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Jeschurun · 1884-01-24 · Heft 4 (24.1.1884) · p. 60

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 4 (24.1.1884)
Article
Österreich-Ungarn : Pest, 19. Januar [Nachricht]
Date
1884-01-24
Page
60 (sequence 2)
Language
German
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60 VanbC'Man^lci. Wenn wir cs nicht vermögen, unsere ׳ Dache in geeigneter Weise;1! vertreten, wenn wir noch ferner unser« Dinn verschließen für das was uns ן1011יר timt, bann wird das gesetzesirenc Indenthnm;um Paria gestempelt, dann sind die orthodoxen Inden die Heloten. Doch, was schreibe ich Ihnen solches, geehrter Herr Redakteur? Die haben in richtiger Erkeninniß der Dachlage seit Jahresfrist die Dvalten Ihrer geschätzten Zeitschrift der ungarischen Dache zur Per׳; fägnng gestellt; der Icschnrnn ist mannhaft und ehrlich für die heiligsten Interessen eingetrelen und hat es gewagt, den Finger ans die tranken Dtcllen zu legen. Er hat das Deinige gethan, das wird in allen Kreisen anerkannt; und selbst Diejenigen, für tvelche Ihre; Mahnling als ein Porwnrf klang, können sich der Wahrheit nicht entziehen. Nur nmer Beherzigung der; im Ieschnrnn gegebenen Vorschläge können wir noch \ hoffen; wehe nitS, wenn sic nicht zur Wirklichkeit! werden.! X. Prestbnr^, 14. Januar. Der Redakteur! des bekannten Organs der Antiscmue!!,,.Westnngarischer 6)ren;b0tc", Anton Windisch, ist wegen Wechselsälschnng erstinstanzlich zu einjährigem Kerker vcrurthcilt Gegen das Urthcil legte der DraatSanwalt sofort die Berufung ein. :|: Nadinih (Bukowina), im Januar. Als ich in meinem vorigen Berichte in Nr. 51 Ihres geschätzten Blattes der Hoffnung Ausdruck verliehe daß der;eit׳ weilig hier gestörte Gemeindefriedcn durch das würdige Auftreten der Bessergesinnten und der Intervention der Behörde in Bälde wieder hergestellt werden durfte, ahnte ich nicht, daß dieser fromme Wunsch so bald zur Wirklichkeit werden sollte. Nun kann ich Ihnen miltheilen, daß sich das ,-,לא יהח־ך רפיח ציי״ glänzend bewährte. Der hiesige Herr Bezirkshanptmann hat Anfang Dezember v. I. den nn! sein Ansehen gekontincnen Knlnisrath aufgelöst und den Vorstand mit der provisorischen Leitung der Gemeinde betraut. Da dieser ans würdigen, das Interesse der Gemeinde iin Herzen tragenden Männern säst ausschließlich besteht, so glaubte man allgeinein, daß die Gegenpartei, die Erfolglosigkeit ihrer Bestrebungen cinsehcnd, sich den thalsächlichen Verhältnissen fügen werde. Doch cs ge׳ schah daS Unerwartete. Man veranlaßte den Herrn;)labbiinT L ichte n st e i n ans M.-Vasarhely, dessen Anstcllnng von Zeiten der Gcincindc jetzt aussichtslos geworden, sich dennoch hier ansässig zu machen und wollte dessen Existenz ans die Opferbercitwilligkeit einiger Privallentc gründen. Wider allgemeine Erwartung ließ sich Herr tzichtenslein hierzu herbei und über siedelte mit seiner zahlreichen Familie hicher. Dieser, gelinde gesagt, ohne Uebcrlcgnng unternommene Dchrilt sollte für denselben vcrhängnißvolt werden. Er langte vor 12 Tagen hier erkältet an und tnnßtc sogleich das Bett anssnchen, das er leider nimmer verlassen sollte. Von einer Buigeiilähnimig befallen, wurde er nach einer achttägigen Krankheit voin Tode hinweggerafft Das Veichenbegängriiß, welches gestern im Beisein seines greisen aus Kolonien (Galizien) herbeigeeilten Bruders Rabbi H i! l c!, Oberrabbii, er daselbst, der auch liescrg׳ eisende Trauerwortc am Large des so plötzlich unter solchen eigenthümlichen Umständen Hinweggeitvntinenen gesprochen, stattgefunden, hat einen ticserschüttcrnden Eindruck hervorgebracht. Wir hoffen, daß Diejenigen, die den Verblichenen hierher gebracht, sich seiner nunmehr ganz mittellosen Familie wirksam annchnten werden. — Damit dieser Bericht erfreulich ansklinge, tvill ich schließlich ansügcn, daß der Friede zwischen den hiesigen verschieden.Konfessionen ein derartig ungetrübter ist, daß er als Muster für die Herstellung des Friedens innerhalb der jüdischen Gemeinde selbst anspornend dienen könnte. Als einen Beweis dieser Eintracht :wischen bei! Konfessionen ist der unter dein Vorsitze unseres sehr verdienten Bürger- Meisters, v. Marin, vom Gcmcinderathe gefaßte Beschlnß anznsehen, km hiesigen jüdischen Armen 28 Klafter Brennholz ans Geineindemitteln anSzntheilen. F x a n krei ch. %* Paris, 20. Januar. Die werden im AnSlaitde vcrmuthlich mehr von der antisemitischen tziga in Frankreich und den von ihr in die Welt geschleuderten Brandschristcn hören, als wir hier im tzande davon merken, trotzdem die Zeitung ״Der Antisemitignc" jetzt cs gewagt hat, hier in Paris selbst ihr Rcdaktionsbnrean zu etabliren und die ganze Welt zu einem in nächster Zeit hier abznhaltcnden Kongresse cinzuladen. Man nintint von diesem Treiben , hier so wenig N'otiz, daß die Zeitung ״Der Philoseinitiqne", die von jndenfreundlichen nicht!i'ldischcn Kreisen hier gegründet wurde, selbst eingesehcn, daß ihre Kreirnng, weil völlig unnütz, ein Fehler war. Es ist viel besser, den ״Anüsemitignc" mit seinem Don O.uixottc Kampf gegen Windmühlen, vermeintliche und von seinem eigenen Gehirn erfundene Feinde sich lächerlich machen zu lassen. Man würde sich damit amüsiren, wie das Blatt von Zeit zu Zeit Katholiken, wie den bedeutenden Kavallerie. General Gallifct, zu Inden macht, um mit diesem, der der Republik trotz seiner früheren Freundschaft mit Gambetta als Orleanist verdächtig ist, alle Inden unsympathisch zu machen, wenn die schamlose zum Exzeß getriebene Handhabung des Grundsatzes ״der Zweck heiligt die Mittel" nicht jedem anständigen Menschen einen wahren Widerwillen gegen dieses Blatt cinflößen müßte. Wenn ein unlängst hier verstorbener Israelit (M. Königswartcr) eine Million zur Erziehung armer Waisen-

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