Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 5 (31.1.1884)
- Article
- Deutschland : Berlin, 28. Januar [Nachricht]
- Date
- 1884-01-31
- Page
- 74 (sequence 2)
- Language
- German
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Dr. Windthorst, von .^ccrcmaitn, von Bocknm-Dolsss j bcmcrltc man unter beut Tranergesolge. Vereine in! großer Zahl l)üttcn Dcputirte gesandt. Der Zug wurde! auf <;<><10 Thcilnchmcr geschätzt. In der Synagoge! hielt der Abgeordnete Di׳. Friedrich Kapp eine! ergreifende Ansprache, in welcher er die hohen Bers dienste des Verstorbenen um das Vaterland in traf־ | ngen Zügen schilderte und ein lebensvolles Bild Eduard! 9askcr's dem tief bewegten Auditorium vor die Seele j führte. \ * Danzig, 25. Januar. Die ״Danz. Z." meldet: j Nachdem von dc!׳.t Reichsgericht das Erkenntniß des! Schwurgerichts zu Köslin in Betreff des Neustettiucr Synagogeubrandcs vernichtet und die Sache zur anderweilen Verhandlung dem Schwurgericht zu Könitz überwiesen worden ist, wird in nächster Zeit die Brr- Handlung dort startfinden. Wie wir vernehmen, ist der Landgerichtsrath Arndt in Danzig zum Vorsitzenden für diese Verhandlung ernannt worden. Derselbe begicbt sich schon in den nächsten Tagen zu diesem Zwecke nach Kvnitz. : Frankfurt a. M., 29. Januar. Zu den schönsten Blüthen, w.lchc der seit drei Dezennien in der alten ehrwürdigen Gemeinde der Mainstadt in verjüngter Kraft wirkende echt jüdische Gnst gezeitigt, zählt die vor!8 Monaten gegründete Israelitische Volksschule. Wir haben sie eine Blnthe genannt, weil sie noch in der Entwickelung begriffen, weil sic im Juni l 862 . erst zunächst mit der untersten Klasse eröffnet wurde.! Im April 1883 wurde eine zweite Klasse aus der! hinaufrückenden untersten gebildet, und wird in ahn-! lichcr Weise die Schule, welche jetzt einige achtzig j Schüler und Schülerinnen zahlt, fortschreitend und sich! ansbreitend zur vollen Entfaltung gedeihen. Die! Israelitische Rcligionsgcsellschasr hat das sehr ent-! sprechende Schul lokal hergegcbcn, und Herr Direktor Dr. Hi r sch versieht das Rektorat in uucigcunützigstcr Weise. Ein edler Mann hat den Grund des Schulfonds mit einem Geschenke von!2 000 Mark gelegt; die ans fünf Jahre gezeichneten jährlichen Beiträge be- Ziffern sich aus etwa 0000 Mark. Außerdem flössen der Schulkassc anderweitige Geschenke zu. so daß dieselbe am l. Oktober!889 mit einem Grundstock von Mark 24914,«!1 und einem solchen für den besonder!! Unterstütznngsfonds für Schüler, welche die Schule verlassen, zu welcbem die Schwiegersöhne deS Stifters des ersten Grundstocks bei Anlaß von dessen silberner Hochzeit mit einer Summe von Mar! 3(900 die Anrcgnng gegeben, und einem für btc Bestreitung der laufenden Ausgaben verfügbaren Bestände von Mark 0531,76 abschließt. — Der aus den Herren Hermann Baer, -Hermann Eramcr, W. Hackenbroich, E. Rosenheim und E. Schwarzschild bestehenden Berwaltungskommission gebührt der wärmste Dank für ihre umsichtige und sorgsame GeschästSführnng. Möge die Anstall gedeihen und sich entfalten zum -Heile und zum Segen; es werden darin alle Diejenigen, welche sich derselben -in Hingebung widmen, den reichsten '201)1! für ihre Anstrengung finden. - Frechen, 23. Januar. Heute feierten hierselbst die Eheleute Samuel Kaufmann und Gndula Kaufmann, geb. Meyer, das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Die Jubelbraut zählt 79 und der Jubilar 80 Jahre. Beide siud noch rüstig und erfreuen sich der besten Gesundheit; sie haben 5 Kinder und 0 Enkel. Der Kaiser verlieh dem Jubelpaar die Ehejnbilänmsmedaillc. An dem Feste betheiligten sich fast alle Einwohner unseres Ortes ohne Unterschied des Standes und Glaubensbekenntnisses, ein Beweis des schönen Ein- Vernehmens, in welchem die Bekenner der verschiedenen Koitsessionen zu einander stehen. -11- Hamburg, im Januar. Im Jahre!843 ist der hiesigen Gemeinde ein erhebliches Legat zuge-! fallen. Dasselbe hat sich durch Ansammlung von Zinsen,! sonstigen Zuwendungen und einer Schenkung von!50 000 Mark seitens eines Genteindemitglieds vor etwa einem Jahre sehr vermehrt, so daß jetzt an die Errichtung einer Altcrsvcrsorgungsanstalt für hiesige Israeliten in großartigem Maßstabe herangetreten werden kann. Der Vorstand bemüht sich, ein passendes Grundstück zu erwerben und hofft solches unter günstigen Bedingungen vielleicht vom Senate zu erhalten. § Uns E! saft - L 0 t!) ringe! r, im Januar. Im Anschlüsse an meine Mittheilung in Nr. 37 des vorige!! Jahrgangs mache ich darauf aufmerksam, daß der! zuständigen legislatorischen Stellen (Bundesrath und Landesausschuß) ein Gesetzentwurf wegen der Pensions- Verhältnisse der Geistlichen in den Neichslanden unterbreitet ist. Daß bicrunter auch die jüdischen verstanden sind, dürste außer Elsaß-Lothringen wohl kaum anderswo in Deutschland der Fall sein. Denselben kann ebenso l wie den christlichen Religionsdienern nach Maßgabe der! besonderen Verhältnisse bis zu! 200 Jt. pro maxinio I eine staatliche Pension bewilligt werde!!.- -(Unser Herr Korrespondent irrt sich; auch in der Provinz Hannover! wird für israelitisches Schulnnd Knltuswesen aus j dem Provinzialfouds ein Zuschuß geleistet, als Dienst-! alterszulage für die Lehrer in kleineren Gemeinden, für! die Bildungsanstalt für jüdische Lehrer nnd Veihülscn! für kleinere Gemeinden im Bcdnrfnißfalle. Anm. d. R.) Oesterrei ch - U u g a r n. P. Nrr6 Nrrgaru, 20. Januar. Zum zweiten Male hat die Majorität des ungarischen Oberhauses aus der Rennbahn der Politik mit Hülfe ihrer jngendlichen Sportsmen den Sieg errungen; der Preis über