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Jeschurun · 1884-02-28 · Heft 9 (28.2.1884) · p. 132

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 9 (28.2.1884)
Article
Hirsch Oppenheimer
Date
1884-02-28
Page
132 (sequence 2)
Language
German
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132 bc$ Bomincr? Hitze; er fand sich )'Leis auf dem Friedi Hofe ein, um au der Fertigung der Grabstätte thärigen Antheil zu nehmen. Wenn man ihn rief, war er da,; Tags und Nachts, um dem Kraulen Trost zu zu sprechen, n׳.n Sterbenden das letzte Schema vorzubeten. ׳)loch leine drei Wochen sind beispielsweise verflossen, seitdem er, der 7 sjährige Greis, in tiefster Nacht sich von ]einem Vager erhob und durch die menschenleeren Straßen eitle, um dem Rnje eines Sterbenden;u folgen. Vängere Zeit mußte der pflichteifrige Mann in den! fremden dunklen Hause hernmtasten, um die beiden Treppen zu ersteigen, welche ihn znm Bette des mit dem Tode Ringenden führten. Für die armen Kranken, und deren sind sehr viele, sorgte er väterlich und waltete seines ntenschenfrenndlichen Amis mit einer Treue und Hingebung, die ihres Gleichen kaum finden dürsten. Wer bedrängt sich fühlte, wer mit Sorgen belastet mar — Hirsch Oppenheimer dänchte ihm der NettnngScngel, und wahrlich, vergebens hat Niemand seinen Beistand angerufen. An allen ntenscheufrenudlichen Werken in unserer Gemeinde sah mau ihn an der Spitze; er rastete nicht und ruhte nimmer das Gute zu schaffen und zu fördern und Andere zu gleichen! Streben zu ermuntern. Ans der ')iahe und Ferne wendete man sich an ihn, er spendete mit voller Hand. Als Vorsteher der ארץ ישראל - Kasse bewies er seine Viebe für das heilige Vaud, ans welchen! ihm zahlreiche Bitten um Unterstützung fortwährend zugingen, denen er Erhörnng niemals versagte. Die Anstalten zur Förderung des Studiums und der Verbreitung der Gotteslehrc förderte er durch reiche Beiträge, nicht nur in der hiesigen Gemeinde, sondern auch wen über den engen Helmathskreis hinaus. Die Gründung eines jüdischen Krankenhauses und eines Astils für Altersschwache war der lange gehegte Herzenswunsch des Edlen. In Folge seiner Anregung und unter seinem Präsidium hat sich ein Verein gebildet, der für die Verwirklichung desselben seit Jahren sich bemüht. Es sollte ihm nicht vergönnt sein, diese Gründung zu erleben. Möge sein Hinscheiden ein Sporn sein, das Werk zu betreiben. Wir haben versucht, in schwachen Zügen eine Andeutnug zu geben von dem, was Hirsch Oppenheimer gewesen, was er geleistet. Aber es sind nur schwache Andeutungen. Tie Thräneu, die an seiner Bahre stießen, die Institutionen, die sein Hinscheidcu beklagen,! Nachruf selbst gestiftet durch seine Werke, durch seine Tugend, durch seinen wahrhaft frommen Wandel. Das Auge, das theilnahmsvoll auf des Nächsten Veid blickte, ist gebrechen, das Herz, das für der Mitmenichen Wohl so warn! schlug, pulsirt nicht mehr, die Hand, die reiche Hand, welche nur zn!n Spenden sich öffnete, ist starr - wir, deine Genossen, die Zeugen deines Schaffens, stehen wehmüthig vor deiner entseelten Hülle und weihen dir beit Scher degrnß der Viebe und Freundschaft, der Hochachtung und Dankbarkeil. Vergessen werden wir deiner nimmer: so lange unsere Angen offen sind, sieht vor nnS dein Bild, das Bild des gerechten, frommen, gvttesfürchtigen, thatkräftigen Mannes. והלך לפניך צדקך כביד ד־ יאבפך.?r Äoüektiv-Berichte aus Ungarn. XX VIII. Siehe Nr. -!7 vorigen Jahrgangs.) Schon vor Monden haben wir unsere Feder aus dcu Händen gelegt und eine Pause in den ״Kollektiv- Berichten" eintreteu lassen, da es uns herzlich widerstrebte, fortgesetzt Nebel zu geißeln und die klaffende» Wunden der ungarischen Iudenheit zu berühren, während sich uns die Ueberzcngung leider anfdrängen mußte, daß cS nicht besser werden würde. Ein ganzes Jahr hindurch hatten wir die Schäden aufgedeckl, — wahrlich, kein angenehmes Geschäft, das Her; blutet, die Seele trauert dabei. Man erwirbt sich danrit keine Freunde, man bereitet mancher Persönlichseit, welcher man gerne den Zoll der Huldigung darbringen rnöchte, gewiß ein Aergeruiß. — Allein, das Bewußtsein, durch Verletzung und, wenn erforderlich, auch Absonderung einzelner Glieder deS großen Parteikörpers den ganzen Organismus zn retten und zu heilen, hat uaS alle Rücksichten außer Acht setzen lassen; das Wohl der Gesammtheit möglichst zu fördern, schien uns jedes persönlichen Opfers werth. — Erfolge im red) ten S i n ׳.;e können wir aber leider nicht lonslatireit, wir haben nur die kleine Gcnngthuung, daß unsere ehrlich gemeinten Worte in zahllosen gläubigen Herzen ein Echo gesunden: — seit Wochen gelangen unsere Propositionen und Ansichten unter anderer Firma, durch ein anderes Sprachrohr in die Ocffcnttidifcit: orthodoxe Organe, welche bisher die desolaten ungarischjüdisichen Zustände nur mit Glacehandschuhen;u bcrühren wagten, und gegen die ungeeigneten Führer der sind die beredteren Prediger seines WertheS.! ungarischen Orthodoxie nichts Vorbringen ließen, haben In bescheidenem Sinne hat er sich jede größere! nun unsere Ansichten zu den ihrigen gemacht und be- Grabrede, jede prunkende Insdu'ist verbeten — er ha!! ginnen, wo wir geschlossen. — Wir sind nicht im entsich ein bleibenderes Denkmal, einen ruhmreicheren > fernteften eifersüchtig auf das Prioritätsrecht, wir über-

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