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Jeschurun · 1884-02-21 · Heft 8 (21.2.1884) · p. 125

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 8 (21.2.1884)
Article
Holland : Rotterdam [Nachricht]
Date
1884-02-21
Page
125 (sequence 2)
Language
German
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125 50—60 ihr Null U1al)r1]c!10mmc1t hatten, wodurch die tueislcn Kollekten zwei, nianchc auch drei Tage in Ausprach genommen hätten, dabei blieben noch Bezirke unbesetzt. Die fünf Kollekten ergaben zusammen 2l50[i, d.' i. 1:05 ft. weniger als im vorigen Jahre, obwohl die Stadt sich ausgcbreilct habe, ein Miuder-Ergebniß von 500 ft. gegen frühere Jahre. — Um einem Bedürft nisse innerhalb unserer Gemeinde abzuhclscn, hat sich hier ein Verein zur Uuterstützuug resp. Beköstigung armer Durchreisender gebildet; derselbe führt, als Hutdignng an den großen Philamropen, den Namen הכנסת אודהים לכבוד משה מנטפיאדע. — Von dem seligen Herrn Iz. Roos erhielt unsere Gemeinde ein Legat von 2000 ft. mit der Bedingung, daß von den Zinsen jährlich 60 fl. an die Minjanistcu vcrlheilt werde. “ Haag, 8. Februar. Als Kuriosum theilc ich Ihnen mit, das; bei der 375steu Milah, die ein Mohel hier jüngst vollzog, sowohl Mohel als סנדק שלמה בן יהודה הלוי• hießen; שלמה hat an Zahlenwerth 870. Türkei. Ronstantinopel, 2. Februar. Der Korrespondent der ״Franks. Ztg." hatte eine Unterredung mit dem Präsidenten der ״Alliance Israclite'5 Herrn 3. F ernandez, über die Folgen der großen Feuersbrünste in Hasküj. Nach unserem Verzcichniß — sagte Herr Fernande; — beläuft sich die Zahl der Abgebrannten auf 4536 Seelen oder 960 Familien. Von den Letzteren hatten sich während und nach dem Brande -96 in die naheliegende türkische Kaserne und 98 in das geräumige Gebäude eines gewissen Tschezairlis geflüchtet; 80 Familien wurden von den protestantischen Missionaircn deS DrteS und die übrigen in den Synagogcn nntergcbracht. Die kaiserliche Kommission hat während der ersten JO Tage 2000 Kilo Brod,!500 Kilo Kohlen mib etwas Petroleum und Wasser geliefert. Das Geld dazu entlehnte sie der Kasse der Munizipalität. Nachher aber hat sie die ganze Last der DülstLeistung denr Komitee der ״Alliance Israelitc" überlassen. Während Frau Fernande; sich dann besonders der bedrängten Frauen und Kinder annahm und nanientlich auch dafür Sorge trug, daß dieselben zweckmäßige Beschäftigung erhielten, lieferte das Komitee so rasch wie möglich das Nothwcudige an Wäsche :c.; so auch 3500 Steppdecken, 400 Matratzen und Kopfkissen. Den 146 Frauen, welche ihrer Entbindung eutgcgensahcn, wurde die beste Pflege zu Theil; ebenso fanden Kranke in dem ad hoc errichteten Spital von k 2 Betten befriedigende Unterkunft. Sobald genügend Mittel vorhanden waren, wurden sowohl in Hasköj, als in Balat, behufs besserer Unterbringung der Dbdachlosen, Häuser auf drei Monate gemiclhet. Später sollen Wohnungen für dieselben gebaut werden; doch ist der ursprüngliche Plan, ein großes Gebäude aufzuführen, aufgegebeu worden. Es ist jetzt die Ansicht vorwiegend, daß — ans sanitären Rücksichten -- kleineren Häusern entschieden der Vorzug cilizuräumeli sei. Bislang hat das Ätomitcc etwa 3000 türkische Lire ( 55 000 J/i) verausgabt. Daß die Summe ungemein viel Gutes gestiftet hat, ist bei den! Eifer und der Gewissenhaftigkeit, mit der an's Werk gegangen worden ist, nicht zu verkennen. Verdient gemacht hat sich dabei nantcntlich der Sekretär des gedachten Komitees, Herr Bloch, Lehrer au der Eamondo'schcn Schule in Hasköj. der mit den hiesigen Verhältnissen durchaus vertraut ist. Nebenbei sei bemerkt, daß in dieser Schule die meistens sehr armen Kinder nicht nur Lesen und Schreiben im Hebräischen, Türkischen und Französischen re. lernen, sondern dort auch die beste (Gelegenheit haben, das Schneider- und Schuhmacher- Handwerk unentgeltlich zu erlernen. Man sagt, daS Komitee habe gegenwärtig noch gegen 3000—1000 Lire in Baarmittelu, über deren zweckmäßige Verwendung eigentlich erst berat Heu werden kann, nachdem die Kaiserliehe Kommission ihre schon früher gemeldeten Pläne znr Aitsführung bringen wird. Aber auch hierbei macht sich wieder die türkische Maxime geltend, ja sich nicht zu übereilen, da man nicht weiß, welch günstigere Wendung eintreten könnte. A merika. * Philadelphia, im Januar. Als am Abend deS 6. Januar die ״Ehewra Beite Awrohom Ansche Russia", so wird den! zu Cineinitati erscheinenden ״The American Israclite" berichtet, versammelt war, wurde an die Thür des Vcreinslokals geklopft und dem Diener ein Packet übergeben, in welchem, ivie sich bei näherer Besichtigting herausstclltc, ein kleines, sorgfältig in einen Shawl gehülltes Kind war. Eine Flasche warmer Milch lag daneben, und an bcm Kleide des Kindes war ein in hebräischer Schrift und in russischem Jargon geschriebener Brief befestigt, der also lautete: ״An den Präsidenten und die Brüder der Vereinigung Bene Awrohom Ansche Nüssia! Hierdurch mache ich Sic, verehrte Brüder, mit meiner unglücklichen Lage bekannt. Wegen meiner großen Armuth bin ich gezwnngcn, diese grausanie That zu begehen. Da ich keinen anderen Nath weiß und Niemanden kenne, dem ich mein Unglück anvcrtraucn kann, bin ich gezwungen, mich von mcincru Kinde zu trennen. Ich vertraue cs Ihnen an, in der festen Voraussetzung, daß Sie Ihre Mildherzigkcit an ihm ansübcn und cs zu einem frommen Israeliten erziehen werden, was mir leider nicht vergönnt ist zu thun, denn ich konnte selbst den Akt der Beschueidung an ihm nicht vornehmen lassen.

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