Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1884)
- Article
- Chanuckalicht-Gedanken
- Date
- 1884-01-10
- Page
- 20 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Mohel 1× ep/1006163
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20 gelitten, das war und bleibt ja die Zuversicht des ' ,שח פזורד. Als sei cs eines Herzens Schlag, so fühlt j ein jeder n׳ahre Jude mit. was dem entferntesten zu j Leide und zu Freude geschieht. Da giebt sich die Wir-! knng des ביית המקדש mit seiner מנורה auch noch | weiter leuchtend tunb.! So zog der Jude seit Jahrtausenden umher, und; wo er geweilt, hat er jüdischen Geist entflammt und ' die jüdische beuchte emporgehoben, hat er geweckt die : Lehre vom Gottesgeiste, von der Gottesfurcht, und in fremden Lagern hat er die Augen mit Gottesgeist erleuchtet. Was heute au Wahrem und Herrlichem in uichtjüdischen Kreisen Geltung hat, es ist doch ein ewiger Zeuge von der Wahrheit des Judcnthums, und gerade das ruhelose Umherirren der Juden hat es bewirkt, daß selbst draußen, במחנה, wo fremder Sinn herrscht, doch אל מול פגי המנורה יאירו. Die Wanderung ist noch nicht zu Ende, noch ist die Gegenwart der beredteste Zeuge davon. Aber muthig harrt der Jude ans. Mögen Gräber seinen Leib bedecken, der jüdische Geist leuchtet durch, über die Gräber hinaus, die Zeilen hindurch; und in dem großen Lager, das unS Alle einmal einsammelt. lenken sie noch die Blicke hm zu dem Tage, von dem es heißt: ובאור בוקר הדה שמש: Während ich alles dies dachte, waren meine Lichtchen allmählich erloschen, aber mein Herz war mit Trost erfüllt, und während sie noch leise knisterten, zogen vor meinem Geiste alle die erhebenden Lichtgedanken vorbei. Ich dachte an den hehren Tag, der יוב זה לישראל אורה ושמהה ist, an die mntheinsprechende הבדלה- Kerze, an das ן^^&־בדיקה!, an Gott, der mit dem Lichte הופש בל הדרי בטן ist, und au jenen Erlösnngstag, vor dem ולבל בני ישראל היה אור במושבתט, und an so viele Lichtmomcute des jüdischen Lebens. Auch der מוד אש>', ihr, die die jüdische Nacht durchhellte, begegneten meine Gedanken, und ans ihnen allen schöpfte ich so viel Trost und so viel Freude, daß ich mit leuchtendem Blicke mein letztes eben verlöschendes הנובה Licht besah, fühlte ich ja in mir, daß wie einst ליהודים היתד. אודה, auch einmal die Zeit kommen werde, wo fretidigen Auges sie Alle אל מול פני המנודה יאירו. f c & e n ci 11) nii u (} ni. B°» 8. IIh. Ter Neugeborene. Meine Feder ruht in meiner Hand, um zu zeichnen . . . noch weiß ich nicht, was . . . und doch ist ja der Stoff, der dem Autor geboten ist, so uncndlich groß . . , ja, ich soll aber kleine Zeichnungen machen, und zum Zeichnen gebraucht man ein Modell . . . doch da fällt mir ein weißes Blatt in die Angen ... es ist die Zeitung vom vergangenen Sonntag — heute ist Freitag — da steht: .,Die glückliche Geburt eines gesunden Knaben beehren sich anzuzeigen Herz Lcvy und Frau, Judith, ged. Cohn." . . . doch meine Federzeichnung vergesse ich ja ganz . . . ja die Feder steckt noch hinter'!!! .Ohre, das Papier ist noch weiß . . . ich soll schreiben . . . nun denn an's Werk . .. ich schreibe also ... da kritzele ich unbewußt den Namen Levh hin . . . mm, der Anfang ist schon ganz gut . . . ״Levy" verspricht etwas .. . Lcvy . . . Levh ... ob es Geschick ist. daß der Nante mir in die Feder kommt? . . ich Es. . pardon, ich wollte sagen, er hat ja einen Jungen . . . er, Levh . . . schon wieder Levh . . . ich glaube,!vcnn es so fort geht, werde ich ans Aerger noch Antisemit oder doch wenigstens Antilcvit . . . Nun, wenn es denn einmal Levh sein soll . . . übermorgen findet bei ihm die Bris Miloh statt ... ich in meiner Eigenschaft als Mohel . . . kurz entschlossen, ich besuche Levh ... Ich bin schon da .... ich klopfe — Niemand antwartet? ... ich öffne ... ah, Stimmen aus dem Nebenzintiuer . . . mißliche Lage. . . horchen will ich nicht ... unfreiwillig znhören, denke ich, darf man ... Erschreckt nicht, ihr sollt mir folgen. . oder vielmehr Herrn Levh . . . an's — nun, an's . . . ich bitte um Entschuldigung . . . wenn cs die geehrten Herren Leser nicht wollen, jo werden es Ihre Gemahlinnen vielleicht besorgen .... also, an's Wochenbett der Frau Lcvy . . . ich muß etwas indiskret sein ... da, horch! . . . welch' melodisches Getön! . . . aha! die Schlum'mcr- oder vielmehr Erwache nsarie eines kleinen Weltbürgers . . . Herrn Levh jun. . . . noch ohne individnalisirenden Vornamen zur Unterscheidung von allen übrigen der großen Familie mit dem seltenen Namen Levh . . . Herr Herz Levh und Frau, geb. 1501)11 . . . wie bu vielleicht noch nicht weißt, gehören sie jener berüchtigten Horde Ziegclbrenner an, beven Gegner einst die Götzendiener, heute die christlich-sozialen Antisemiten sind ... du verstehst mich, lieber Leser... ich wollte . . . doch ... da höre idy . . . Herr Levh redet drinnen: ״Liebe Judith, was macht unser Kleiner?" — ..Er schläft." — Er schläft also, der große, kleine Uubck— Ungenannte. — ״Hat er schon viel geschriecu?" — ״Er schreit immer fort." — Herr Levh ist hoch erfreut. Der Junge wird nicht ans der Art schlagen. Die Levh'sche.Kehle ist berühmt — ein Reibeisen klingt melodisch dagegen ... Herrn Levy'S Shnagoaennachbarn wissen Großes davon zu berichten — ״übermorgen ist Bris Miloh, und an einen Namen haben wir noch