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Jeschurun · 1884-01-17 · Heft 3 (17.1.1884) · p. 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 3 (17.1.1884)
Article
David Haller
Date
1884-01-17
Page
46 (sequence 2)
Language
German
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4f> ..Machet Euch deswegen keine Borwürfe, licbficr j Schwäbcr," Halle Joseph stets erwidert. .,Gesegnet! sei die r11fiia,c ־?Irbcit; auch sie ift de? Biannes ivürdig. , Gott bat den Mcnscheii bestimmt, die Eide ,zu de׳-; avbciicji und;u Ijütcn: Sebnlun und Isachar sind Beide würdige Löhne 3af0b*^; der Erstere al? tljäticjcr •‘öan'tclomann, der VI11 berc al? Gelehrter. 2: c buht 11 hat für den Bruder mit zu schassen, auf das; dieser sich der Erforschung der Lehre in sorgenfreier Muße hingebcn kann. Ihm gebührt dadurch ein Antheii an dein Verdienste de? geistigen strebend, welche? Isachar sich erwirbt. — Ihr erhaltet mit En.em Gute zwei (belehrte, Ihr spendet reichlich der Schule, Ihr lasset arme Knaben unterweisen und erziehen, Ihr öffnet Eure Hand freudig jedem Bedürftigen — und ich helfe Euch redlich, Eure Habe zu erhalten und zu mehren, daß solcher Segen verbreitet werden kann. Sol! ich ' nicht mein Voo? glücklich preisen?" Während der Schwiegersohn also in der That sich ' in seinem neuen Wirkungskreise beglückt fühlte und; sich an den für ba? Studium festgesetzten zwei bi? drei täglichen Stunden ein Genüge sein ließ, konnte der Schwiegervater den Sclbstvorwurs, Joseph dem .Lernen׳ entfremdet zu haben, nicht überwinden. Er hoffte, daß da? demnächst zu erwartende Kind an Stelle de? Vaters! treten und sich ansschuchlich dem Gcfctzesstndium widmen; würde. *aber diese Hoffnung sollte vorerst nicht erfüllt; werden. Ter schulichs! erhoffte Sprößting war ein Töchterchen. | Bald nach dessen Geburt erfaßte den schwächet! ' Winter eilt ernstliches Sicchthnm, von welchem er sich; nicht zu erholen vermochte.; In seinem, wenige 'Wochen vor seinem Ende er- - richteten Testanieute, weiches reiche Legale und Stiftungen! für fromme und milde Zwecke enthielt, setzte er feine; drei Tochter zu Erben ein, hatte aber auch die folgende . Bestimmung getroffen:; ״Da mein geliebter, t Heu rer Schwiegersohn, der ׳ fromme nnd gelehrte Rabbi Joseph Haller, ans Liebe für mich der Gesährtiu seiner Jugend, dein Studium der Thora, iheilweise ungetreu geworden ist und j Ve!zicht geleistet hat aus die Ehre und Würde eines! Rabbi ׳und Meisters in Israel, um mir eine feste! Stütze zu sein in meinem kränklichen Alter, — aljo; bestimme und morbne ich zum Zeichen mciucr > Dankbarkeit gegen diesen thenren Sohn, die Zierde i rneines Hauptes, sowie zur Sühne für das Unrecht, welches ich begangen, eine so herrliche Säule dem; HEhgthnme entzogen zti haben, um mich derselben für irdische Zwecke zu bedienen, was folgt: Den! ersten Sohne, welcher meinem genannten; Schwiegersöhne durch Gottes Gnade geboren werden , wird, schenke ich hierdtlrch die Summe hunderttausend Gttldcm unter der Bedingung und Voraus- )cimnn, daß derselbe,!voran ja auch nicht zu zweifeln, aus dem Schooße der Gotleslchre erzogen, zu gelehrten, frommen und gottessürck'igeri Manne heranblühc, ganz wie fein Vater, und nicht wie dieser später einen andern Berns ergreife, sondern an der Spitze der Gemeinde Israels stehen werde als ׳Rabbiner, Führer niib Lehrer, Gottes Lehre zu verbreiten und Gottes Gesetz zu wahren im Kreise der Gemeinde. Sobald dieser Sohn meines vielgeliebten Schwiegersohns, Rabbi Ioscrh Haller, von einer Gemeinde als Rabbiner angenommen sein wird, soll ihm die vorhin erwähnte Summe ansbezahlt und ansgehändigl werden. Ich scheide dieselbe heute ans meinent Vermögen aus und hintcrlegc solche bei dem Vorstände der hiesigen Gemeinde zur Ansbe- Wahrung nnd Verwaltung. Bis ein solcher Sohn meinent Schwiegersöhne geboren werden wird, sollen die Erträgnisse dieses .Kapitals an bedürftige Talmudgelehrte und Talnuidjüngcr alljährlich au meinem Todestage vertheilt werden. Sofort nach der Geburt eines Sohnes sollen aber diese Anskünste meinem Schwiegersöhne Zufällen, damit derselbe davon das Kind erziehe nnd erhalte für den erwähnten Berus. — Also will ich Theil an diesem Sehne haben. — Sollte jedoch meinem Schwiegersöhne kein Sohn geboren werden, oder kein Sohn nteires Schwiegersohnes bis zum vollendeten dreißigsten Lebensjahre in das Rabbincramt eingetreten sein, so soll nach den! Ableben meines Schwiegersohnes, des Rabbi Joseph Haller, das hierdurch ans meinem Vermögen ansgeschicdcne Kapital an meine drei Töchter, oder falls dieselben verstorben sein sollten, an deren Erben Zufällen nnd ausgczahlt werden." Ein eigenes Verhängniß schien jedoch über die Verwirklichung des sehnlichen Wtntsches Smruel Winter's zu walten. Seine jüngste Tochter folgte ihm nach kurzer Frist in die Ewigkeit nnd hinterließ den! trauernden Gatten nur das einzige Kind, die fünfjährige Mirjam. i Fon-ctznng folgt. ׳ 5* «»ץ*»«» Von Rabbiner Dr. . >^ > --- U Plato zu Köln. Frankfurt a. M. K aufs m ann. Wie ungern ich auch mit meinem Urtheile über dieses oder jenes geistige Erzengniß der Gegenwart lobend oder tadelnd vor die Oessenl'i.11keit trete, so kann ich doch nicht umhin, einige Worte der Anerkennung

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