Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1884-01-31 · Heft 5 (31.1.1884) · p. 68

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 5 (31.1.1884)
Article
Der Neubau des jüdischen Lehrer-Seminars zu Köln [Nachricht]
Date
1884-01-31
Page
68 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2932754-2933049-2933055--14713-2955831
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

68 3־cif cfjctifc(b, jcfet in Posen, welcher in Geuteiu- ' samkeit mit km vereinigten Herrn B. \\ P r a g die VUrgrüudung einer solchen Anstalt zuerst in Anregung : braßte und außerordentlich thätig dafür war. Er war! cs auß, der in Herrn Dr. P lato den rechten Manu ■ zur Veit nun derselben erkannte, er berief ihn non .Karlsrnhe nach Düsseldorf, der Wiege des Seminars, später siedelte es tunt da in Folge der von bem verstorbenen -Herrn Julius -Harff ihm zum Eigemhunt überwiesenen zwei Hauser in Ehren seid nach diesem Dne über, von wo es sodann nach Köln vcrtegl wurde, wo nantcntlich die -Herren B. 11י a n tt s b ari>. 3afob Simon und viele aitdere edle Akäuncr (von den Verstorbenen verdient ganz besonders das Andenken des? Herrn 3. Ai. Marx geehrt zu werden) für die Pro-! sverität der Anstalt eine umfassende Thätigleit entfalteten, j Dieselbe hatte auch das Glück, in dem Vehrer Herrn l Schwarzschild einen tüchtigen, berusstrcncu Gchülfen des Direktors zu finden. } Die Anstalt ist dank des gedeihlichen Zusammenwirleus aller dabei detheiügten Faktoren jetzt zu einer l solchen Blüthc gelangt, daß das Bedürfniß und die! Möglichkeit der Errichtung eines geräumigen Gebäudes > vorlag. Dasselbeist mutmehr vollendet und entspricht! allen gehegten Erwartungen. An einer der breitesten inneren Periphencnstraßc Kölns, der Dt. Apernstraße, gelegen, enthält cs sehr zweckentsprechende Unterrichts-, Arbeits- und Wohuräumc für 7,0 Seminaristen, ferner ein Vokal für die nett zu errichtende und mit dem Seminar zn verbindende Uebnngsschnle und passende Familien Wohmrngcn für den Direktor, einen Vehrer und den Hanstucister. Die innere Ein.richtnng und Ausstattung entspricht allen Ansorderu:-geu der neueren Gesundheitslchrc und ist nach den bewährtesten technischen Grundsätzen ausgesühn. Ans demselben Grundstücke erhebt sich die im maurischen Style erbaute neue Synagoge der Gemeinde Adaß.Ieschurnn mit V4>» Sitzplätzen. Beide Gebäude zählen, wie die ״Kölnische Zeitung" hervovhclck, zu den bemerkenswerthestett Neubauten der Stadt. Das Grundstück kostete (in 000 ,.i(;., die Herstellung des Semiuargebäudes 75 0u0,J£, die innere Einrichtung!V 0<1nt/£ Der Seminarvereiu hat der Adaß-Ieschurun das nöthige Terrain für die Synagoge zur Verfügung gestellt gegen die Verpflichtung der Gemeinde, beit jeweiligen Vorsitzenden des Scminarvcrcins zmn Gemcindc-Prüjes zu ernennen und den Seminaristen freie Plätze in der Synagoge einztträumen. Wir fügen in der folgenden?inmma־ einen ntts von Herrn Rabbiner Dr. E h rntanu zu Trier über die Einwethimgsfcter zugegangcuen Bericht an. (Schluß sotgl.!litsarlschks ZcWat!׳.!d llabbinmvefrn. 3m’11 D. B. 31 ofr :1 beim. — l k. Thcil. ,Honictzuttg aus Nr. ■i.} Doch der Prinzipal unseres verkannten Genies fühlt idealer, als cs seine Stellung erwarten läßt, er sieht ein, daß cs ein Verbrechen an dem geistigen Fortschritte der Menschheit wäre, einen solchen Geist in so beschränkten Verhältnissen vegctiren zn lassen, er gicbt ihm daher bald seine Selbstständigkeit wieder, ist aber so bescheiden, seine tiefe Einsicht unter dem Vorwände von gänzlichem Mangel an religiösen! Lebenswandel zn verbergen. Mächtig entfaltet nun der Genius seine Schwingen zn erneutem Fluge. Doch bald sinken sic, umgarnt von den tausend und aber tausend kleinlichen Verhältnissen und Hemmungen des Alltagslebens erlahmt zur Scholle zurück. Was nun beginnen? — Da fährt ein Gedanke, wie ein erleuchtender Blitz, durch das trostlose Dunkel der Aussichtslosigkeit, und der Genius erhebt wieder das Haupt. Ancli' io sono fit ton׳' ruft unser verkanntes Genie, sich auf die Stirn schlagend, ich bin doch Theologe! Wir wollen die Geschichte wenigstens kurz machen, wenn wir sie schon nicht ungeschehen machen können: unser Held verlegt sich, eingedenk der schönen Erfolge, die er einst bei seinen theologischen Studien errungen, auf's Erlernen der ״Rawcrei", wie ein geflügeltes Wort hier zu Vaude dieses improvisirtc Studium (?) bczeichnet, ift nach einem halben Jahre — so lange nämlich hat er. um dem Schein Genüge zu leisten, gewartet — iertig, wird ״promovirt" nud glimmt nun im Kranze der theologischen Leuchten in der Dunkelheit des Ex'ls! — Heißt das nicht, dm Stand der Rabbiner illusorisch gcmacht? — Muß man da nicht einen unerschöpflichen Vorrath an Gotivcrtrauen besitzen, um nicht au der Existenz und dem Fortbestand der Wahrheit zu verzweifeln? Wenn man sieht, daß Personen, nachdem sie in Wort und Thal die heiligsten Vermächtnisse des Iudeuthums verhöhnt, gelästert und mit einer unbegreiflichen Fülle von Unverschämtheit und Ignoranz in ihre niedrige Sphäre hinabgczcrrt haben, sich dann zn Lehrern in Israel answerfcn, wenn man das sieht, fragen wir. muß sich da nicht der Blick, gleichsam als ein sich in die Unendlichkeit verlängerndes Fragezeichen zum Himmel empvrwcnden, nicht wissend, wo das eigentlich hinaus soll, was da eigentlich aus der hohen Mission Israels unter solchen Umständen werden soll!? Wir könnten noch einige solche höchst lehrreiche Biographien hier zum Besten geben, wir konnten; B. — doch unsere Feder ist er- - mattet, cntmnthigl und versagt ihren Dienst, wir bringen i cs nicht über uns, noch länger bei diesen traurigen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.