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Jeschurun · 1884-01-03 · Heft 1 (3.1.1884) · p. 9

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 1 (3.1.1884)
Article
Deutschland : Hannover [Nachricht]
Date
1884-01-03
Page
9 (sequence 1)
Language
German
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jVj 1. J.schiiri.». Wir kqiniicu in »iichstcr ®miauet dcn ' Roman: ״David Haller" von Naphtali Simon neben dem noch sortlanieuden. Korrespoudciizci! und Nechrkchtcil. Deutschland. Hannover, 1. Januar. Nachdem Herr Dr. Grone 111 a n n am 27. v. M. auf dem Rath- Hanse beeidigt worden war, fand am 28. v. M. Nachmittags 31,2 Uhr dessen Einführung durch dcn Sladtdireklvr als Kommissär der Negierung in sein Amt als Landrabbincr der Lauddrostcibczirkc Hannover und Lüneburg und als Stadtrabbiner der hiesigen Ge׳ mcinde statt. Die Synagoge, in welcher diese scierlichc Handlung vorgenommen wurde, war dicht äugefüllt und festlich beleuchtet. Die Kanzel prangte in reichem Pflanzcnschmuck. Nach der Verkündigung des Herrn Stadtdirektor Halten l)off, daß Herr Dr. Gronemann nunmehr nach erfolgter Bestätignug der hohen Staatsbehörde und der Ablegung des Diensteides sein Amt als Land- und Stadl-Rabbiner angetreten, richtete Herr Dr*. Gronemann eine Ansprache an den Herrn Stadtdirektor, den Vorstand und die Gemeinde. Die Feier machte auf 'alle Anwesende einen erhebenden Eindruck. Ebenso fand die Predigt au! Sonnabend ungetheilten Beifall. Der Vorstand hatte am Sonntag zu Ehren des Herr Landrabbiuers ein Bankett voran- Haltet, an welchem die Repräsentanten, Gemeindebeamten und StistSgclchrtcn theiluahmen. Das in den schönen Räumen des durch seine vorzügliche Küche rühmlichst bekannten Hotel Spanier gefeierte Fest verlief in ebenso erhebender wie gemnthlichcr Weise. Der Inhalt der vielen Tischreden legte Zeugniß davon ab, daß jetzt nach vollzogener Wahl der Widerstreit der Meinungen beendigt und Alle in. vollem Vertrauen und in treuer Einmüthigkeit Herrn Dr. Groucmann entgcgcnkommen, von dem redlichen Willen beseelt, mit ihm vereint für der Gemeinde Wohlfahrt zu streben und zu wirken. ~~ Breslau, 28. Dez. Der frühere Redakteur des ״Schlesischen Morgenblatts" Herr Lange, hat kürzlich unter der Ucberschrift ״Rücksichtslosigkeit eines jüdischen Richters" mit vielem Behage!! eine Geschichte zum Besten gegeben, nach welcher einer Braut, die zur Erlangung der eberoormundschaftlichen Erlaubnis zur Veranstaltung ihrer Hochzeit eine längere Reise zu dem zuständigen Gerichte unter omincn hatte, trotz der eindringlichsten Bitten vor dem ÄnltsrichLer nicht angehört worden sei, weil dieser einfach erklärte, er habe heute schon genug gearbeitet, er könne sie nicht anhörcn, sie solle das Gesuch nur in den Briestasten legen, dann würde er es schon zur weiteren Behandlung erhalten. Diese Geschichte hatte, wie viele schöne (Geschichten, nur den einzigen Fehler, daß sie nicht wahr war; denn in Folge der aus Antrag des Amtsrichters Herrn Frankel ciugeicitcten strasrcchUicheu Verhandlung stellte cs sich heraus, daß dieser die Dame gar nicht gesehen hatte, außerdem aber die nöthigen Papicrc rechtzeitig abgesaudt morden waren, so daß der Hochzeit gar kein Aufschub bereitet gewesen. Der Staatsanwalt begründete seine Anklage etwa folgendermaßen: wer das Publit'um * durch Betonung des Iudcmhums gegen einen Richter einzunehmen suche, lade eine doppelt schwere Verantwortung ans sich, den!! er schädige zugleich die Achtung, die das Volk vor dem Nichterstandc haben müsse. Der Richter bleibe Richter, ob er christlich oder jüdisch sei; jeder Richter thnc seine Pflicht, gleichviel ob er Jude oder Christ sei, und bisher sei noch keine Thatsache bekannt geworden, welche darthue, daß in! preußischen Nichterstande ein Unterschied zwischen Evangelischen, Katholiken oder Juden bestehe. Das Schöffengericht vernrtheiite den Redakteur Lange zu 300 Mark Geldstrafe. In der Urtheilsmotivirnng hob auch der Vorsitzende hervor, daß der Artikel auf den ״jüdischen Richter" zugespitzt sei und darum besonders strafbar erscheine. 0. Schlüchtern, 20. Dez. Unsere Rabbinatsangelcgeuheit ist nun zum glücklichen Abschluß gelangt. Die Königliche Negierung zu Kassel hat die Wahl des Herrn Dr. Koref ans Nawitsch bestätigt. Mögen die berechtigten Hoffnungen, mit welchen wir ׳.:.!seren neuen Provinzialrabbincr erwarten, zum Heil und Segen verwirklicht werden. * Köln, 20. Dez. Bon Herrn Rabbiner Dr. Frank geht uns daS Folgende zu: Ich theilc Ihnen zur Vorsicht mit, daß ein Unbefugter in! Rainen der Albaner, israelite universelle in Paris Spenden für die Abgebrannten in Konstantinopcl sammelt. Die Papiere sind gefälscht. A. Nawitsch, 28. Dcebr. Unser Rabbiner Dr. Kor es ist zun! Provinzial-Rabbiner in Hanau gewählt und bereits von der König!. Regierung beftätigt worden. In hiesiger Gemeinde wird das Scheiden dieses viclbewährten' Mannes allseitig ansrichtig bedauert. Weiß doch Jedermann, wie hervorragend dessen Leistungen als Rabbiner und Prediger gewesen sind, wie er es verstand, mit beredten Worten zur Glaudenstreuc anzuseucrn, und das 'Wort des Trostes und der Ermunterung zu spenden! Hierzu befähigten ihn seine vielseitigen Kenntnisse, sein reiches talmudischcs und profanes Wisst!! und seine ausge-

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