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Jeschurun · 1884-01-17 · Heft 3 (17.1.1884) · p. 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 3 (17.1.1884)
Article
Deutschland : Berlin, 13. Januar [Nachricht]
Date
1884-01-17
Page
42 (sequence 2)
Language
German
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'citumy׳ beliebtet dar über und fiiflt wohlbedächtig in *i'iUfiitljcK oh ״meift Inden", •V!crr Naumann ״ein ^ubc־‘. Ü* liegt oft tiefer Sinn im kindischen Spiele, _ aber der Sinn dieser Anmerkungen isi doch zu dunkel. Will die .,Kreuzzeittiug" ihren freund Eremer dainil ob seiner Anschuldigungen in Schutz nehmen - - ״eo sind ja doch nur Juden, die dieser Oerr der Partei lichleit bezichtigt?" Gewiß sehr edel! K.S. Frankfurt u. M0 ,׳. Januar, Am 25. De׳ jember v. 3. fand die 3al}n\nü.'r!ammlmu) der hiesigen ifvaelitiidjeti Religiousgesellschast statt, in welcher die reflleiiient^möüiejeu Wahlen normenommen wurden und der Borstand den Jahresbericht erstattete. Derselbe enthält so ''JÜfand)e*, was auch für weitere Preise von Interesse sein dürste, daß ich mir erlaube, 3hnen Einiges daraus mitzulheikeit. - Bor Allem konsrotirt der ׳Bericht, das; alle Anstalten der Religiousgesellschast sich in gedeihlicher Wirksamkeit befinden und sich immer mehr der allgemeinen Anerkennung erfreuen. Die große, tausend Sitzplätze enthaltende Synagoge ist fortwährend gut besucht und namentlich am ד" ט r,2Z' von eine Menge andächtiger Beter bi* auf den letzten Platz gefüllt. Der Gottesdienst ist ein so würdevoller und erhebender, das; er die Besucher;ur Andacht und Selbst betrachtuug stimmt. Besonders ergreifend und für iiusere heilige הורה begeisternd wirk! das Wort unseres ehrwürdigen Herrn Rabbiners Samson Raphael Hirsch. Die Synagoge erhielt in diesem Jahre als Geschenk;mei prachtvoll gestickte Bor hänge für den ארון ה־דש. —- Die Kultus-Sektion, die Berwaltung der Kultus-, Synagogen-, Fleisch, Mikwe- und Friedhofs-Kassen umfassend, hatte eine Gesainntteinnahme von <17 nun Jk, gegen 55 nun a)l:1v<^abeit, so dag dieselbe im Stande war, der Schnlkasse einen Znsehuß von! '2 04 u« J( $h geivähren. Dieses günstige Resultat ist eine Folge des grosseren Ueberschusses der Synagogenlasse und des vermehrten Fleischkonsums, der die Hohe von 170(1 Ochsen erreichte, während der gesanimte städtische Konsum nur 15 000 Stück betragt. — Die nun schon dreißig Jahre in Gebrauch gewesene Mikwe, die den Anforderungen der Jetztzeit nicht mehr entsprach, ist durch eine Her stellnng in den unteren Räumen des ehemaligen Mädchenschnlhauses, welches zu diesem Zwecke umgebaut wurde, ersetzt worden. Diese neue Hinrichtung genügt den höchsten Anforderungen sowohl in Bezug auf religionsgesetzliche Borschriften, als auch in Bezug ans Eleganz und Komfort. Es soll nnnntehr auch die alte Mikwe umgebanl und mir der neuen vereinigt werden. Die ganze Anstalt wird alsdann sechs Bassins 12^'אוה) und zwölf Zellen mit Wannenbädern enthalten. Bon den bis jetzt für diesen Umbau ansgegebenen 14000 sind 12 000 durch freiwillige Beiträge und Geschenke gedeckt. — Die ׳Realschule der Religionsgesellschaft, tvelche ihre Schüler und Schülerinnen zur!Quelle unserer heiligene Religion, zur הורה führt und sie zugleich mit den allgemeinen Kenntnissen, welche jetzt in gesteigertem Maßslabe verlangt werdeit, ansstattet, wird selbst in nichtjüdischen Fachkreisen zu den besten Frankfurts gezählt. — Das neue Schulgebäude hat sich in allen seinen Theilen bewährt und ist von den bcdenlendsten Autoritäten sowohl in hygienischer als auch architektonischer Beziehung als mustergültig bezeichnet worden. — Trotzdem die Schüler za hl bei Beginn des Schuljahres aus ü«>7, gegen 465 im Borjahre, gestiegen und die Schulgelder den ansehnlichen Betrag von 56UO0J6 erreicht haben, ergab sich doch gegenüber den Ausgaben im Betrage von 0\(\00 JC. ein Defizit von 38 000J& aus dem Schülerat, welches durch den bereits erwähnten Zuschuß der Kliltuskasse, den ^Beiträgen der Mitglieder zur Schnlkasse im Betrage von 12 600 .»־. und durch verschiedene Geschenke, sowie Kassen- und Stiftuugszinsen ans 20n!1J£ herabgemindert wird. Dem gegenüber hat die Schnljcktiou eingeuommcu: 5200 JC. für zwei von den Hinterbliebenen deS seligen Herrn A. Oppenbeim gestiftete Freiplätze und 16 500 V.cgat der seligen Frau Fanny Z. M. Spanier, geb. Goldschmidt, gleichfalls zur Errichtung voii Freiplätzcn. — Die SliflungSjektion, enthaltend: die Wiltwen- und Waisenkasse, den Pensiousfond und zwölf kleine Stiftungen, hatte eine Einnahme von 14 600.1k und eine Ausgabe von 0800J/S so daß die Bestände dieser Sektion sich um 4800 c/£ vermehrten. Außerdem erhielt die Wittwen- und Waisenkaffe ein Legat der bereits genannten Frau Spanier, bestehend in zwei Stück österreichischen 500 fl-Looscn. — Für den Schulbau wurde in diesem Jahre noch 12-000 J(1 . uemutfgabt, die theilweife durch Verkäufe von Effekten und theilweife durch Vermehrung der Schuld beschafft wurden.. — Auch die von der Religionsgesellschaft Mronisirten Institute, dos von dem Frei- Herrn Wilhelm Karl von Rothschild gegründete und erhaltene Georgine Sara von Rothschild'sche Hospital, sowie die von der Neligionsgcsellschaft in'S Leben gerufene israelitische Bollsschule befindet sich in gedeihlicher Wirlsamleit. Letztere wird bereits von 86 Schülern und Schülerinnen besnchl. ~ Der Bericht gedenkt noch eines Verlustes, den die Religionsgesellschaft in dem Hinscheiden ihres Ber.valtnngsmitgliedeS, des Herrn Ludwig Lob, erlitten. Derselbe hat als AuSschnßmitglied und insbesondere durch seine hingebende Thätigfeit als Mitglied der Fleisch-Kommission und als Kassirer der Georgine Sara von Rothschild'scheu Stiftung der Rcligionsgesellschasl werthvolle Dienste geleistet und sich dadurch ein dauerndes, ehrenhaftes Andenken in deren Annalen gesichert. Die Versammlung ehrte denselben durch Erheben von ihren Sitzen. — Nachdem die Wahlen vorgeuonimeu und das Protokoll verlesen

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