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Jeschurun · 1884-03-06 · Heft 10 (6.3.1884) · p. 150

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 10 (6.3.1884)
Article
Zur Kasseler Landrabbinerwahl
Date
1884-03-06
Page
150 (sequence 2)
Language
German
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bcibcn Männer unterschätzt, möglicherweise auch von! beiger Naw" sind es dem Andenken ihres langjährigen den (Gegnern des letzteren, die ihre Hossunug für die Erhaltung des orthodoxen Indenthums auf die nun j verewigten Nobbincn zu Gudensberg und Witzenhanseu! setzten, deren Einfluß sich in der That weit über ihre engen Kreidgrenzen hinaus erstreckte. Wie ober sieht cs heute in der Provinz Niederhessen aus im Per gleich zum Jahre 1852, dem vormaligen Wahljahre? — D a in al s gehörten fünf Kreist unmittelbar zu Kassel, heute sind cs deren acht rcsp. neun oder gar zehn; dan!als konnte ein Rabbi MordcLai Wetzlar und ein Di׳. Frcukcl den Reiormatiousge! ästen, bezw. deren Verpflanzung in die Provinz, einen Damm entgegen-; setzen, 1) eilte aber, nicht nur. daß und diese großen I Männer uncrsetzt geblieben (ihr Nab'oinatssitz ist aus i Lparsamkeilsrücksichten ״cingcgangcn"), sind selbst deren frühere Kreise stark angehaucht von dem Winde, der! von der Hauptstadt herweht.! Die Provinz Niedcrhessen umsaßt etwa NO Gej mcindcn. die also mit gebundenen Händen zusehen und i abwarten müssen, wer vor den Augen der Vorsteher- ׳ aintsmitglieder Gnade jinden und aus den obersten! geistlichen Posten unserer Provinz berufen werden wird. l Wir kennen zwar kein einziges Mitglied der mehr-; erwähnten Behörde persönlich, sind aber nach dem, was ' wir über diese früher schon gelegentlich gehört, überzeugt, daß die Meisten ganz andere Anforderungen an den zu wählenden Rabbiner stellen werden, als das Gros der Landgemeinden, die zur größeren Halste gut orthodox sind, beider ist die Aussicht auf den Sieg im Wahlkampfe auf Leiten deS kleineren ThcilS, aber ein Lieg über einen wehrlosen Gegner ist kein ehrenvoller. Es liegt nun die Frage nahe, ob denn den Landgemeinden gar keine Möglichkeit geboten werden kann, und diese Frage ist schon mehrfach aufgeworfen worden, sich an der Wahlvewegnng aktiv zu betheiligen? Meiner unmaßgeblichen Ansicht nach ist nur eine Möglichkeit vorhanden׳, wenn nämlich die Landgemeinden in corpore — vielleicht in Gemeinschaft mit den übrigen Vorsrehcrümteru, deren Mitbetheilignng außer Frage steht und nur erwünscht sein kann — bei Königlicher Regierung, eventuell beim Ministerium, um eine Aeudernng des Wahlmodus unter Darlegung der Gründe:(.— pctitionircn. Zunächst dürste durch diese Petition auch ein Druck auf das Kasseler Vorsceheramt geübt werden; cs ist dies immerhin ein Erfolg, wenngleich ein geringer. Wer aber soll die Bewegung leiten und zuerst für die Erhaltung der unverfälschten Religion in die Schranken treten?? Ich glaube, die .tt reis Vorsteher und Gcmeiudeälteften der Kreise Fritzlar-Melsungen, sowie die in dem belheiligtcn Bezirke wohnenden und dazu befähigten Lchülcr und Freunde des ״ÄudeuS- Rabbiners schuldig .לעבוד בפרץ ורלהום מלחמת ד׳ אליכם אישים אקרא. Ihr Männer in den gcnannten Kreisen zeigt es, daß unser allverehrlcr Rabbi Mordechai Wetzlar nicht nahezu SO Jahre umsonst nute 1* und sür Euch gelebt hat, zeiget, daß sein Geist noch sortlebe, verlasset Euch nicht immer Einer ans den Andern ans Furchtsamkeit und Gleichgültigkeit, die oft irrig als ..falsche Bescheidenheit" gedentc^ wird. במקום שאין א״ש השתדל להיות א"מ Jeder Tag ist kostbar, darum berufet bald nach Dassel oder einem sonst passend erscheinenden Orte die Vertreter der Kreise und Gcmein den der vakanten Provinz, setzet Euch mir rath- und thatkräfligcu Männern in Verbindung להחזיר העטרה ליושנה und hoffet und erwartet für Eure Bestrcbnngcn das Beste: הבא לטהר מטע־יץ■ לו sagen unsere Weisen. Nehmet meinen Vorschlag als eine Anregung in hochheiliger Lache au und erwäget ihn, vielleicht findet Ihr ihn der Ausführung werth אשרי הדור שהנדולים שומעים לקטנים. Mit diesen Auseinandersetzungen, denen ich eigcntlich die Ueberschrist ״Dilemma I" hätte geben sollen, nehme ich sür heute von dem geehrten Leser Abschied; wennes die verehrt. Redaktion wünscht und sie cS für ihren Leserkreis von Interesse findet, zeichne ich demnächst ein zweites Lchattenbild, das ״Die Orgelsynagoge zu Kassel" zum Vorwurf haben wirb.*) Aus bei־ erpeu Hälfte miftrcs Jahrhunderts. (Nach einer wahren Begebenheit) Friedrich Zlott. ^er:s׳:vu׳'g.) (All-: A>:chlc ) ״Verzeihung!" stammelte er, und wagte eS nicht, den Blick zu ihr zu heben. Lie aber ergriff seine herabhängende Hand und drückte sie innig zwischen ihren beiden — wonnig durchschauenc eS ihn, dennoch wollte er sie znrückziehen, indem er einige uiwcrständliche Worte murmelte. 2״t," entgegnete Elementine, ..,reden Sie nicht — ich weiß alles — ich habe alles gehört, — Ihre Unterrednng mit meinem Vater — ich war im Neben-;immer." Abermals entstand eine Pause. — Ehr manu, von den verschiedenartigsten Empfindlingen nahezu überwältigt, athmcte lau! und schwer, es war fast ein Ringen nach Athen!, aber sein Blick hastete noch an! Boden, während *) Amu. d. Red.: Wir bitten, banuu.

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