'-> neoioge Rabbiner-Seminar zu senden oder in die Preßlmrger ישיבה, an der Professoren wirken, המתועב יותר משעמינר בנדב; לסל בר רעת-was wir* er wohl antworten, wie entscheiden?! Möchte man doch hieraus die Lehre ziehen, dcß man nicht so leichtfertig mit אסורים um sich werfen darf, wie es hierznlandc Mode geworden *הסמים הזהר בדבריכם. — Es ist geradezu traurig, wenn man sieht, wie angebliche רולים:: der ungarischen Orthodoxie mit jedem neuen אסור, den sie fabrizircn, den Fcindcr der Orthodoxie ebcnsovielc Waffen in die Hand drücken und einen הלול השם nach dein anderen proroziren. — Wenn cS irgend Einem ein fällt, über einen Gegenstand, eine Person oder Korporation das Interdikt auszusprechen, ftngS hat er eine kleine Schurr Bundesgenossen um sich, und die jüdische Welt hat einen אסור mehr. ' Wir verdammen gewiß die neueste Interpretation des כה דהתירה עדיף, aber nicht minder vcrdammcnSwcrth ist eS, wenn man ohne zwingenden Grund מוסיף אסור על אסורים ist — man merke sich's wohl: allzuscharf mrtd)t schartig! — Wir haben schon einmal vcrsprachen, über die unverantwortliche, ja oft strafwürdige ״Issursabrikation" in Ungarn ausführlicher zu sein, wir werden bei Gelegenheit unser Wort cinlösen. Man wird also in der Zwangslage מסשיר sein müssen, was man früher entschieden für אסיר erklärte, und wenn die ungarische Orthodoxie ihre Existenz nicht ans'S Spiel setzen will, werden in Bälde einige ישיבות mit Professoren versehen sein, oder sonst Anstalt getroffen werden, daß die Ieschibajüngcr auch profanes Wissen sich aneignen können. — Und da fragen wir denn weiter, wenn die Führer und Tonangebcr der Orthodoxie die wohlgenreinten Proposilionen, die Neorganisation der ישיבות betreffend, statt vorurthcilSvoll zu verdammen und zu verwcrsen, einer ruhigen, klaren und reiflichen Erwägung gewürdigt und dann naturgemäß auch akzeptirt hätten, wie viel Unheil würde man dadurch abgewcndct haben? Um wie vieles stände