Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 4 (24.1.1884)
- Article
- Deutschland : Posen [Nachricht]
- Date
- 1884-01-24
- Page
- 58 (sequence 2)
- Language
- German
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58 ein Jeder kann sich den gehörigen Kommentar dazu selbst machen. 5111 ל* Pommern, 2<>. Jan. Die Schwurgerichts- Verhandlungen in Betreff des N'ensteniner Lynagogen- LKandeS beginnen am Mär;. ES kann nicht dringend'genug empfohlen werden, das; mit größerer Sorgfalt, als in dem ersten Stadium, für völlig andreichende VcNhcidignng^mittel gesorgt wird. Es ist in dieser Hinsicht Manche* übersehen worden, weil man dem Liege der Wahrheit;n sicher vertrante. Wir halten die Angctlagtcn für nichtschnldig, gestützt ans ihre Anlezedenlien und nach Vage deS ganzen Falle-. Desto mehr aber ist eS Pflicht, dazu beizntragen, daß dem Gerichtshöfe anch diese Ueberzengnng nahe gebracht wird. '? Nönnchen, 5 ד. Jan. Bei den gestrigen Berathnngen de§ Finanzausschusses des Bayerischen?andtagcS über den KnltuSctat stellte der Referent den Antrag, an Se. Majestät den König die Bitte zu richten, daß unter Abänderung des £ 14 Abs. 9 der Schulordnung derGeschichtsunterricht an den Gymnasien womöglich wieder konfessionell crtheilt werde. Der Minister bemerkte, daß die konfessionelle Scheidung gar nicht durchführbar sei; die Zurückkehr zu der früheren Einrichtung, den Geschichtsunterricht durch den Re ligionSlehrer ertheilen zu lassen, sei absolut unmöglich, und werde man eher dafür Fachlehrer anstellen müssen, was ohne Kosten an zwei Anstalten bereit* geschehen. Rüppert und Lnthardt sprachen eifrig für den tonsessioncllen Geschichtsunterricht. .Dr. Frankenburger hatte auszusetzen, daß der Antrag ans die Israeliten leine Rücksicht nehme. Der Referent erwiderte, daß er, wenn eine jüdische Anstalt bestände, gar keine Bcdenken Hütte, dafür israelitische Lehrer zu verlangen, daß er aber christliche Geschichte^ nicht jüdischen Lehrern überlassen wissen wolle. — Der Antrag wurde durch Stichentscheid de* Vorsitzenden angenommen. D ii 11 c m a r k. l l. .Kopenhagen, Januar. Am letzten Ehanncka- Abend hat hier ein Fest siaugcfnnden, dessen Mittheilnng Ihren Lesern vielleicht nicht mnvillkommen ist. Bor zirka sieben Jahren haben einige junge Leute, um der unter der hiesigen jüdischen Jugend herrschenden Unwissenheit zu begegnen, den lobenSwcrthen Gedanken gefaßt, in regelmäßigen Zusammenkünften die Kenntriiß des Indenthnms unter sich zu fördern. Die Idee fand Anklang, und der junge Verein עץ היים zählte bald viele Mitglieder. Am Labbath wird ausschließlich הובש gelernt, in der Woche die תפלה dnrchg egäugen und נביאים sowie היי ארם vorgctragen. Außerdem werden verschiedene wissenschaftliche und lehrreiche Vorträge gehalten, sowohl vom hiesigen Obcrrabbiner Professor Wolfs, wie anch vom Rabbiner Simonsen. Der Schwerpunkt der Vereinswirksamkeit beruht aber in den regelmäßigen Borträgen, die am Sabbath von Herrn Joseph Goldschnridt und in der Woche von Herrn Moritz Melchier gehalten werden. Die Feier,!reicher uür gedachten, galt einem ביוב auf die תירה, bei welcher sämmtliche .^0 Mitglieder, unter denen sich die angesehensten Mitglieder der Gemeinde befinden, sowie auch beide Rabbiner, zugegen waren. Nachdem Herr Go!dschmidt die vier letzten Verse der Thora vorgetrageu und erklärt hatte, begann er hierauf wieder בראשית und richtete sehr herzliche und eindringliche Worte an da* Auditorium, dasselbe ermahnend, sich dem GesctzeSstndinm fleißig und liebevoll zu widmen. Der׳ Oberrabbiner hielt einen längeren Vortrag über die Schluß- und AnfangSwortc der Thora, welche er mit der lausenden סדרא und dem Ehanuckafeste in Verbindung brachte. Hierauf sprach Dr. Simonsen über ללבודוללבד und wünschte den beiden Vortragenden, daß sic als L׳.hn ihrer Mühe לשבור ולעשות bei ihren Zuhörern erzielen möchten. Das schöne Fest dehnte sich von 7 Uhr bis nach Mitternacht ans, inid war eine echte פעירת נזצוה zu Ehren der Thora. Ein besonder* dazu verfaßter hebräischer Gesang trug zur Hebung der festlichen Stimmung bei. Der Verein ist Gottlob im Wachsen begriffen und wird sich bald nach einem größeren Lokale uwsehen müssen. Außer den beiden Vortragenden ist noch Herr Julius Eichel im Vorstände. Wir rufen dem Vereine ein הזק ונתחזק zu. O e ft c r r 11 d) 11 ־־ u gar 11. N. W. Prag, Januar. Es liegt nnS fern, an die ein Gefühl de* Ekels erregenden Skandale, welche jüngst unter der Direktion der ״besten Söhne" TranSleithanienS auf der Weltbühne des erleuchteten Jahrhunderts inszenirt wurden, denen, trotz der TageS- Helle, unzählige Menschen zum Opfer fielen, zu erinnern; anch!vollen wir nicht auf die Absurdität Hinweisen, deren sich dieselben bedienten, um ihre in einem konstitntionellen Staate einzig und allein dastehende Kunst möglichst erhebend und feierlich zn gestalten, — mögen die* die Herren Arrangeure mit ihrem Gewissen selbst ansmachen; wir wollen bloS — gestatten Sie es uns, geehrter Herr Redakteur, obzwar eS der Tendenz Ihres geschätzten Blattes nicht entspricht -׳- als gmcr Ungar die Konsequenzen dieser angesichts der ganzen gebildeten Welt in Szene gesetzten Tragödie in Erwägung ziehen. — Als die antisemitische Hochslnth in dem Lande, von welchem einst ein ungarischer Magnat so enthusiastisch ansgernfen hatte: Extra Hungariam non est vita etc. etc.! die edlen Keime der vorgeschrittenen Zeit, die Toleranz und Gleichstellung aller Konfessionen, welche in den Herzen der Bevölkerung fenscits der