Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 8 (21.2.1884)
- Article
- Österreich-Ungarn : Nyiregyhaza [Nachricht]
- Date
- 1884-02-21
- Page
- 123 (sequence 2)
- Language
- German
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123 Prozesses in Auklagezustand zu versetzen. Begründet wird diese Entscheidung dadurch, weil Herr Szcisfcrt 1 thatsächlich nicht gehindert worden ist, seine Fnukuoneu svrtzuführcn, und die Belcidigimgen nicht innerhalb dcS GcrichtsgcdäudeS verübt worden sind; demnach vermochte das Kriterium der Beleidigung einer amtlichen Person nicht gesunden werden. Eine Ehrenbclcidignngstlage aber ist nicht angestrengt worden. *II* Pest, 18. Februar. Das langst Gefürchtete ist eingetretcn. Der § 26 des Organisationsstaluts der jüdisch׳-orthodoxen Gemeinden in Betrcss der Matrikelführung ist außer Kraft gesetzt. Weitere Verordnungen zur Beschränkung der jüdischen Volks׳ und Talmudschulen sind in Aussicht gestellt. — Wie ich ans desiinnntcster Quelle erfahre, werden auf diplomatischem Wege von der preußischen Negierung Auskunft erbeten über die praktischen Folgen des preußischen AustrittsgesctzeS vom Jahre 1876. (?(um. d. Red.׳. Der zugleich von denn geehrten Herrn Korrespondenten cingcsandtc bedeutsame Aufsatz über die-Reorganisation der Orthodoric kann zu unserem Bedauern wegen Mangels an Raum erst in nächster Nummer veröffentlicht werden.) ■ W. Prag, 17. Februar. In wahrer Genuglhnung können wir regislrireu, daß unser Bericht im ״Icschurnn" über die Thätigkeit dcsE; Hadaath-Vereins nicht ganz und gar resultatloS geblieben ist. Wir hegten auch nie den pessimistischen Gedanken, daß der wahrhcilsliebendc Vorstand des genannten Vereins sich unseren gerechten Vorstellungen verschließen werde. In der am 3. Februar stattgefuudenen Generalversammlung brachte der Kassircr Herr I. N oscnWasser die Resolution ein, man möge bei der Kultnsgcmeinde-Nepräsentan; darum pelitioniren, die jährlichen Zinsen des Reservefonds von 80im>0 Gulden ,zur Gründung einer Nabbinerschnle dem Ez-Hadaath-Vereine als Subvention zur Verfügung znstellen, eventuell möge die Gemeinde selbst ein solches Institut in'S Leben rufen. Wie gerecht und billig dieser Antrag an und für sich ist, so glaubte doch eine vcrschwindend kleine Minorität, dagegen Stellung nehmen zu müssen. Herr I. Nosenwasscr ließ sich dadurch nicht cinschüchtern und plädirte wärmstenS für die Annähme seines Antrages. Unter Anderem sagte er: ״Wiewohl unser gemeinschaftliches Streben, die Kreirung einer Nabbinerschnle, deren Noihwcndigkeit in Betracht der gegenwärtigen Zerfahrenheit auf dem religiöS-wissenschädlichen Gebiete von jedem Prager Juden in tiefster Seele gefühlt wird, als aussichtslos bezeichnet worden ist, so glaube ich dennoch, daß ein fester Wille alle Schwierigkeiten und Hemnmisse überwinden werde. Ich bin in der Lage, versichern zu können, daß unser Antrag m einflußreichen Kreisen die größten Sympathien findet." '^ein Antrag wurde dann dank der kräftigen Unterstützung dcS hochherzigen Wohlthätcrs des Vereins, Herrn M. Lasch, mit überwiegender Majorität angenommen׳ — In den Vorstand wurden die Herren 1)r. Fische^ und Herz neu gewählt. — Bei der am 10. d. Mtsstattgehabtcn Konslituirnng, welcher auch unser Herr Oberrabbiner beitvohntc, wurden vom Ausschüsse Herr Rabbiner und Prediger Dt׳. M. Tauber zum Obmann, zu dessen Stellvertreter Herr Fischet, als Kassirer Herr I. Nosenwasscr, als RechnnngSsührcr Herr M. Lasch und als Schriftführer Herr Herz gewählt Mit Freuden begrüßen wir die Wahl. Wir glauben nnS nicht zu täuschen, wenn wir behaupten, daß der Ez-Hadaath-Vercin unter der Leitung des neugewählten Obmanns zur herrlichen Blüthc sich entfalten wird. Herr I)r. Tauber, ein pslichtgctrener, gewissen- Hafter, vom Geiste unserer heiligen Lehre durchdrttngencr Mann, wird stets eingedenk sein, daß in seiner Hand die Zukunst manches strebsamen Jünglings liegt, um sich den Talmndjüngcrn als treuer Hirte zu erweisen. G. Preß bürg, 10. Februar. Die Affaire KreiliShcim hat nun doch endlich ihren Abschluß gesimdeu. Wie bereits mitgetheilt, hat die hiesige Sladtrcpräsentanz gegen den Ministercrlaß. wonach dem Professor KreiliSheim seines zuletztbehobeneu Ge- Haltes als jährliche Pension zu verabfolgen sei, remonstrirt. In der Nepräsentantensitzung vom 4. d.. MtS. gelaugte eine neuerliche Zuschrift des KnltnS- und UuterrichtSministcrS zur Verlesung, worin der Stadtkommune ntilgelheill wird, daß der Minister au seinem ersten Erlasse festhält und somit die dem Professor KreiliSheim vorenthaltenc Pension sofort und fürderhin monatlich die auf jeden Monat entfallende Quote auSgefolgt werde. — Gestern nun wurde Herr KreiliSheim von diesem Erlasse durch den Magistrat amtlich vcrständigt und somit die Sache erledigt. A. Preszbur;z, im Februar. Mit bcm!. b. M. hat das mit ausgesprochener antisemitischer Tendenz und von dem jüngst in Wartberg gewählten Abgcordneten Nüth redigirte uitgarischc Blatt ״Pozsonh" (Prcßburg) sein Erscheinen für immer eingestellt. Bcrcits in Nr. 48. Iahrg. 1883, des ״Ieschnrnn" zeigte ich Ihnen d׳e Einstellung des Erscheinens obigen Blattes an, dasselbe ist aber acht Tage hierauf abermals erschienen, jedoch, wie eS sich zeigt, nur für kurze Zeit. — Bei den jüngsten KomitatSwahleu wurde Herr I)r. Leopold Stein, ein in hiesiger Stadt praktizirendcr Arzt und achtsaincS Mitglied der hiesigen orthodoxen israelitischen KultuSgenleiudc, zum Honorar-BezirkSarzt gewählt. * Lteilramaiigcr, 5. Februar. Die folgende der ״W. Allg. Ztg." entnommene Korrespondenz ist außerordentlich kennzeichnend für die ungarischen VcrhäUnisse in Sachen des Antisemitismus: ״Victor Jstoczy ist zwar ein Bürger SteiuamangerS, sein