Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1884)
- Article
- Deutschland : Burgpreppach [Nachricht]
- Date
- 1884-01-10
- Page
- 28 (sequence 2)
- Language
- German
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28 Hanau l 18 Marl. — Au Untcrrichtsgcid wurden nur 58<> Mark entrichtet. Die Anstalt har jetzt ein Vermögen uoit (iOOu Mark. Außer dem Distriüsrabbiner A. Hirsch wirken au der Anstalt noch die Lehrer Ehrinüttu, M.'tirnaim und Ottcusofer. Wir wünschen derselben, wesche ein rühmliches Zengniß für die jüdische :Dpjcrnrilltftfcit für ibcalc Z ׳.recke ab legt, das i beste E)cdeihen und beglückwünschen den unermüdlichen Vorstand. namciiUtd) -Herrn Oislriktsrabbincr A. Hirsch, für die schönen Früchte seiner edlen Hingebung an die heilige Sache der Jugendbilduiig. solche Anna!len zählen zu den Sicgestrophäen des jüdischen Stammes. Oeftc r t eich-11 ng 6 r n. *jjJ: Pest, 6. Januar. Die in meiner jüngsten Berichterstattung erwähnte Andien; der israelitischen Landcskanzlci bei dem Kulturminister Trnsvrt und dessen Aenßernng wird auch in weiteren Kreisen in demselben Sinne gedeutet, den ich darin erblickt habe. Das bekunden auch vergnügte Gesichter und eigenrhumlichc Bemerkungen im jenseitigen Lager; man glaubt, einen sehr glücklichen Schachzug gegen die Orthodoxie gethan zu haben. Wahrlich, wir sollten cs in diesen! Momente beherzigen: והפיג״ עד אור הנקר ומצאנו עוון, wenn wir die Hände rn den Lchos; legen und nnthätig harren wollen, bis der Morgen uns leuchtet, so tragen wir eine schwere Schuld. Und ich fürchte, cs wird so sein; meine stimme und die Stimmen mancher Gleich׳ gesinnten verhallen, und Diejenigen, welche für die heiligsten und gewichtigsten Interessen reden und handeln sollten — sie Ijövcu nicht und werden erst rufen, wenn die Wogen über ihren; Haupte znsammenschlagen. — Der Ministerpräsident Tisza äußerte sich in seiner Antwort ans die Neujahrsbegrüßung der liberalen Abgeordneten in Betreff der Iudcnhetze folgendermaßen: .,Was den Amnemttismns betrifft, so brauche ich hierüber nicht ausführlicher zu sprechen. Meine dicsfälligen Ansichten sind bekannt. Ich wiederhole auch jetzt, was ich schon bei anderer Gelegenheit sagte: Ich lasse mich in dieser Frage weder durch Sympathie noch Antipathie, sondern bl ob 01 ט: dem Interesse des guten Rufes Ungarns und der ungarischen Ration kueu, dessen Brandmarkung nicht gestattet werden darf. Was die Zukunft bringen werde, ist keinem vergänglichcu Menschen bekannt. Sir haben Schwierigkeiten entstehen gesehen, deren Urheber von cntgcgeugesetzteu Gesichtspunkten ansgmgcn. Iu Betreff des Ergebnisjes unterstützten sie häufig Einer den Andern, und Beide dienten vielleicht einer neuen Richtung: Beide treiben das Wasser auf die Mühke eine* Dritten, auf die Mühle Derjenigen, die den heutigen geordneten Zustand Ungarns Umstürzen wollen. Dem gegenüber Lhmi wir, glaube ich. vereint, was nur Menschen׳ möglich. Es tynn die* die Regierung und die Majorität, wenn es mit Nutzen für das Gemeinwohl geschehen kann, doch bin ich überzeugt, daß wir demselben Ziele auch dann dienen werden, wenn;vir anshören, Regierung und Majorität zu sein. Denn die Modalität der Pslichtersiillnug ist zwar veränderlich, die Pflicht selbst aber unterliegt keinem Wechsel. G. PrestbrrrH, 4. Januar. An der Preßbnrger städtischen Obcrrealschirlc — einer fimultaiicn Lehranstatt — wirkte seit 29 Jahren Herr Jakob Kreilisbeim, ein Jude, als ordentlicher Professor. Herr K. erhielt während seiner Thätigkcit an dieser Anstalt wiederholt Belobungen und Auerkennnngen ob seines Eifers und seiner Gewissenhaftigkeit als Lehrer und Ingendbildner. — Da stellte sich endlich vor Ablauf des vorigen Schuljahres heraus, daß Kreilisheim der ungarischen Sprache nicht vollkommen mächtig sei, und daher seines Amtes enthoben werden müsse. Da jedoch ein Lehrer nicht Knall und Fall zur Thür hinausgesetzt werden kann, beschloß man in der städtischen Repräsentanlensitznug gegen K. das Disziplinarverfahren einzuleiten, weil er seiner Verpflichtung, sich die nngarische Sprache anzneigncn, nicht ganz entsprochen habe. - Dies konnte indeß nicht dnrchgcführt werden, weil der Stadtsiskal gleich nach der ersten Vorladung erklärte, für die Einleitung eines Disziplinarverfahrens keinen Anhaltspunkt zu finden. — WaS war nun zu rhun? In der darauf folgenden ReprÜscntanrcnsitzung wttrde beschlossen, dem Professor Kreilisheim, den mau anfänglich ohne Abfertigung und Pension ans der Schule entfernen wollte, nnnmchr im Gnadenwege eine Pension iu der Höhe von 420 Gulden jährlich zu verabfolgen, unter der ausdrücklichen Bedingung jedoch, daß er gegen diesen Beschluß nicht reknrrire, ansonsten er dieser ״Gnade" verlustig werde. — K. ließ sich indeß nicht cinschüchteru und wandte sich mit einem Gesuche an das hohe königlich ungarische Unterrichtsluiuiftcnum, welches dahin entschied, daß dem Profcssor K. laut dem Pensionsstatut eine Pension in der Höhe von r>Ou Gulden, das ist ", ,2 seines zuictzlbehobenen Gehaltes gebühre, die ihm auch jährlich anszafolgen seien. — Doch damit scheint die Sache noch nicht! abgcthan. In der jüngsten Repräsentanlensitznug der - königlichen Frcistadt Preßbnrg wurde beschlossen, den j Bescheid des königlich ungarischen Unterrichtsmimstcrs! vorerst der städtischen Rechtsjcklion zur Prüfung zu nulerdreiten, ob der Herr Minister auch berechtigt sei. ein Wörtchen miizusprechcn. - Wir sind gespannt auf aus den Ansgang dieser Angelegenheit und werden nicht ’ ermangeln. Ihnen, sehr geehrter Herr Redakteur, seiner-! zeit das Resultat bekannt zu geben. — Hier sei nur - noch bemerkt, daß Professor Kreilisheim nur deutsche