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Jeschurun · 1884-02-14 · Heft 7 (14.2.1884) · p. 105

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 7 (14.2.1884)
Article
Deutschland : Hannover [Nachricht]
Date
1884-02-14
Page
105 (sequence 1)
Language
German
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M 7. 105 Jeschrrrnn. Korrcspondcilzcn und Nachrichten. Deutschland. & Hannover, 1 1. Februar. Der vierte Jahresbcridjx bc* hiesigen Vereins zur Unterstützung der Schüler der Bildungsanstalt für jüdische Lehrer zeigt in erfreulicher Weise die gedeihliche Entfaltung desselben. Der Verein zahlt 5;»4 Mitglieder, L42 in hiesiger Stadt und 352 auswärts. Er nahm im Rechnungsjahre l. Oktober 188^^83 cKx h'^l ,02 an Beiträgen und Geschenken, J(.5505,83 an Beiträgen seitens der Angehörigen oder Freunde der Schüler als Zuschuß für den Unterhalt, 1301 für die Einrichtung des Inter natS, c4£50(; StistungSgeldcr der neu errichteten Landrabbincr 4)1׳. Meyer׳ Stiftung. <M. 13 j für die schon bestehende Professor FrenSdorss-Stiftung, t%. 850 für Kaddischsageu nird immerwährende Mitgliedschaft ein, und verausgabte JL 9888,17 zur Unterstützung an Schüler und J£733,10 für die Unterhaltung des InternatS. Er verfügt jetzt über einen eisernen Fonds von u11bfJ£ 7<j55,00 verschiedeneStistungSkapitalien. 18 Schüler sind in dem Internate und 15 in anderen Pensionen untergcbracht und außerdem 10 Schüler mit möglichst ausreichenden Veihülfcn versehen. Die Reihetische, auf welche die Seminaristen bisjctzt hin gewiesen waren, sind dadurch überflüssig geworden. Oer Vorstand beklagt, daß die Vniibrabluua* Ur. Meyer - Stiftung keine größere Betheiligung gefunden hat und bittet um Vermehrung des Fonds derselben, wie er auch um weitere Zuwendungen für das Internat und um Mittel zur endlichen Erwerbung eines eigenen Hauses für die Unterbringung sämmtlicher Schüler dringend ersucht. Der Verein verdiente in der Thal eine größere Theilnähme der hiesigen Gemeindemilglicder sowohl, wie derjenigen in den Provinzialgeinciudm׳. der Verwaltung gebührt warme Anerkennung für ihr unermüdliches und unifichtigcS Schaffen. * Berlin, 5. Februar. Dem Bruder Eduard Laskcr's ist von dem hiesigen amerilcmischcn Gesandten der Beileidsbcschluß des Repräseiuanlcnhanses in einem Protokoll Auszüge übermittelt worden, der in der liebersetzuug lautet: ״Kongreß der Vereinigten Staaten. Im -Hause der Repräsentanten, 0. Januar l 884. Mr. Ochiltree stellt solgenden Atttrag, welcher angenommen wurde: Es wird erklärt: daß dieses -Haus mit tiefem Bedauern den Tod des hervorragenden deutschen Staats maunes Eduard Basler vernommen hat: daß dieser Verlust nicht allein von dem Volke seines HeimathslandeS zu beklagen ist, wo seine feste und beharrliche Vertretung freisinniger Ideen tvescntlich die sozialen, Politischen und wirlhschaftlichen Lebeusbcdingnngeu des Volkes verbessert hat, sondern ebenso zu betrauern von den Freunden der Freiheit in der ganzen Welt; daß eine Abschrift dieses Beschlusses der Familie des Vcrfiorbcueii und ferner dem Vertreter der Vereinigten Staaten in der Hauptstadt bcS deutschen Reiches übersendet werde, damit dieser den Beschluß durch die dafür zuständige Vermittlung an den Präsidenten der gesctzgebenden Körperschaft gelangen lasse, deren Mitglied der Verstorbene war." — Das Begleitschreiben des amerikanischen Gesandten an Herrn M. LaSker lautet in der Uebersctznng: ״Geehrter Herr! Von Herrn!)!׳. Friedrich Kapp, an den ich mich um Auskunft wendete,, bin ich davon in Kenntnis; gesetzt worden, daß der verstorbene 1)1׳. Lasker uuverheiralhet war und daß Sic sein nächster Verwandter in dieser Stadt sind. Ich bin von dem Präsidenten der Vereinigten Staaten durch den Staatssekretär beauftragt worden, eine Abschrist des Beschlusses, worin das Repräsentantenhaus des Kongresses der Vereinigten Staaten sein tiefes Bedauern über den in den Vereinigten Staaten erfolgten Tod des hervorragenden deutschen Staatsmannes Eduard Lasker ausdrücktc, der Familie deS Verstorbeuen zu übermitteln. Ich erlaube mir, den mir zu Theil gewordenen Auftrag zu erfüllen, indem ich Ihnen hierdurch eine Abschrift des erwähnten Beschlusses übersende, womit ich bin Ihr ergebenster A. A. Sarg ent." -u- Berlin, 8. Februar. Ein Verein ״zur Förderung der jüdischen Geschichte und Literatur", — was läßt sich von dem erwarten, und wer fömitc einen solchen gründen, wenn dein Indenthnm Heil und Segen, Erkenntnis; und Belehrung aus dessen Wirken erblühen soll? In der Geschichte der Juden die Wallung Gottes zeigend und erklärend, wie Er sein Volk erzieht und durch es die Menschheit auf das erhabene Ziel hiuweist, welches durch der Propheten Mund Gott uns enthüllt hat, auf den Tag hindcntend. wc> der Tempel aus Zion wieder in seinem Glanze erstanden sein wird, und die Priester ihres heiligen Dienstes walten — das wäre etwa die Ausgabe eines solchen Vereins nach der einen Richtung. Und Vcrständniß des IudcuthnmS;u pflegen, Schriften zu erzeugen, ivelchc den tiefen Gehalt der göttlichen (Gesetze immer mehr dem Volke zum Bewußtsein bringen, und die Ueberzcugung von ihrer ewigen Verbindlichkeit im Herzen des Volkes zu befestigen - das wäre dessen Aufgabe andererseits, um so der Juden Geschick und Gesctz im Lichte des IudeuthumS erscheinen zu lassen und dadurch tröstend, ec hebend, weckend und begeisternd zu einer freudigen, hingcbcndcn Bethätigung einer mwerbrüchlichen Treue durch Erfüllung der jüdischen Satzungen in Thal und Gesinnung die Zeitgenossen zu veranlassen. Wenn aber Männer zusammentretcn, welche theilweise ' dem Indenthnm im praktischen Leben, theilweise in! Gesinnung längst entfremdet sind, dann begreifen wir! die Sympathien nicht, welche der Gründung eines solchen

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