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Jeschurun · 1884-01-17 · Heft 3 (17.1.1884) · p. 43

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 3 (17.1.1884)
Article
Deutschland : Frankfurt a. M., 9. Januar [Nachricht]
Date
1884-01-17
Page
43 (sequence 2)
Language
German
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43 war, wurde die Versammlung geschlossen. Die zahlreich erschienenen Mitglieder verließen sichtbar befriedigt den Saal. >V. Frankfurt a. M., 1 l. Januar. Auch dieses Jahr wurden den Schülern und Schülerinnen der israelitischen Volksschule seitend eines dureli seltenen Wohlthätigkeitssinn sich anSzeichneudcii Mannes ein kleines Fest veranstaltet,;n welchem nächst der Familie des FeslgcberS auch sonstige (Gönner und Gönncrinuen dieser Schule cingcladcn waren. Den Kindern waren die Einladungen erst spät, während der Ferien, znge gangen, daher fehlten einige bei Beginn des Festes. Sie wurden jedoch noch in aller Eile hcrbeigcholt und so waren sie denn endlich alle, gegen in den dazu hcrgcrichtetcn Räumen der Schule erschienen. Daselbst warteten ihrer reichlich mit Kuchen besetzte Tische und außerdem eine ganze Ausstellung passender beschenke. Mit dem Singen des EhannckaliedeS und einer An׳ spräche eines der Lehrer hob die Feier an. Die Kleinen wurden darauf durch die anwesenden Damen auf das Liebenswürdigste bcwirthct Nachdem sic sich das Dargebotene hatten trefflich munden lassen und abwechselnd gesungen und dcklamirt worden war, erfolgte der zweite Akt deS Festes, nämlich die Vcrthciliuig der überaus nützlichen und praktischen Geschenke, l׳ci tvclcher man in Rücksicht aus das Zweckmäßigere von der Ursprunglichcn Idee einer Verloosung znrückgcko!innen war und dem Wunsche oder der jeweiligen Bedürftigkeit des Einzelnen möglichst entsprochen hatte. Zum Schlüsse wurde abermals das Chan nckalied gesungen, in welches auch die Erwachsenen heiter cinstimmten. — So verlief dieses Fest, bei allen Anwesenden einen äußerst wohlihnen den Eindruck hinterlassend, den besten gewiß bei den hochherzigen Urhebern desselben. Möge es ihnen vergönnt sein, noch viele solcher Feste zu veranstalten und noch lange zum Wohlc ihrer Mitinenschcn segenSreich zu wirken! := ftöltt, 6. Januar. Ich beginne die an׳ hebende Woche mit einer traurigen Aotschajt, welche in weiteren Kreisen schmerzlichste Thei!nähme wachrnfcn wird. In der Nacht vom Donnerstag ans Freitag ist Herr S a l o m o n R o t h s chi l d (Firma: Nathan Rothschild Söhne) zur ewigen Seligkeit eingcgangen. Wahrlich, von ihm kann man mit Recht sagen, daß seine Tugend vor ihm zum Himmel gestiegen ist, und er, von allen irdischen Bande:! erlöst, des Lohnes theilhastig werden wird, tvclcher dem wahrhaft Frommen im Jenseits harret. Seine ernste, religiöse Gewissen- Hastigkeit, seine überaus große Wohlthätigkeit, die sich auch besonders ans das heilige Land und die Gastsrenudlichkeit gegen arme Fremde erstreckte, seine Liebe für das Thoraslndinm sind zu sehr bekannt, als daß ich ihrer jetzt erwähnen sollte. Er hatte, obwohl seit einigen Wochen leidend, noch am Donnerstag Abend seinen regelmäßigen שיעור gelernt, als er in der zwölften Stunde von einen: Herzschlage getroffen wurde, und nachdem er mit vollem Bewußtsein das *שנוע ישראל gesprochen, seine reine Seele anShanchte. ׳-׳ Er konnte übrigens in der erhebenden Beruhigung von hinnen gehen, daß seine Kinder in seinem Geiste und nach seinem Beispiele leben und ihm dadurch das schönste Andenken stiften werden. .ה׳לצ׳ב׳ה -11־ Marburg, l<> Januar. Herr Professor Adolf Wagner ans Berlin hat auch hier Lorberen zu erwerben gehofft. Am I. d. LR. beehrte er unsere Universitätsstadt mit einem längeren Vortrag, den ich nicht zu skizzircn nöthig habe, weil die Anschauungen dieses Agitators ja zur Genüge bekannt sind. Er! scheint aber cs für gerathcn erachtet zu haben, etwas! gelindere Saiten als geivöhnlich gegen die Inden i aufzuziehen; wenn auch diese immerhin noch als der * Beizebub des deutschen Volkes geschildert worden sind.! Dergleichen agitatorische Vorträge tragen keineswegs! dazu bei, den inneren Frieden im Staate zu befestigen; i es ist deshalb sehr zu beklagen, wenn die Stadtverwaltnng das NathhauS, welches lediglich als Stätte zur Bcraihung über das Wohl der Bürger dienen sollte, dem (Maftc zur Verfügung zu stellen für gut befunden hat. M11s;1. Wiirzbnrlg, l 4. Januar. Nicht immer dürfen die Statuten einer (Gemeinde bindend sein, und folgender Fall möge den Gemeindemitglicdcrn bei Abfassung von Statuten zur Richtschnur dienen. In einer israelitischen (Gemeinde unseres Landes wurde ein Mitglied bei seinem Wegzuge angehalten, noch ferner zu dem Unterhalt der KultnSgemeindc bciznstencrn, und deshalb sogar gerichtlich belangt. Allein der VerwaltungSgerichtShof hat folgenden Entscheid pnblizirt: ״Die Bestimmung in den Statuten einer israelitischeu KultnSgeineinde, das; ein Genwindeglied bei seinem Wegzüge ans der Gemeinde einen Theil seines Vermögcns zurückzn lassen und damit zu den Bedürfnissen der KultnSgeineinde beiznstencrn habe, ist gesetzlich nnznlässig und bindet auch nicht diejenigen Genieindeglieder, ivelche bei der Schlnßsassung über diese Statutenbestimmung selbst mitgewirkt haben." O c st erreich - U n g a r u. .. f. . Wien, 13. Januar. Es verlautet, daß in nicht allzuserner Zeit eine allgemeine, für Eis- und Transleithanien Gültigkeit habende regimiiiellc Srdnung der israelitischen Gemeinden erlassen werden soll, bei welcher die von der Enquete-Kommission im Jahre l^«l gefaßten Beschlüsse wesentlich berücksichtigt werden. Bereits seit zwei Jahren finden zwischen den Kultusininistern der beiden Reichshälften, den Herren von

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